Energy Towers sind eine innovative Technologie zur Stromerzeugung aus industrieller Abwärme. Sie nutzen das archimedische Prinzip, um aus aufsteigenden Arbeitskörpern kontinuierlich Energie zu gewinnen – wetterunabhängig, CO₂-neutral und grundlastfähig. Damit schließen sie eine zentrale Lücke im Energiemarkt.
Energy Towers in Kürze:
- Grundlastfähige Stromerzeugung aus industrieller Abwärme
- Auftriebstechnologie nach archimedischem Prinzip
- Dezentral, skalierbar, CO₂-neutral
Was sind Energy Towers?
Energy Towers sind Anlagen, die industrielle Abwärme in Strom umwandeln.
Im Gegensatz zu Wind- oder Solaranlagen arbeiten sie unabhängig von Wetterbedingungen und liefern konstant Energie.
Das Konzept basiert auf einem physikalischen Prinzip, das seit über 2.000 Jahren bekannt ist.
Ein luftgefüllter Körper steigt in einer Flüssigkeit nach oben – und genau diese Bewegung wird zur Stromerzeugung genutzt.
Wie funktioniert die Energy-Towers-Technologie?
Auftriebsbasierte Systeme klingen zunächst einfach. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht im Aufstieg der Arbeitskörper, sondern in ihrem Eintritt. Am unteren Ende der flüssigkeitsgefüllten Türme müssen sie kontinuierlich gegen den Wasserdruck eingebracht werden.
Die Funktionsweise der Energy Towers basiert auf drei zentralen Komponenten:
1. Auftrieb als Antriebskraft
Luftgefüllte Arbeitskörper steigen in einer Flüssigkeitssäule nach oben und treiben dabei mechanisch einen Generator an.
2. Patentiertes Zwei-Turm-System
Eine der größten technischen Herausforderungen ist das Einschleusen der Arbeitskörper unter Wasserdruck.
CTO und Erfinder Zeki Akbayir hat dafür ein patentiertes System entwickelt. Zwei Türme sind am Boden durch eine Röhre verbunden und arbeiten mit kommunizierenden Flüssigkeitssäulen.
Wird ein Körper eingebracht, wird das verdrängte Volumen automatisch in den zweiten Turm ausgeglichen, wodurch der Energieaufwand deutlich sinkt.
Ein ebenfalls patentiertes Schleusensystem steuert den Einschleusprozess und nutzt dafür industrielle Abwärme als Energiequelle, die bisher meist ungenutzt verloren geht.
Die Lösung:
- Zwei miteinander verbundene Türme
- Kommunizierende Flüssigkeitssäulen
- Automatischer Druckausgleich
➡️ Ergebnis: deutlich reduzierter Energieaufwand beim Systembetrieb
3. Nutzung industrieller Abwärme
Das patentierte Schleusensystem wird durch Abwärme betrieben, die in Industrien wie:
- Stahlproduktion
- Zementherstellung
- Chemieindustrie
- Müllverbrennung
in großen Mengen anfällt – bisher meist ungenutzt.
Vorteile von Energy Towers
Die Energy-Towers-Technologie bietet mehrere entscheidende Vorteile:
- Grundlastfähig: konstante Stromproduktion (bis zu 8.000 Volllaststunden)
- Wetterunabhängig: keine Abhängigkeit von Wind oder Sonne
- CO₂-neutral: Nutzung vorhandener Abwärme
- Flächeneffizient: deutlich geringerer Platzbedarf als Wind- oder Solaranlagen
- Dezentral einsetzbar: direkt am Industriestandort
- Skalierbar: flexibel auf verschiedene Leistungsgrößen auslegbar
Zahlen, die aufhorchen lassen
Erste Untersuchungen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) liefern Orientierungswerte: Das Hydrauliksystem erreicht einen Wirkungsgrad von rund 68 Prozent, der Auftriebsturm selbst etwa 87 Prozent. Noch wurden erst zwei der fünf Teilsysteme analysiert – die Gesamtbetrachtung steht aus. Das Unternehmen prognostiziert auf Basis der vorliegenden Daten einen Systemwirkungsgrad von über 25 Prozent.
Wirkungsgrad und Leistungsdaten
Untersuchungen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigen:
- Hydrauliksystem: ca. 68 % Wirkungsgrad
- Auftriebsturm: ca. 87 % Wirkungsgrad
- Prognostizierter Gesamtwirkungsgrad: über 25 %
Eine typische Anlage:
- Leistung: 5 MW
- Jahresproduktion: ca. 40 GWh
Zum Vergleich: Eine einzelne 5-MW-Anlage soll auf rund 8.000 Volllaststunden jährlich kommen. Onshore-Windkraft erreicht unter deutschen Verhältnissen typischerweise 2.200 bis 2.800 Stunden. Für eine vergleichbare Jahresstromproduktion von rund 40 GWh bräuchte man drei Windturbinen statt einer Energy Tower, wobei der Flächenbedarf um den Faktor 1.000 höher läge.
Diese Relationen sind es, die das System für Industriestandorte, Rechenzentren und Gigafactories interessant machen könnten: kompakt, grundlastfähig, unabhängig von Wetter und Netzinfrastruktur.
Für welche Anwendungen eignen sich Energy Towers?
Die Technologie ist besonders interessant für:
- Industriebetriebe mit hoher Abwärme
- Rechenzentren mit konstantem Energiebedarf
- Gigafactories (z. B. Batteriefertigung)
- Dezentrale Energiesysteme und Mikronetze
Überall dort, wo:
- Versorgungssicherheit
- Netzunabhängigkeit
- CO₂-Reduktion
gleichzeitig gefragt sind.
Vom Prinzip zum Prototyp – aktueller Entwicklungsstand
Für Zeki Akbayir und CEO Stephan Ballweg ist die Physik die eine Seite – die industrielle Validierung die andere. Der geplante Prototyp soll beides zusammenbringen: erstmals unter realen Betriebsbedingungen zeigen, was die Anlage leistet, und die Grundlage für eine systematische Optimierung aller fünf Teilsysteme schaffen.
„Wir analysieren genau, wie sich unterschiedliche Materialien und Komponenten auf den Wirkungsgrad auswirken“, sagt Akbayir. „Unser Anspruch ist es, die Anlage technisch und wirtschaftlich so effizient wie möglich zu gestalten.“
Die Energy Towers AG befindet sich aktuell in der Phase der Prototyp-Entwicklung.
Ziele:
- Validierung unter realen Bedingungen
- Optimierung aller Teilsysteme
- Vorbereitung der Serienproduktion
Geplant:
- Finanzierung: ca. 8 Mio. Euro
- Markteintritt: zunächst DACH-Region
- Langfristig: internationales Lizenzmodell
Die Standortentscheidung für den Prototyp steht noch aus. Mit dem Abschluss der laufenden Finanzierungsrunde – angestrebt werden rund acht Millionen Euro – soll der Bau beginnen.
Welche Rolle spielen Energy Towers in der Energiewende?
Energy Towers positionieren sich als Ergänzung zu erneuerbaren Energien.
Sie lösen ein zentrales Problem:
➡️ die fehlende Grundlastfähigkeit von Wind- und Solarenergie
Zusätzliche Treiber:
- steigende CO₂-Preise
- Energieeffizienzgesetze
- EU-Richtlinien zur Abwärmenutzung
Fazit: Eine unterschätzte Technologie mit Potenzial
Energy Towers könnten eine entscheidende Rolle in der zukünftigen Energieversorgung spielen.
Die Kombination aus physikalisch bewährtem Prinzip, industrieller Abwärmenutzung und grundlastfähiger Stromproduktion macht sie zu einer vielversprechenden Ergänzung im Energiemix.
Ob sich die Technologie durchsetzt, hängt wesentlich vom Erfolg des Prototyps ab. Das Marktpotenzial ist bereits heute erkennbar.
Ein umfassender Beitrag über die Energy Towers AG auf SQUAREVEST: Der Archimedes-Code – Wie Energy Towers an der Energiewende arbeitet
FAQ: Energy Towers AG
Was ist das Funktionsprinzip der Energy Towers?
Die Anlage nutzt den hydrostatischen Auftrieb nach archimedischem Prinzip, wobei luftgefüllte Arbeitskörper in flüssigkeitsgefüllten Türmen aufsteigen und dabei über ein mechanisches Kettensystem einen Generator antreiben. Das patentierte Zwei-Turm-System mit kommunizierenden Flüssigkeitssäulen minimiert den Energieaufwand für das Einschleusen der Körper – das ist die zentrale technische Innovation.
Woher bezieht das System seine Primärenergie?
Das Schleusensystem, das den kontinuierlichen Betrieb sicherstellt, wird durch industrielle Abwärme angetrieben. Diese entsteht als Nebenprodukt in energieintensiven Branchen wie Stahl, Zement, Chemie oder Abfallverwertung und bleibt bislang weitgehend ungenutzt. Energy Towers macht genau diese Wärme zur Grundlage der Stromerzeugung.
Welchen Wirkungsgrad erreicht die Technologie?
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat bislang zwei von fünf Teilsystemen untersucht. Das Hydrauliksystem erreicht rund 68 Prozent, der Auftriebsturm etwa 87 Prozent Wirkungsgrad. Den Gesamtsystemwirkungsgrad prognostiziert das Unternehmen auf Basis dieser Daten mit über 25 Prozent. Die vollständige Systemanalyse steht noch aus.
Wie schneidet die Technologie im Vergleich zu Wind- und Solarenergie ab?
Der entscheidende Unterschied liegt in den Volllaststunden: Eine 5-MW-Energy-Tower-Anlage ist auf mindestens 8.000 Stunden jährlich ausgelegt – Onshore-Wind kommt auf 2.200 bis 2.800, Freiflächen-Solar auf 900 bis 1.100 Stunden. Für eine vergleichbare Jahresproduktion von rund 40 GWh braucht eine Energy Tower zudem weniger als ein Tausendstel der Fläche einer Solaranlage gleicher Leistungsklasse.
Für welche Branchen und Anwendungen ist die Technologie geeignet?
Zielmärkte sind vor allem Industriestandorte mit hohem Abwärmeaufkommen, etwa die Stahl-, Zement-, Papier- und chemische Industrie. Außerdem Rechenzentren, Gigafactories der Elektromobilität sowie dezentrale Industrie- und Mikronetze. Damit adressiert die Technologie insbesondere Anwendungen, bei denen Grundlastfähigkeit, Netzunabhängigkeit und CO₂-Neutralität zugleich benötigt werden.
In welcher Entwicklungsphase befindet sich das Unternehmen?
Die Energy Towers AG befindet sich in der Finanzierungsphase für den Bau des ersten industriellen Prototyps. Dieser soll die Technologie erstmals unter realen Bedingungen validieren und Betriebsdaten für die anschließende Serienentwicklung liefern. Der Markteintritt im deutschsprachigen Raum ist ebenso geplant wie auch die internationale Expansion über ein Lizenzmodell.
Wie können Investoren einsteigen?
Die Aktien der Energy Towers Holding AG sind im außerbörslichen Handel (OTC) erhältlich. Für Ende 2026 plant das Unternehmen eine Notierung im Freiverkehr. Ein Wertpapier-Informationsblatt (WIB) wurde von der BaFin gestattet. Die Gründerfamilien sind selbst mit einem siebenstelligen Betrag investiert.

