Die Anforderungen an Unternehmen wachsen kontinuierlich. Neben Fachkräftemangel, Digitalisierung, Cyberangriffen, steigenden Kosten und regulatorischen Vorgaben müssen Unternehmer heute auch gesetzliche Anforderungen zur Risikofrüherkennung erfüllen. Viele kleine und mittelständische Betriebe verfügen jedoch weder über eigene Risikoabteilungen noch über spezialisierte Compliance-Teams.
Genau an dieser Stelle setzen die BVSV-Gewerbezentren an. Sie verstehen sich als regionale Anlaufstellen für Unternehmer und unterstützen bei der Analyse betrieblicher Risiken, der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen und der Umsetzung gesetzlicher Anforderungen wie dem StaRUG.
Viele Unternehmer kleiner und mittlerer Betriebe sind mit einer Vielzahl von Vorschriften und Themen konfrontiert, mit denen sie oft allein gelassen werden. Sie können sich mit ihren Fragen an ein Gewerbezentrum wenden und erhalten dort Antworten und Hilfestellungen, die sie in ihrem geschäftlichen Alltag weiterbringen.
Andreas Schwarz, Geschäftsführer BVSV-Gewerbezentren
BVSV-Gewerbezentren – Das Wichtigste in Kürze
- Bundesweites Netzwerk von Gewerbezentren für Unternehmen
- Schwerpunkt auf Risikoanalyse und Risikomanagement
- Unterstützung bei gesetzlichen Anforderungen wie dem StaRUG
- Zugang zu Experten aus Versicherung, Recht, Steuern und Unternehmensberatung
- Fokus auf Haftungsprävention und Krisenfrüherkennung
Was ist der BVSV?
Der BVSV (Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen e.V.) wurde 2014 gegründet und versteht sich als Wissens- und Kompetenznetzwerk für Risikomanagement, Versicherungswesen und betriebliche Vorsorge. Der Verband entwickelt Standards, Analyseverfahren und Ausbildungskonzepte für Sachverständige und Risikoexperten.
Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und wirtschaftliche Schäden möglichst zu vermeiden.
Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um klassische Versicherungsthemen. Moderne Unternehmen müssen sich mit einer Vielzahl neuer Risikofelder beschäftigen:
- Cyberkriminalität
- Datenschutzverstöße
- Haftungsfragen der Geschäftsführung
- Personalausfälle
- Lieferkettenrisiken
- Finanzierungsprobleme
- Rechtliche Veränderungen
- Unternehmensnachfolge
- Liquiditätsengpässe
Viele dieser Risiken entwickeln sich schleichend und werden häufig erst erkannt, wenn bereits wirtschaftliche Schäden entstanden sind.
Unternehmens-Steckbrief
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Organisation | BVSV Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen e.V. |
| Gründung | 2014 |
| Schwerpunkt | Risikoanalyse und Risikomanagement |
| Zielgruppe | Unternehmen, Freiberufler, Mittelstand |
| Instrumente | Risk-Check, IRAS |
| Gewerbezentren | Über 200 Standorte bundesweit |
| Fokus | Risikofrüherkennung, Haftungsprävention, StaRUG |
Andreas Schwarz: Der Kopf hinter den BVSV-Gewerbezentren
Eine zentrale Rolle innerhalb des Konzepts der BVSV-Gewerbezentren spielt Andreas Schwarz. Er gilt als Initiator und treibende Kraft beim Aufbau des bundesweiten Netzwerks von Gewerbezentren und verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Versicherungs- und Risikovorsorgebranche.
Seine beruflichen Wurzeln liegen im Versicherungsmaklergeschäft. Dort beobachtete er über viele Jahre, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen häufig keinen zentralen Ansprechpartner für komplexe Risikofragen haben. Unternehmer müssen sich gleichzeitig mit Versicherungen, Datenschutz, Haftungsfragen, Cyberrisiken, Sozialversicherung, Personalthemen und gesetzlichen Vorgaben beschäftigen. Genau aus dieser Beobachtung entstand die Idee der BVSV-Gewerbezentren.
Unternehmerischer Ansatz
Andreas Schwarz verfolgt dabei einen Ansatz, der deutlich über die klassische Versicherungsvermittlung hinausgeht. Im Mittelpunkt steht nicht das einzelne Versicherungsprodukt, sondern die systematische Analyse unternehmerischer Risiken.
Sein Ziel ist es, Unternehmern eine neutrale zweite Meinung zu ermöglichen und Risiken sichtbar zu machen, bevor daraus wirtschaftliche Schäden entstehen.
Dazu sagte Schwarz:
„Viele Unternehmer kleiner und mittlerer Betriebe sind mit einer Vielzahl von Vorschriften und Themen konfrontiert, mit denen sie oft allein gelassen werden. Sie können sich mit ihren Fragen an ein Gewerbezentrum wenden und erhalten dort Antworten und Hilfestellungen, die sie in ihrem geschäftlichen Alltag weiterbringen.“
Ausbau eines bundesweiten Netzwerks
Unter der Führung von Andreas Schwarz entwickelte sich das Konzept seit 2021 von den ersten Standorten zu einem deutschlandweiten Netzwerk mit inzwischen mehr als 200 Gewerbezentren. Nach den veröffentlichten Aussagen verfolgt Schwarz das langfristige Ziel, mehrere tausend Standorte aufzubauen, um Unternehmen nahezu flächendeckend einen regionalen Ansprechpartner anbieten zu können.
Dabei setzt er auf lokale Betreiber mit hoher fachlicher Kompetenz und regionaler Vernetzung. Viele Betreiber kommen aus den Bereichen:
- Versicherungsmakler
- Risikoberatung
- Unternehmensberatung
- Steuerberatung
- Rechtsberatung
Engagement im Bereich StaRUG
Besonders intensiv beschäftigt sich Andreas Schwarz mit den Auswirkungen des StaRUG auf mittelständische Unternehmen. Er gehört zu denjenigen Branchenvertretern, die frühzeitig auf die gesetzlichen Pflichten zur Risikofrüherkennung hingewiesen haben.
Seiner Einschätzung nach unterschätzen viele Unternehmer die persönliche Verantwortung, die sich aus dem Gesetz ergibt:
„Unternehmen müssen laut StaRUG unabhängig von ihrer Größe und Rechtsform ein Risikofrüherkennungssystem einführen. Dafür sind sie haftbar, aber das ist vielen Unternehmern nicht bewusst.“
Was ist das StaRUG?
StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) ist das deutsche Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz. Es schafft einen gesetzlichen Rahmen, mit dem Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten frühzeitig erkennen und unter bestimmten Voraussetzungen eine Restrukturierung außerhalb eines klassischen Insolvenzverfahrens vorbereiten können.
Kurzfassung:
Das StaRUG erlaubt finanziell angeschlagenen Unternehmen eine Restrukturierung ihrer Verbindlichkeiten auch gegen den Willen einzelner Gläubiger, sofern die erforderlichen Mehrheiten zustimmen.
Ziel: Insolvenz verhindern und das Unternehmen erhalten.
Rolle innerhalb des BVSV-Systems
Innerhalb des BVSV-Netzwerks fungiert Andreas Schwarz als Verbindungsglied zwischen dem Verband, den Sachverständigen und den Gewerbezentren. Während der BVSV die fachlichen Standards, Ausbildungskonzepte und Analyseverfahren entwickelt, verantwortet Schwarz die praktische Umsetzung des Gewerbezentrum-Modells im Markt.
Die Idee hinter den BVSV-Gewerbezentren
Die BVSV-Gewerbezentren wurden geschaffen, um insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen einen einfachen Zugang zu professioneller Risikoanalyse und Expertenwissen zu ermöglichen.
Während Großunternehmen über eigene Compliance-Abteilungen, Risikomanager oder Wirtschaftsprüfer verfügen, fehlt vielen mittelständischen Betrieben diese Infrastruktur.
Die Gewerbezentren sollen deshalb als regionale Ansprechpartner fungieren und Unternehmen bei zentralen Fragen unterstützen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Risikobewertung
- Versicherungsschutz
- Cybersecurity
- Datenschutz
- Personalabsicherung
- betriebliche Altersversorgung
- Sozialversicherung
- Unternehmenssicherheit
- Haftungsfragen
- StaRUG-Compliance
Nach Angaben des BVSV existieren inzwischen mehr als 200 Gewerbezentren in Deutschland. Ziel ist ein flächendeckendes Netzwerk regionaler Anlaufstellen für Unternehmer.
Warum Risikomanagement heute wichtiger ist denn je
Der Risk-Check als zentrales Instrument
Im Mittelpunkt der Arbeit vieler BVSV-Gewerbezentren steht der sogenannte Risk-Check. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Analyseverfahren, das verschiedene Risikobereiche eines Unternehmens untersucht.
Erfasst werden unter anderem:
- Betriebsrisiken
- Haftungsrisiken
- Cyberrisiken
- Personalrisiken
- Versicherungsrisiken
- organisatorische Risiken
- finanzielle Risiken
Auf Basis der Ergebnisse wird ein Gutachten erstellt, das Risiken sichtbar macht und konkrete Handlungsempfehlungen enthält.
Ziel ist nicht die Erzeugung von Angst, sondern die Schaffung von Transparenz.
StaRUG: Warum viele Unternehmer die Risiken unterschätzen
Ein besonderes Augenmerk legen die BVSV-Gewerbezentren auf das sogenannte StaRUG.
Das Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen trat Anfang 2021 in Kraft und verpflichtet Unternehmen dazu, bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen.
Viele Unternehmer kennen zwar den Begriff, unterschätzen jedoch die praktische Tragweite.
Zu den wesentlichen Anforderungen gehören:
- Einrichtung geeigneter Frühwarnsysteme
- kontinuierliche Überwachung von Risiken
- Dokumentation relevanter Entwicklungen
- rechtzeitige Einleitung von Gegenmaßnahmen
Unterlassungen können im Ernstfall Haftungsrisiken für Geschäftsführer nach sich ziehen.
Andreas Schwarz weist darauf hin:
„Unternehmen müssen laut StaRUG unabhängig von ihrer Größe und Rechtsform ein Risikofrüherkennungssystem einführen. Dafür sind sie haftbar, aber das ist vielen Unternehmern nicht bewusst.“
Diese Aussage ist als unternehmerische Risikoeinschätzung zu verstehen. Rechtlich richtet sich § 1 StaRUG insbesondere an Geschäftsleiter haftungsbeschränkter Unternehmensträger. Für Einzelunternehmer und nicht haftungsbeschränkte Strukturen können sich Risikopflichten aus anderen gesetzlichen, vertraglichen oder kaufmännischen Sorgfaltspflichten ergeben.
Welche Unternehmen profitieren besonders?
Das Konzept richtet sich vor allem an:
- Handwerksbetriebe
- Dienstleistungsunternehmen
- Familienunternehmen
- Freiberufler
- Gewerbetreibende
- mittelständische Produktionsbetriebe
- regionale Handelsunternehmen
Gerade Unternehmen ohne eigene Risikoabteilung profitieren von externen Analysen und strukturierten Handlungsempfehlungen.
Netzwerk statt Einzelberatung
Ein wichtiger Bestandteil des Modells ist das Expertennetzwerk. Je nach Fragestellung können Unternehmer auf Fachwissen aus unterschiedlichen Bereichen zugreifen:
- Steuerberater
- Rechtsanwälte
- Versicherungsexperten
- Datenschutzberater
- IT-Sicherheitsspezialisten
- Unternehmensberater
Dadurch sollen Unternehmen nicht nur Einzelinformationen erhalten, sondern ganzheitliche Lösungsansätze entwickeln können.
Auszeichnung für das Gewerbezentrum-Konzept
Das Konzept der BVSV-Gewerbezentren wurde nach Angaben des Unternehmens 2023 von der Fachzeitschrift FinanzBusiness für innovative Vertriebsunterstützung ausgezeichnet.
Die Jury hob insbesondere die Aufklärungsarbeit rund um das StaRUG und die Unterstützung mittelständischer Unternehmen hervor.
Fazit
Die BVSV-Gewerbezentren verfolgen einen Ansatz, der angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten an Bedeutung gewinnt. Während viele Unternehmen Risiken erst dann wahrnehmen, wenn bereits Schäden entstanden sind, setzt das Konzept auf Prävention, Analyse und strukturierte Risikofrüherkennung.
Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen erhalten dadurch Zugang zu Fachwissen, das sonst häufig nur größeren Organisationen zur Verfügung steht. Der Fokus auf Risikoanalysen, Expertennetzwerke und die praktische Umsetzung gesetzlicher Anforderungen wie dem StaRUG macht die Gewerbezentren zu einer interessanten Anlaufstelle für Unternehmer, die ihre betriebliche Resilienz stärken möchten.
Quellenverzeichnis
Offizielle Unternehmens- und Verbandsquellen
- BVSV Gewerbezentrum GmbH & Co. KG
- Andreas Schwarz – Unternehmensprofil und Interviews
Business Leaders Profil Andreas Schwarz
Gesetzliche Grundlagen
- Bundesministerium der Justiz – Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz (StaRUG)
StaRUG – Gesetzestext - Bundesministerium der Justiz – Gesetze im Internet
Unternehmens- und Wirtschaftsdaten
- Unternehmensregister Deutschland
- Bundesanzeiger
- North Data – Unternehmensinformationen
Wirtschaft und Mittelstand
- Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM)
- Statistisches Bundesamt (Destatis)
- Deutscher Industrie- und Handelskammertag DIHK
Weiterführende Informationen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ein BVSV-Gewerbezentrum?
Ein BVSV-Gewerbezentrum ist eine regionale Anlaufstelle für Unternehmen, die Unterstützung bei Risikoanalysen, Risikomanagement und gesetzlichen Anforderungen benötigen.
Was kostet eine Risikoanalyse?
Nach Angaben des BVSV wird für einen Risk-Check mit abschließendem Gutachten eine Gebühr von 250 Euro erhoben. Die Erstberatung ist grundsätzlich kostenfrei.
Was bedeutet StaRUG für Unternehmer?
Das StaRUG verpflichtet Unternehmen dazu, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Krisenvermeidung einzuleiten.
Für welche Unternehmen eignet sich das Angebot?
Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, Freiberufler sowie inhabergeführte Betriebe können von den Leistungen profitieren.
Welche Risiken werden analysiert?
Je nach Unternehmensstruktur können betriebliche, finanzielle, rechtliche, personelle und technische Risiken untersucht werden.

