Wasserknappheit macht neue Hygienelösungen erforderlich – Saubere Hände gehören weltweit zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionskrankheiten. Gleichzeitig fehlt Millionen Menschen nach wie vor ein verlässlicher Zugang zu sauberem Wasser und hygienischen Sanitäreinrichtungen. Besonders in Krisengebieten, nach Naturkatastrophen oder in Flüchtlingslagern ist regelmäßiges Händewaschen häufig nur eingeschränkt möglich.
„Innovation entfaltet ihren gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn ihre Wirksamkeit nachvollziehbar dokumentiert und unabhängig überprüfbar ist.“
– SCOREDEX Research Team
Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Technologien zur Handhygiene zunehmend an Bedeutung. Eine davon ist Soapeya, eine wasserlose Handreinigungslösung der SW Save the Water GmbH. Das Produkt soll eine hygienische Reinigung der Hände ohne Wasser ermöglichen und wird inzwischen nicht nur in Pilotprojekten, sondern auch bei humanitären Hilfseinsätzen eingesetzt.
Soapeya – Wasserlose Handhygiene im Überblick:
- Wasserlose Handhygiene im Fokus
- Syrien-Einsatz unter Krisenbedingungen
- Dermatest bestätigt hohe Reinigungsleistung
- Mikrobiom bleibt laut Tests erhalten
- Weitere unabhängige Studien sinnvoll
- Impact und Transparenz entscheidend
Wasser sparen, Hygiene sichern – zwischen Innovation und wissenschaftlicher Validierung
WHO und UNICEF weisen seit Jahren darauf hin, dass Defizite bei Wasser-, Sanitär- und Hygienediensten (WASH) erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben.
Für SCOREDEX stellt sich dabei nicht die Frage, ob Innovationen grundsätzlich sinnvoll sind, sondern welche Aussagen bereits belastbar dokumentiert sind und an welchen Stellen weiterer wissenschaftlicher Nachweis sinnvoll erscheint.
Was ist Soapeya?
Soapeya ersetzt die klassische Handwäsche durch ein pflanzenbasiertes Granulat. Während der Anwendung werden Schmutzpartikel und Mikroorganismen mechanisch von den Händen gelöst. Anschließend wird das Granulat einfach abgeklopft; Wasser ist nicht erforderlich.
Nach Angaben des Unternehmens richtet sich das Produkt insbesondere an Einsatzgebiete mit eingeschränkter Wasserversorgung:
- humanitäre Krisengebiete
- Entwicklungshilfeprojekte
- Katastrophenschutz
- Landwirtschaft
- mobile Arbeitsplätze
- Outdoor- und Expeditionseinsätze
Der Ansatz unterscheidet sich damit deutlich von alkoholbasierten Desinfektionsmitteln, deren primäres Ziel die Keimreduktion ist. Soapeya verfolgt den Ansatz einer wasserlosen mechanischen Reinigung.
Soapeya – Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Produkt | Wasserlose Handreinigung auf Granulatbasis |
| Hersteller | SW Save the Water GmbH |
| Investor | DN Group AG (Beteiligung) |
| Anwendung | Handreinigung ohne Wasser |
| Einsatzgebiete | Krisengebiete, Entwicklungshilfe, Outdoor, Landwirtschaft |
| Laborprüfung | Dermatest: Bestnote „Exzellent“ (laut Unternehmensangaben) |
| Reinigungsleistung | 99,5 % (laut Unternehmensangaben) |
| Besonderheit | Erhalt des Hautmikrobioms laut Dermatest |
| Aktuelle Projekte | Syrien, Ghana, Mosambik |
| SCOREDEX-Einschätzung | Interessante Innovation mit weiterem Validierungspotenzial |
Aktuelle Entwicklung: Einsatz in Syrien
Eine aktuelle Unternehmensmitteilung berichtet über den Einsatz von Soapeya im Rahmen eines humanitären Hilfsprojekts in Syrien.
Demnach werden rund sechs Tonnen Soapeya in den Regionen Idlib und Ar-Raqqa verteilt. Nach Unternehmensangaben entspricht dies etwa zwölf Millionen möglichen Handreinigungen, wodurch mehr als 13.000 Menschen über einen Zeitraum von rund sechs Monaten regelmäßig versorgt werden könnten.
Die Auswahl des Einsatzgebietes erscheint nachvollziehbar. Nach Angaben von UNICEF ist die Wasserinfrastruktur in weiten Teilen Syriens weiterhin erheblich beeinträchtigt. Millionen Menschen sind auf Unterstützung im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene angewiesen.
Die angekündigte Verteilung stellt daher einen praktischen Anwendungsfall unter realen Krisenbedingungen dar. Aussagen über die langfristige Wirksamkeit oder gesundheitliche Auswirkungen dieses Einsatzes liegen derzeit jedoch noch nicht öffentlich vor.
Wissenschaftliche Prüfung: Was ist bislang belegt?
Zu den derzeit wichtigsten öffentlich kommunizierten Nachweisen zählt eine Untersuchung des unabhängigen Prüfinstituts Dermatest.
Nach Unternehmensangaben wurden dabei unter anderem folgende Ergebnisse erzielt:
- Reinigungsleistung von 99,5 Prozent bei künstlich verschmutzten Händen
- Bewertung mit der Dermatest-Bestnote „Exzellent“
- Auszeichnung „Microbiome Friendly“
- Nachweis einer stabilen mikrobiellen Diversität der Haut mittels rRNA-Gensequenzierung
- keine Austrocknung der Haut während der Untersuchung
Diese Ergebnisse stellen wichtige technische Nachweise dar. Allerdings sind die vollständigen Prüfberichte bislang nicht öffentlich zugänglich. Eine unabhängige wissenschaftliche Veröffentlichung in einem peer-reviewten Fachjournal liegt nach aktuellem Kenntnisstand ebenfalls nicht vor.
Für die wissenschaftliche Einordnung wären künftig veröffentlichte Studiendaten und Reproduktionsstudien durch unabhängige Forschungseinrichtungen von zusätzlichem Interesse.
Praxiserfahrungen aus Ghana und Mosambik
Neben Laboruntersuchungen wurden inzwischen mehrere Feldanwendungen durchgeführt.
Bereits bekannte Untersuchungen in Mosambik zeigten eine hohe Akzeptanz insbesondere in Schulen und auf lokalen Märkten. Gleichzeitig wurden Vorbehalte im medizinischen Umfeld dokumentiert. Gerade diese differenzierte Darstellung erhöht die Nachvollziehbarkeit der bisherigen Ergebnisse.
Neu hinzugekommen sind Erfahrungen aus Ghana. Dort wurde Soapeya gemeinsam mit Plan International eingesetzt. Nach Unternehmensangaben berichteten insbesondere Frauen, die körperlich schwere Feldarbeit verrichten, über positive Erfahrungen hinsichtlich Handpflege, einer Verringerung von Schwielen sowie einer schnelleren Regeneration kleiner Hautrisse.
Diese Beobachtungen sind interessant, ersetzen jedoch keine kontrollierten dermatologischen Vergleichsstudien.
Warum das Thema gesellschaftlich relevant ist
Internationale Organisationen weisen seit Jahren darauf hin, dass fehlende Handhygiene erhebliche gesundheitliche Folgen haben kann.
Die WHO betont regelmäßig, dass konsequente Handhygiene zu den wirksamsten Maßnahmen der Infektionsprävention gehört. Gleichzeitig erschweren fehlender Zugang zu Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene in vielen Regionen die Umsetzung entsprechender Maßnahmen.
Vor diesem Hintergrund könnten wasserlose Reinigungssysteme dort einen zusätzlichen Nutzen entfalten, wo klassische Handwäsche praktisch nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.
Sie ersetzen jedoch nicht automatisch etablierte Hygienestandards in Krankenhäusern oder anderen sensiblen medizinischen Bereichen. Für diese Anwendungen gelten weiterhin spezifische medizinische Leitlinien.
Transparenz bleibt der entscheidende Vertrauensfaktor
Aus Sicht von SCOREDEX zeichnet sich derzeit folgendes Bild:
Positiv hervorzuheben sind
- nachvollziehbare technische Produktbeschreibung,
- unabhängige Laborprüfung durch Dermatest,
- erste dokumentierte Praxiseinsätze,
- realer humanitärer Einsatz in Syrien,
- transparente Kommunikation bestehender Akzeptanzgrenzen.
SCOREDEX-Einschätzung
Soapeya zählt zu den innovativen Entwicklungen im Bereich nachhaltiger Handhygiene, die ein konkretes gesellschaftliches Problem adressieren: den fehlenden Zugang zu sauberem Wasser in Krisenregionen und anderen wasserarmen Einsatzgebieten. Die bislang veröffentlichten Laborergebnisse, dokumentierten Praxistests sowie der aktuelle humanitäre Einsatz in Syrien zeigen, dass das Konzept den Schritt von der Entwicklung in die praktische Anwendung bereits erfolgreich vollzieht.
Positiv hervorzuheben ist zudem, dass neben Laboruntersuchungen inzwischen erste Erfahrungen aus realen Einsatzszenarien vorliegen. Solche Anwendungen liefern wichtige Erkenntnisse über Akzeptanz, Alltagstauglichkeit und potenzielle Einsatzfelder und ergänzen die technischen Prüfungen um einen praxisnahen Blick.
Wie bei jeder technologischen Innovation gilt jedoch auch hier: Langfristiges Vertrauen entsteht vor allem durch Transparenz und wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit. Zusätzliche unabhängige Studien, veröffentlichte Prüfberichte sowie weitere internationale Praxiserfahrungen würden die Aussagekraft der bisherigen Ergebnisse weiter stärken und die Einordnung für Hilfsorganisationen, öffentliche Beschaffungsstellen, Investoren und Anwender erleichtern.
Nach dem derzeit öffentlich verfügbaren Informationsstand präsentiert sich Soapeya als eine vielversprechende Innovation mit erkennbarem gesellschaftlichem und ökologischem Potenzial. Sollte sich die positive Entwicklung durch weitere unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen und zusätzliche internationale Anwendungen bestätigen, könnte das Produkt einen nachhaltigen Beitrag zu einer ressourcenschonenden und zugleich wirksamen Handhygiene in unterschiedlichsten Einsatzbereichen leisten.
Quellenverzeichnis
- WHO – World Hand Hygiene Day 2026
- WHO – Hand Hygiene Campaign 2026
- UNICEF – Water, Sanitation and Hygiene (WASH) Syria
- UNICEF – WASH Response Syria 2026
- Unternehmensmitteilungen der DN Group AG / SW Save the Water GmbH (Dermatest, Ghana, Syrien)
- Dermatest (Unternehmensangaben zum Prüfverfahren)
Soapeya ist ein wasserloses Handreinigungssystem auf Basis eines pflanzenbasierten Granulats. Es soll eine hygienische Reinigung der Hände ermöglichen, ohne dass Wasser benötigt wird.
Das Granulat wird zwischen den Händen verrieben. Dabei werden Schmutzpartikel und Mikroorganismen mechanisch gelöst. Anschließend wird das Granulat einfach abgeklopft.
Nein. Das Produkt wurde speziell für Anwendungen entwickelt, bei denen kein fließendes Wasser zur Verfügung steht.
Nach Angaben des Unternehmens bescheinigte das unabhängige Institut Dermatest eine Reinigungsleistung von 99,5 % auf künstlich verschmutzten Händen. Die vollständigen Prüfberichte sind bislang nicht öffentlich verfügbar.
Nach Unternehmensangaben wurde mittels einer rRNA-Gensequenzierung nachgewiesen, dass Soapeya das natürliche Mikrobiom der Haut nicht beeinträchtigt. Dadurch erhielt das Produkt das Dermatest-Siegel „Microbiome Friendly“.
Neben Pilotprojekten in Ghana und Mosambik wird Soapeya aktuell auch im Rahmen humanitärer Hilfseinsätze in Syrien eingesetzt. Dort sollen laut Unternehmensangaben mehrere Millionen wasserlose Handreinigungen ermöglicht werden.
Für klassische medizinische Anwendungen gelten besondere Hygienevorschriften. Ob und in welchem Umfang Soapeya dort eingesetzt werden kann, bedarf weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen sowie gegebenenfalls regulatorischer Bewertungen.
Quellenverzeichnis
Internationale Organisationen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Hand Hygiene und Infektionsprävention
- UNICEF – Water, Sanitation and Hygiene (WASH)
- UNICEF Syria – Wasser- und Hygienesituation in Syrien
Wissenschaft und Prüfungen
- Dermatest GmbH – Unternehmensangaben zur Produktprüfung
- Veröffentlichungen zum Hautmikrobiom und rRNA-Gensequenzierung (Unternehmensangaben)
Unternehmensquellen
- DN Group AG – Pressemitteilungen zu Soapeya und SW Save the Water GmbH
- SW Save the Water GmbH – Unternehmensinformationen
- Plan International – Projektinformationen Ghana (soweit öffentlich verfügbar)
Kapitalmarkt
- Deutsche Börse – EQS-News der DN Group AG
- PR Newswire
- wallstreet:online
Redaktioneller Hinweis (SCOREDEX-Standard)
Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag dient ausschließlich der journalistischen Information. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Die Bewertung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie den zum Veröffentlichungszeitpunkt verfügbaren Unternehmensangaben und unabhängigen Quellen. Zukunftsprognosen, Marktpotenziale und Unternehmensziele unterliegen naturgemäß Unsicherheiten und stellen keine gesicherten Tatsachen dar.
