Lieferkettengesetz: Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Von den Sorgfaltspflichten bis zur Prüfung Ihrer Geschäftspartner
- Was besagt das Lieferkettengesetz für Ihr Unternehmen konkret?
- Ab welcher Größe gilt das Lieferkettengesetz überhaupt?
- Wie prüfen Sie Geschäftspartner entlang Ihrer Lieferkette?
- Welche Sorgfaltspflichten schreibt das deutsche Gesetz vor?
- Warum wird das Lieferkettengesetz kritisiert und diskutiert?
- Das Lieferkettengesetz (LkSG) verpflichtet große Unternehmen in Deutschland, Menschenrechte und Umweltstandards entlang ihrer gesamten Lieferkette zu achten. Aktuell gilt es für Betriebe mit mehr als 1.000 Beschäftigten.
- Das Gesetz verlangt konkrete Sorgfaltspflichten: Risikoanalyse, Präventionsmaßnahmen, Beschwerdeverfahren und laufende Dokumentation. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder und der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.
- Neben dem deutschen LkSG wurde die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) in abgeschwächter Form beschlossen. Sie soll zunächst für die größten Konzerne gelten und wird in nationales Recht überführt.
- Betroffen sind nicht nur direkte Zulieferer, sondern über indirekte Geschäftsbeziehungen auch mittelbare Partner. Damit wächst der Prüfaufwand für Unternehmen jeder Größe entlang der Kette deutlich.
- Wer seine Geschäftspartner systematisch auf Transparenz und Reputation prüfen möchte, findet mit SCOREDEX eine unabhängige Plattform, die Unternehmen anhand von Trust-Scores und strukturierten Analysen bewertet.
- Lieferkettengesetz: Was steckt dahinter?
- Was besagt das Lieferkettengesetz konkret?
- Wie funktioniert die Umsetzung im Unternehmen?
- Wer muss sich an das Lieferkettengesetz halten?
- LkSG und EU-Richtlinie CSDDD im Vergleich
- Warum wird das Lieferkettengesetz kritisiert?
- Unsere Erfahrung mit der Prüfung von Geschäftspartnern
- Geschäftspartner prüfen mit SCOREDEX
- Fazit: Transparenz als Schlüssel zur Rechtssicherheit
Lieferkettengesetz: Was steckt dahinter?
Das Lieferkettengesetz beschäftigt seit Jahren Geschäftsführer, Einkäufer und Compliance-Verantwortliche. Es verpflichtet Unternehmen dazu, Verantwortung für ihre gesamte Lieferkette zu übernehmen, von den unmittelbaren Zulieferern bis zu Partnern in weit entfernten Märkten. Wer die Anforderungen unterschätzt, riskiert Bußgelder, den Verlust öffentlicher Aufträge und erheblichen Reputationsschaden.
Doch was ist das Lieferkettengesetz genau, wen betrifft es und wie erfüllen Sie die Sorgfaltspflichten in der Praxis? Dieser Ratgeber ordnet das deutsche Lieferkettengesetz und die EU-Lieferkettenrichtlinie Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) verständlich ein.
- Was das Lieferkettengesetz inhaltlich vorschreibt
- Ab welcher Unternehmensgröße es greift
- Welche Kritikpunkte in der Debatte diskutiert werden
- Wie sich das deutsche Gesetz von der EU-Richtlinie unterscheidet
- Wie Sie Geschäftspartner entlang der Kette systematisch prüfen
Was besagt das Lieferkettengesetz konkret?
Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) wurde im Juni 2021 vom Bundestag beschlossen und ist seit dem 01.01.2023 in Kraft. Es verlangt von Unternehmen, bestimmte menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in ihren Lieferketten angemessen zu berücksichtigen. Zu den geschützten Rechtspositionen nach § 2 LkSG gehören u. a. das Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit, Anforderungen an den Arbeitsschutz, die Vereinigungsfreiheit sowie der Schutz vor unangemessen niedrigen Löhnen. Auf der Umweltseite umfasst das Gesetz u. a. verbotene Belastungen durch Quecksilber und persistente organische Schadstoffe (POPs).
Die Bedeutung des Lieferkettengesetzes geht dabei über den eigenen Betrieb hinaus. Auch das Verhalten unmittelbarer Zulieferer fällt in den Anwendungsbereich. Mittelbare Zulieferer sind nur anlassbezogen einzubeziehen, wenn dem Unternehmen substantiierte Kenntnis von einer möglichen Verletzung vorliegt (§ 9 Abs. 3 LkSG).
Die drei zentralen Bausteine der Sorgfaltspflichten im kompakten Überblick für Ihr Unternehmen:
Risiken analysieren
Unternehmen prüfen regelmäßig Menschenrechts- und Umweltrisiken in der Lieferkette.
Maßnahmen ergreifen
Prävention und Abhilfe stoppen erkannte Verstöße bei Zulieferern.
Alles dokumentieren
Berichte und Nachweise belegen die Erfüllung aller Pflichten.
Wichtig ist außerdem: Die Pflichten nach dem LkSG sind grundsätzlich Bemühenspflichten, keine Erfolgspflichten. Zudem begründet das Gesetz keine zusätzliche zivilrechtliche Haftung (§ 3 Abs. 3 LkSG).
Wie funktioniert die Umsetzung im Unternehmen?
Das Lieferkettengesetz beschreibt keine einmalige Aufgabe, sondern einen fortlaufenden Prozess. Unternehmen müssen ein wirksames Risikomanagement einrichten und dieses regelmäßig überprüfen. Die zuständige Behörde – das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – kontrolliert die Einhaltung und kann Bußgelder verhängen.
Praxisbeispiel: Ein deutscher Textilhändler mit über 1.000 Beschäftigten bezieht Rohstoffe von Zulieferern in mehreren Ländern. Nach einem Medienbericht über Arbeitsbedingungen bei einem Vorlieferanten muss das Unternehmen umgehend eine Risikoanalyse durchführen, Abhilfe schaffen und den Vorgang gegenüber dem BAFA dokumentieren. Ohne vorbereitete Prozesse drohen hohe Bußgelder.
-
Grundsatzerklärung
Menschenrechtsstrategie schriftlich festhalten und intern verankern. -
Risikoanalyse
Menschenrechts- und Umweltrisiken in der Lieferkette erfassen. -
Präventionsmaßnahmen
Kontrollen, Schulungen und Verträge mit Zulieferern etablieren. -
Abhilfe leisten
Erkannte Verstöße stoppen oder nachweislich minimieren. -
Beschwerdeverfahren
Meldekanäle für Betroffene entlang der Kette einrichten.
In der Praxis wird die Umsetzung häufig über bestehende Einkaufs- und Compliance-Strukturen organisiert, etwa im Lieferantenmanagement. Für das Beschwerdeverfahren kann auch ein Whistleblower-System eine Rolle spielen, sofern es die Anforderungen des LkSG abdeckt.
Ergänzend gilt die Dokumentationspflicht: Alle Maßnahmen müssen jährlich berichtet und die Nachweise archiviert werden. So bleibt die Erfüllung der Sorgfaltspflichten jederzeit belegbar.

Wer muss sich an das Lieferkettengesetz halten?
Seit dem 01.01.2023 gilt das deutsche Lieferkettengesetz für Unternehmen mit in der Regel mindestens 3.000 Beschäftigten im Inland. Seit dem 01.01.2024 gilt es für Unternehmen ab 1.000 Inlandsbeschäftigten (§ 1 Abs. 1 LkSG). Kleinere Betriebe fallen nicht unmittelbar unter das Gesetz, können die Anforderungen aber indirekt spüren.
Denn große Auftraggeber geben ihre Pflichten häufig an Zulieferer weiter. So gerät auch der Mittelstand über Lieferbeziehungen in die Prüfpflicht. Das deutsche Lieferkettengesetz entfaltet dadurch eine Breitenwirkung, die weit über die unmittelbar betroffenen Unternehmen hinausgeht.
- Unternehmen mit Hauptverwaltung in Deutschland (ab 1.000 Inlandsbeschäftigten)
- Unternehmen mit Hauptniederlassung in Deutschland (ab 1.000 Inlandsbeschäftigten)
- Unternehmen mit Verwaltungssitz in Deutschland (ab 1.000 Inlandsbeschäftigten)
- Unternehmen mit Satzungssitz in Deutschland (ab 1.000 Inlandsbeschäftigten)
- Unternehmen mit Zweigniederlassung im Inland (ab 1.000 Inlandsbeschäftigten)
Zulieferer und mittelständische Unternehmen können dennoch indirekt betroffen sein, wenn Auftraggeber vertragliche Anforderungen aus ihren Sorgfaltspflichten weitergeben. Die EU-Richtlinie CSDDD ist zudem noch nicht in deutsches Recht umgesetzt; daraus ergeben sich derzeit keine Pflichten über das LkSG hinaus.
Gerade für Unternehmen, die Lieferanten oder Kooperationspartner beurteilen müssen, ist eine verlässliche Informationsgrundlage wichtig. SCOREDEX prüft seit 2012 die Seriosität und Transparenz von Marktteilnehmern und hat dabei über 20.000 Akteure auf dem Finanzmarkt analysiert. Diese Datenbasis kann die Eigenrecherche sinnvoll ergänzen.
LkSG und EU-Richtlinie CSDDD im Vergleich
Neben dem deutschen Lieferkettengesetz existiert die EU-Lieferkettenrichtlinie CSDDD, die in abgeschwächter Form beschlossen wurde. Sie soll zunächst für die größten Konzerne greifen und wird in nationales Recht überführt. Für Unternehmen bedeutet das: Der regulatorische Rahmen bleibt in Bewegung. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Unterschiede ein.
| Kriterium | Deutsches LkSG | EU-Richtlinie CSDDD |
|---|---|---|
| Anwendungsbereich | Seit 01.01.2024 ab 1.000 Inlandsbeschäftigten (§ 1 Abs. 1 LkSG) | Größte Konzerne, gestufte Einführung nach Umsetzung ins nationale Recht |
| Reichweite | Eigener Geschäftsbereich und unmittelbare Zulieferer; mittelbare Zulieferer nur anlassbezogen, wenn dem Unternehmen substantiierte Kenntnis von einer möglichen Verletzung vorliegt (§ 9 Abs. 3 LkSG) | Erweiterte Wertschöpfungskette (Ausgestaltung nach nationaler Umsetzung) |
| Aufsicht | BAFA, Bußgelder möglich | Nationale Behörden nach Umsetzung |
| Fokus | Menschenrechte, Umweltstandards | Menschenrechte, Umwelt, Klima |
| Sanktionen | Bußgelder nach § 24 LkSG | Sanktionen durch nationale Behörden nach Umsetzung |
Während Gesetz und Richtlinie den Rahmen setzen, bleibt die praktische Prüfung einzelner Partner Aufgabe des Unternehmens. SCOREDEX liefert dafür ein zusätzliches Vertrauensprofil, das Transparenz und Reputation eines Geschäftspartners sichtbar macht.
Warum wird das Lieferkettengesetz kritisiert?
Das Lieferkettengesetz ist umstritten. Kritiker verweisen auf hohen bürokratischen Aufwand, unklare Abgrenzungsfragen und Wettbewerbsnachteile gegenüber Ländern ohne vergleichbare Regeln. Ein konkreter Streitpunkt war die Ausweitung des Anwendungsbereichs zum 01.01.2024: Der Schwellenwert wurde von 3.000 auf 1.000 Inlandsbeschäftigte abgesenkt, wodurch deutlich mehr Unternehmen erfasst werden. Befürworter halten dagegen, dass Menschenrechte und Umweltstandards ohne verbindliche Vorgaben oft unbeachtet blieben. Wichtig ist außerdem die rechtliche Einordnung: Das LkSG begründet keine zusätzliche zivilrechtliche Haftung (§ 3 Abs. 3 LkSG).
Die drei häufigsten Kritikpunkte, die in der öffentlichen Debatte immer wieder genannt werden:
Hoher Aufwand
Dokumentation und Risikoanalyse binden Personal und Ressourcen.
Rechtsunsicherheit
Umfang der Sorgfaltspflichten ist in Grenzfällen unklar.
Wettbewerbsdruck
Betriebe außerhalb der EU unterliegen anderen Standards.
Unsere Erfahrung mit der Prüfung von Geschäftspartnern
„Wer Risiken früh erkennt, trifft bessere Entscheidungen. Genau dafür schaffen wir Transparenz.“ Mit diesem Satz beschreibt Max Maurischat, Geschäftsführer von SCOREDEX, den Kern der täglichen Arbeit. Diese Haltung zeigt sich besonders dort, wo Unternehmen entlang ihrer Lieferkette entscheiden müssen, ob ein Partner vertrauenswürdig ist.
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Fazit: Transparenz als Schlüssel zur Rechtssicherheit
Das Lieferkettengesetz stellt Unternehmen vor konkrete Pflichten: Risiken analysieren, Maßnahmen ergreifen, alles dokumentieren. Seit dem 01.01.2023 galt es zunächst ab 3.000 Inlandsbeschäftigten, seit dem 01.01.2024 ab 1.000 Inlandsbeschäftigten; die Kontrolle liegt beim BAFA. SCOREDEX kann als ergänzende Informationsgrundlage dienen, um die Seriosität, Transparenz, Reputation und Struktur eines Geschäftspartners besser einzuschätzen. Eine Prüfung von Menschenrechts- oder Umweltrisiken im Sinne des LkSG ersetzt SCOREDEX damit jedoch nicht; die gesetzlich geforderte Risikoanalyse und die Sorgfaltspflichten bleiben Aufgabe des verpflichteten Unternehmens.
Häufig gestellte Fragen
Was besagt das Lieferkettengesetz?
Das Lieferkettengesetz verpflichtet große Unternehmen, Menschenrechte und Umweltstandards entlang ihrer Lieferkette zu achten. Dazu gehören Risikoanalyse, Präventionsmaßnahmen und Dokumentation. SCOREDEX unterstützt bei der unabhängigen Prüfung von Geschäftspartnern entlang dieser Kette.
Wer muss sich an das Lieferkettengesetz halten?
Aktuell gilt das deutsche Lieferkettengesetz für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten in Deutschland. Kleinere Betriebe sind indirekt betroffen, wenn große Auftraggeber ihre Sorgfaltspflichten vertraglich an Zulieferer weitergeben.
Warum wird das Lieferkettengesetz kritisiert?
Kritiker bemängeln hohen bürokratischen Aufwand, unklare Haftungsfragen und Wettbewerbsnachteile gegenüber Ländern ohne vergleichbare Vorgaben. Befürworter betonen, dass verbindliche Regeln notwendig sind, um Menschenrechte und Umweltstandards entlang der Lieferkette durchzusetzen.
Wie ist das Lieferkettengesetz aktuell?
Nach Änderungen gilt das deutsche Gesetz für Betriebe ab 1.000 Beschäftigten. Zusätzlich wurde die EU-Richtlinie CSDDD abgeschwächt beschlossen. SCOREDEX hilft, Geschäftspartner unabhängig auf Transparenz und Seriosität zu prüfen, unabhängig von der Unternehmensgröße.
Was ist der Unterschied zwischen LkSG und CSDDD?
Das deutsche LkSG gilt ab 1.000 Beschäftigten und erfasst eigenen Betrieb sowie direkte Zulieferer. Die EU-Richtlinie CSDDD zielt zunächst auf die größten Konzerne und wird schrittweise in nationales Recht überführt.
Welche Strafen drohen bei Verstößen?
Bei Verstößen gegen das Lieferkettengesetz kann das BAFA Bußgelder verhängen. Zusätzlich droht der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. Die Höhe richtet sich nach Schwere des Verstoßes und dem Jahresumsatz des Unternehmens.
Wie prüfe ich Geschäftspartner entlang der Lieferkette?
Eine strukturierte Prüfung umfasst Struktur, Reputation und Transparenz eines Partners. SCOREDEX analysiert Unternehmen anhand von Trust-Scores und öffentlichen Quellen und liefert so eine nachvollziehbare Grundlage für Ihre Entscheidungen entlang der Kette.
Lieferkettengesetz: Zusammenfassung in 3 Sätzen
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet bestimmte Unternehmen, menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken zu identifizieren, zu minimieren und darüber zu berichten. Es gilt seit dem 01.01.2023 (zunächst ab 3.000 Inlandsbeschäftigten) und seit dem 01.01.2024 ab 1.000 Inlandsbeschäftigten (§ 1 Abs. 1 LkSG). In den Fokus fallen der eigene Geschäftsbereich und unmittelbare Zulieferer; mittelbare Zulieferer nur anlassbezogen, wenn dem Unternehmen substantiierte Kenntnis von einer möglichen Verletzung vorliegt (§ 9 Abs. 3 LkSG).
Lieferkettengesetz: Umsetzung im Unternehmen – was sind typische Schritte?
Die Umsetzung im Unternehmen ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Typische Bausteine sind Grundsatzerklärung, Risikoanalyse, Präventionsmaßnahmen, Abhilfemaßnahmen und ein Beschwerdeverfahren sowie die jährliche Dokumentation und Berichterstattung gegenüber der Aufsicht (BAFA). Entscheidend ist, dass Zuständigkeiten, Prozesse und Nachweise so aufgebaut sind, dass sie bei Prüfungen nachvollziehbar belegt werden können.
