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Offene Immobilienfonds in der Krise – Wird aus Betongold jetzt Betonschrott?

Ronald Ackermann

SCOREDEX Analyst

9. Juli. 2026 22 Min. Lesezeit

Offene Immobilienfonds in der Krise – Offene Immobilienfonds galten über Jahrzehnte als Synonym für Stabilität und Werterhalt. Millionen Anleger vertrauten auf das Versprechen einer konservativen Sachwertanlage. Doch Rücknahmestopps, Fondsabwicklungen und sinkende Immobilienbewertungen werfen zunehmend Fragen auf. Handelt es sich lediglich um eine vorübergehende Marktphase oder um strukturelle Schwächen einer gesamten Anlageklasse? Das SCOREDEX Research Team analysiert die aktuellen Entwicklungen, ordnet sie ein und beleuchtet die Folgen für Anleger.

„Nicht sinkende Immobilienpreise gefährden das Vertrauen der Anleger. Gefährlich wird es, wenn veröffentlichte Bewertungen und die wirtschaftliche Realität zeitlich auseinanderlaufen.“
– SCOREDEX Research Team

Offene Immobilienfonds in der Krise – Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Rücknahmestopps nehmen deutlich zu
  • Bewertungen geraten unter Druck
  • Liquidität wird zum Risiko
  • Vertrauen entscheidet über Kapital
  • Transparenz gewinnt an Bedeutung
  • Anleger sollten Risiken prüfen

 

Offene Immobilienfonds in der Krise

Offene Immobilienfonds – Die stille Krise einer jahrzehntelang sicheren Anlageklasse

Über Jahrzehnte galten offene Immobilienfonds als Musterbeispiel einer konservativen Kapitalanlage. Banken, Sparkassen und Vermögensberater empfahlen sie Millionen Privatanlegern als solide Ergänzung für die Altersvorsorge. Das Verkaufsversprechen war ebenso einfach wie überzeugend: Immobilien seien wertbeständig, Mieteinnahmen sorgten für kontinuierliche Erträge und professionelle Fondsmanager würden Risiken breit streuen. Im Gegensatz zu Aktien seien starke Kursschwankungen kaum zu erwarten. Wer Sicherheit suchte, fand sie – so zumindest die Erzählung – im sprichwörtlichen Betongold.

Doch genau dieses Narrativ beginnt zu zerbrechen.

Seit Beginn des Jahres 2026 häufen sich Meldungen, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären. Innerhalb weniger Monate mussten mehrere offene Immobilienfonds die Rücknahme von Anteilen aussetzen oder sogar ihre vollständige Abwicklung ankündigen. Betroffen sind unter anderem der WERTGRUND WohnSelect D, Fokus Wohnen Deutschland, UBS (D) Euroinvest Immobilien, Habona Nahversorgungsfonds Deutschland, Leading Cities Invest sowie der Aachener Spar- und Stiftungsfonds. Jeder einzelne Fall besitzt seine Besonderheiten. Gemeinsam zeichnen sie jedoch ein Bild, das weit über einzelne Fonds hinausweist.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht mehr, warum einzelne Fonds in Schwierigkeiten geraten sind. Die eigentliche Frage lautet, ob die gesamte Produktgattung offener Immobilienfonds vor einer grundlegenden Vertrauenskrise steht.

Warum offene Immobilienfonds plötzlich unter Druck geraten

Diese Entwicklung kommt keineswegs überraschend. Bereits mit der abrupten Zinswende des Jahres 2022 änderten sich die Rahmenbedingungen am Immobilienmarkt grundlegend. Finanzierungen verteuerten sich innerhalb weniger Monate erheblich. Institutionelle Investoren zogen sich zurück. Die Zahl der Immobilientransaktionen ging deutlich zurück. Gewerbeimmobilien verloren vielerorts erheblich an Attraktivität. Projektentwicklungen wurden gestoppt oder verschoben. Was über ein Jahrzehnt nahezu ausschließlich steigende Preise kannte, wurde plötzlich von sinkenden Bewertungen geprägt.

Warren Buffett

„Risk comes from not knowing what you’re doing.“

(deutsch) Risiko entsteht, wenn man nicht genau weiß, worin man investiert.

Umso erstaunlicher erscheint rückblickend, wie stabil viele offene Immobilienfonds ihre ausgewiesenen Immobilienwerte hielten. Während Marktteilnehmer von deutlichen Preisrückgängen berichteten und erste Großtransaktionen bereits erhebliche Abschläge erkennen ließen, wirkten zahlreiche Fondsbewertungen nahezu unbeeindruckt. Erst mit zunehmenden Mittelabflüssen und notwendigen Verkäufen erfolgten teilweise spürbare Wertkorrekturen. Genau dieser zeitliche Zusammenhang bildet heute den Kern der Kritik.

Bewertungen auf dem Prüfstand – Wie realistisch sind die Immobilienwerte?

Denn Immobilien besitzen eine Eigenschaft, die sich nicht wegdiskutieren lässt: Ihr tatsächlicher Marktwert zeigt sich erst dann, wenn ein Käufer bereit ist, den geforderten Preis zu bezahlen.

Gutachten können den Verkehrswert schätzen. Sie können Marktentwicklungen modellieren. Sie können Vergleichsobjekte heranziehen. Sie ersetzen jedoch niemals den tatsächlich erzielten Kaufpreis. Wenn deshalb Immobilien kurz vor ihrem Verkauf nochmals erheblich nach unten bewertet werden müssen oder Verkaufspreise deutlich unter früheren Gutachterwerten liegen, stellen sich zwangsläufig Fragen, die weit über einzelne Objekte hinausreichen.

◆ Wie realistisch waren die ausgewiesenen Nettoinventarwerte der Fonds?

◆ Wie zeitnah wurden Marktveränderungen tatsächlich berücksichtigt?

◆ Konnten Anleger ihre Anteile zu Preisen zurückgeben, die den tatsächlichen Marktwert der Immobilien bereits nicht mehr widerspiegelten?

◆ Diese Fragen richten sich nicht gegen einzelne Fonds. Sie betreffen das Vertrauen in das Bewertungssystem einer gesamten Anlageklasse.

Liquiditätsrisiken: Wenn Anleger gleichzeitig verkaufen wollen

Noch schwerer wiegt ein zweiter Aspekt: die Liquidität.

Ein offener Immobilienfonds verbindet zwei grundsätzlich unterschiedliche Welten miteinander. Auf der einen Seite stehen langfristige, schwer handelbare Sachwerte. Auf der anderen Seite erwarten Anleger eine vergleichsweise unkomplizierte Rückgabe ihrer Fondsanteile. Solange laufend neue Mittel zufließen oder ausreichend Liquiditätsreserven vorhanden sind, funktioniert dieses Modell. Gerät das Gleichgewicht jedoch ins Wanken, entstehen Zielkonflikte, die sich nicht mehr durch geschicktes Fondsmanagement lösen lassen.

Möchten viele Anleger gleichzeitig aussteigen, muss Liquidität geschaffen werden. Immobilien lassen sich jedoch weder innerhalb weniger Tage noch ohne Preiszugeständnisse verkaufen. Gerade in einem Markt mit rückläufigen Preisen verschlechtert jeder zusätzliche Verkaufsdruck die Verhandlungsposition der Verkäufer. Damit entsteht ein Mechanismus, der sich selbst verstärken kann: Rückgaben erzwingen Verkäufe. Verkäufe offenbaren niedrigere Marktpreise. Niedrigere Marktpreise führen zu weiteren Bewertungsanpassungen. Bewertungsanpassungen verunsichern weitere Anleger. Weitere Anleger kündigen ihre Fondsanteile.

Was theoretisch wie ein Lehrbuchmodell wirkt, könnte sich inzwischen in Teilen der Branche praktisch entfalten.

Warnsignale für Anleger

  • Rücknahmestopp
  • sinkende NAV
  • hohe Mittelabflüsse
  • Notverkäufe
  • häufige Neubewertungen
  • sinkende Ausschüttungen

Für Privatanleger besitzt diese Entwicklung eine völlig andere Dimension als für institutionelle Investoren. Family Offices, Versicherungen oder Pensionskassen verfügen über breite Portfolios und professionelle Risikosteuerung. Der klassische Bankkunde dagegen investierte häufig einen erheblichen Teil seines Vermögens in genau jene Produkte, die ihm über Jahre als besonders konservativ empfohlen wurden. Nicht wenige Anleger vertrauten darauf, mit offenen Immobilienfonds einen Baustein ihrer Altersvorsorge aufzubauen. Sie wollten gerade keine spekulativen Aktien erwerben. Sie suchten Stabilität, Planbarkeit und Sicherheit.

Sollte sich nun herausstellen, dass Rücknahmestopps, nachträgliche Bewertungsanpassungen und sinkende Immobilienpreise nicht vorübergehende Ausnahmen, sondern strukturelle Risiken dieser Produktklasse darstellen, wäre dies für viele Sparer weit mehr als eine enttäuschende Kapitalanlage. Es wäre ein fundamentaler Vertrauensbruch.

► Denn Vertrauen bildet das eigentliche Fundament jeder langfristigen Geldanlage.

► Der Anleger muss darauf vertrauen können, dass Bewertungen nachvollziehbar sind.

► Er muss darauf vertrauen können, dass Risiken vollständig beschrieben werden.

► Und er muss darauf vertrauen können, dass die ausgewiesenen Anteilspreise den wirtschaftlichen Verhältnissen möglichst realitätsnah entsprechen.

► Genau dieses Vertrauen steht inzwischen auf dem Prüfstand.

Offene Immobilienfonds in der Krise – Welche Verantwortung tragen Gutachter, Ratingagenturen und Vertrieb?

Doch die Verantwortung endet nicht bei den Fondsmanagern. Wer die Entwicklung der vergangenen Jahre analysiert, stößt zwangsläufig auf weitere Akteure, deren Rolle kritisch hinterfragt werden muss. Dazu gehören Gutachter, Ratingagenturen, Vertriebsorganisationen und nicht zuletzt die Finanzaufsicht. Jeder dieser Beteiligten erfüllt eine wichtige Funktion innerhalb des Systems. Gerade deshalb stellt sich heute die Frage, ob sämtliche Kontrollmechanismen ihrer Aufgabe in einem sich dramatisch verändernden Marktumfeld ausreichend gerecht geworden sind.

Besonders bemerkenswert erscheint die Entwicklung der Immobilienbewertungen.

Was sind Immobilienbewertungen?
Immobilienbewertungen sind die Ermittlung des Marktwerts einer Immobilie, also der realistisch erzielbare Preis für Haus, Wohnung oder Grundstück. Sie werden oft für Verkauf, Finanzierung, Erbschaft oder Scheidung genutzt.
Typische Faktoren sind Lage, Zustand, Baujahr, Größe und Ausstattung. Je nach Objekt kommen häufig das Vergleichswert-, Sachwert- oder Ertragswertverfahren zum Einsatz.

Während nahezu alle Marktteilnehmer seit der Zinswende von sinkenden Kaufpreisen, längeren Vermarktungszeiten und deutlich geringerer Nachfrage berichteten, blieben zahlreiche Nettoinventarwerte offener Immobilienfonds über lange Zeit erstaunlich stabil. Erst als Objekte tatsächlich verkauft werden mussten oder externe Marktpreise eine Neubewertung praktisch unausweichlich machten, folgten zum Teil erhebliche Wertkorrekturen. Der Ausgangsartikel dokumentiert mehrere Fälle, in denen Verkehrswerte unmittelbar vor einer Transaktion angepasst wurden oder Verkaufserlöse deutlich unter früheren Bewertungen lagen.

Juristisch bedeutet dies nicht automatisch, dass frühere Bewertungen fehlerhaft gewesen sein müssen. Immobilienbewertung ist keine exakte Wissenschaft, sondern basiert auf anerkannten Bewertungsverfahren, Annahmen und Marktparametern. Dennoch bleibt eine wirtschaftlich entscheidende Frage bestehen: Wie groß darf die zeitliche Verzögerung zwischen einer offensichtlichen Marktveränderung und ihrer Abbildung in den Fondsbewertungen sein, bevor Anleger berechtigt an der Aussagekraft dieser Bewertungen zweifeln?

Für Privatanleger ist diese Unterscheidung von erheblicher Bedeutung. Sie treffen ihre Anlageentscheidung auf Grundlage veröffentlichter Anteilspreise. Kaum ein Anleger liest mehrere hundert Seiten umfassende Jahresberichte oder analysiert Bewertungsmethoden nach internationalen Standards. Er vertraut darauf, dass der veröffentlichte Anteilspreis den wirtschaftlichen Zustand des Fonds angemessen widerspiegelt. Genau deshalb besitzt die Aktualität von Bewertungen eine so zentrale Bedeutung.

Mindestens ebenso kritisch ist die Rolle der Ratingagenturen. Ratings sollen Anlegern Orientierung bieten. Sie sollen Chancen und Risiken vergleichbar machen und komplexe Produkte verständlicher einordnen. Mehrere der inzwischen unter Druck geratenen Fonds verfügten jedoch noch relativ kurz vor ihrer Schließung oder Abwicklung über Bewertungen, die ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Verhältnis signalisierten. Gleichzeitig weist der Ausgangsartikel darauf hin, dass bei einzelnen Fonds Management-Ratings entgeltlich beauftragt worden waren und entsprechende Hinweise auf mögliche Interessenkonflikte im Kleingedruckten zu finden sind. Auch wenn dies nicht automatisch die Qualität eines Ratings infrage stellt, bleibt eine grundsätzliche Diskussion legitim: Reichen bestehende Bewertungsmodelle aus, um Liquiditätsrisiken und Bewertungsrisiken in einem abrupt veränderten Marktumfeld frühzeitig sichtbar zu machen?

Noch grundsätzlicher wird die Debatte beim Vertrieb dieser Produkte. Über viele Jahre gehörten offene Immobilienfonds zu den Standardempfehlungen deutscher Banken und Sparkassen. Millionen Anleger lernten sie als konservative Beimischung kennen – häufig in einem Atemzug mit Begriffen wie Sicherheit, Inflationsschutz oder langfristige Stabilität. Dass diese Produkte gesetzlichen Mindesthaltefristen, Kündigungsfristen und unter bestimmten Umständen sogar Rücknahmestopps unterliegen können, wurde zwar dokumentiert. Fraglich ist jedoch, ob sämtliche Anleger die praktische Tragweite dieser Regelungen tatsächlich verstanden haben.

Denn zwischen einer theoretischen Risikoaufklärung und dem tatsächlichen Risikoverständnis besteht häufig ein erheblicher Unterschied. Wer einen Fonds als Baustein seiner Altersvorsorge erwirbt, verbindet damit regelmäßig die Erwartung, im Bedarfsfall über sein Vermögen verfügen zu können. Genau diese Erwartung gerät nun ins Wanken.

Hinzu kommt ein psychologischer Effekt, der in der Finanzbranche seit Jahrzehnten bekannt ist. Solange Anteilspreise kontinuierlich steigen oder zumindest stabil bleiben, hinterfragen nur wenige Anleger die zugrunde liegenden Bewertungsmodelle. Erst wenn Verluste sichtbar werden oder Auszahlungen ausbleiben, beginnt die eigentliche Analyse. Rückblickend zeigt sich dann häufig, dass Warnsignale bereits lange zuvor vorhanden waren – sie wurden lediglich nicht ausreichend wahrgenommen oder als vorübergehende Marktschwankung interpretiert.

Warum jetzt auch die Finanzaufsicht im Fokus steht

Genau an diesem Punkt beginnt die Verantwortung der Finanzaufsicht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat in den vergangenen Jahren zahlreiche regulatorische Maßnahmen eingeführt, um offene Immobilienfonds widerstandsfähiger zu machen. Mindesthaltefristen, Kündigungsfristen und strengere Liquiditätsvorgaben sollten verhindern, dass sich die dramatischen Ereignisse der Finanzkrise 2008 wiederholen. Die aktuellen Entwicklungen werfen jedoch die Frage auf, ob diese Instrumente lediglich Symptome verlangsamen oder die eigentlichen strukturellen Herausforderungen lösen.

Denn keine Regulierung kann verhindern, dass Immobilienmärkte sinken. Keine Vorschrift kann Käufer erzwingen, wenn Investoren zurückhaltend agieren. Und kein Gesetz kann einen Verkehrswert stabil halten, wenn sich Angebot und Nachfrage dauerhaft verschieben. Regulierung kann Prozesse verbessern – sie ersetzt jedoch nicht die wirtschaftliche Realität.

Welche Risiken Privatanleger kennen sollten

Gerade deshalb richtet sich der Blick inzwischen auf die kommenden Monate. Sollten weitere Fonds Rücknahmen aussetzen oder zusätzliche Immobilien nur mit erheblichen Preisabschlägen verkaufen können, dürfte sich die Diskussion weiter verschärfen. Dann ginge es längst nicht mehr um einzelne Produkte oder einzelne Fondsgesellschaften. Dann stünde die Glaubwürdigkeit einer gesamten Anlageklasse auf dem Prüfstand – und mit ihr das Vertrauen hunderttausender Anleger, die ihr Erspartes über Jahre in genau jene Produkte investiert haben, die als besonders solide galten.

Howard Marks

Gute Zeiten lassen Risiken oft kleiner erscheinen, als sie tatsächlich sind.

Vertrauen ist wichtiger als Immobilienpreise

Vielleicht liegt genau hier der eigentliche Kern der aktuellen Immobilienfonds-Krise. Denn die Diskussion dreht sich längst nicht mehr ausschließlich um sinkende Immobilienpreise. Immobilienmärkte unterliegen seit jeher Zyklen. Auf Boomphasen folgen Korrekturen. Das wissen Investoren ebenso wie Fondsmanager. Neu ist vielmehr die Erkenntnis, dass eine gesamte Produktgattung möglicherweise Erwartungen geweckt hat, die sich unter realen Marktbedingungen nur eingeschränkt erfüllen lassen.

Offene Immobilienfonds wurden über Jahrzehnte mit Begriffen wie Stabilität, Werterhalt und planbaren Ausschüttungen verbunden. Diese Eigenschaften waren zweifellos auch Ergebnis einer langen Niedrigzinsphase, in der Immobilienpreise nahezu kontinuierlich stiegen und Liquidität im Überfluss vorhanden war. Viele Marktteilnehmer gewöhnten sich an diese außergewöhnliche Situation. Steigende Bewertungen wurden zur Normalität. Wertkorrekturen erschienen als seltene Ausnahme. Das könnte sich heute als Fehleinschätzung erweisen.

Die Zinswende hat nicht lediglich einen Markt verändert. Sie hat die Grundlagen zahlreicher Bewertungsmodelle infrage gestellt. Höhere Finanzierungskosten reduzieren die Zahlungsbereitschaft potenzieller Käufer. Sinkende Transaktionszahlen erschweren belastbare Marktvergleiche. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Renditen, wodurch Immobilienpreise unter Druck geraten. Diese Mechanismen treffen nahezu alle Marktsegmente – vom Bürogebäude über Einzelhandelsimmobilien bis hin zu Wohnobjekten.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine weitere Frage bemerkenswert: Warum wurde über Jahre so wenig öffentlich darüber diskutiert, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf offene Immobilienfonds haben könnte?

Verbraucherschützer warnten bereits früh vor den strukturellen Risiken dieser Anlageklasse. Einzelne Fachmedien stellten wiederholt die Bewertungspraxis, die Liquiditätssteuerung und die Kostenstruktur infrage. Dennoch dominierten im Vertrieb häufig weiterhin die klassischen Argumente vom sicheren Sachwert, vom Inflationsschutz und von der konservativen Vermögensanlage. Der Ausgangsartikel verweist ausdrücklich darauf, dass kritische Stimmen seit Jahren existierten und sich die aktuellen Ereignisse nahtlos in diese Entwicklung einfügen.

Besonders kritisch erscheint dabei die Kostenstruktur vieler Fonds. Immobilienmanagement, externe Bewertungen, Verwaltung, Vertrieb und weitere Dienstleistungen verursachen erhebliche laufende Aufwendungen. In Zeiten stetig steigender Immobilienpreise traten diese Kosten vielfach in den Hintergrund, weil Wertzuwächse sie überlagerten. Fallen jedoch die Immobilienpreise oder bleiben sie über Jahre nahezu unverändert, gewinnen laufende Kosten erheblich an Bedeutung. Dann zeigt sich, wie viel der erwirtschafteten Mieterträge tatsächlich beim Anleger ankommt.

Auch hier stellt sich eine berechtigte Frage aus Sicht privater Investoren: Entsprach das Verhältnis zwischen Risiko, Kosten und realistischer Rendite tatsächlich den Erwartungen, die viele Anleger mit offenen Immobilienfonds verbanden?

Noch gravierender könnte allerdings ein anderer Effekt werden. Kapitalmärkte reagieren nicht ausschließlich auf wirtschaftliche Kennzahlen. Sie reagieren vor allem auf Vertrauen. Solange Anleger überzeugt sind, dass Bewertungen nachvollziehbar sind und Liquiditätsprobleme beherrschbar bleiben, entsteht selten eine Eigendynamik. Kippt dieses Vertrauen jedoch, verändert sich das Verhalten vieler Investoren gleichzeitig.

▼ Genau darin besteht die Gefahr einer Vertrauenskrise.

▼ Jeder neue Rücknahmestopp erzeugt zusätzliche Unsicherheit.

▼ Jede Fondsabwicklung wirft Fragen zu vergleichbaren Produkten auf.

▼ Jeder Immobilienverkauf mit deutlichem Abschlag führt zwangsläufig zur Frage, ob ähnliche Bewertungsanpassungen auch in anderen Fonds noch bevorstehen könnten.

Offene Immobilienfonds vor einer Vertrauenskrise?

Dabei muss keineswegs jeder offene Immobilienfonds gleichermaßen betroffen sein. Die Qualität der Immobilienportfolios unterscheidet sich erheblich. Lage, Vermietungsquote, Restlaufzeiten der Mietverträge, Finanzierungsstruktur und Liquiditätsmanagement variieren von Fonds zu Fonds. Es wäre deshalb sachlich falsch, sämtliche Produkte pauschal gleich zu beurteilen.

Ebenso falsch wäre es jedoch, die aktuellen Entwicklungen ausschließlich als bedauerliche Einzelfälle abzutun.

Zu ähnlich erscheinen mittlerweile die Abläufe.

▻ Zunächst steigen die Zinsen.

▻ Dann sinken die Transaktionsvolumina.

▻ Es folgen erste Mittelabflüsse.

▻ Immobilien werden verkauft.

▻ Bewertungen werden angepasst.

▻Liquidität gerät unter Druck.

▻ Rücknahmen werden ausgesetzt.

▻ Schließlich beginnt die Abwicklung einzelner Fonds.

Diese Abfolge wiederholt sich inzwischen bei mehreren Produkten. Genau deshalb stellt sich die Frage, ob hier nicht ein strukturelles Muster sichtbar wird.

Für Anleger ist diese Diskussion weit mehr als eine akademische Analyse. Viele haben über Jahrzehnte diszipliniert Vermögen aufgebaut. Monat für Monat flossen Teile ihres Einkommens in Sparpläne oder Einmalanlagen. Sie verzichteten bewusst auf kurzfristigen Konsum, weil ihnen vermittelt wurde, auf diese Weise langfristige finanzielle Sicherheit aufzubauen. Entsprechend groß ist die Verunsicherung, wenn ausgerechnet jene Anlageklasse, die Stabilität versprechen sollte, plötzlich selbst zum Unsicherheitsfaktor wird.

Niemand kann heute seriös vorhersagen, wie sich der Immobilienmarkt in den kommenden Jahren entwickeln wird. Ebenso wenig lässt sich prognostizieren, ob weitere Fonds Rücknahmen aussetzen oder zusätzliche Abwicklungen folgen werden. Gerade deshalb wäre jetzt größtmögliche Transparenz erforderlich.

Anleger benötigen keine beschwichtigenden Durchhalteparolen.

▻ Sie benötigen nachvollziehbare Informationen.

▻ Sie benötigen realistische Bewertungen.

▻ Sie benötigen vollständige Risikoaufklärung.

▻ Und sie benötigen das Vertrauen, dass wirtschaftliche Realitäten offen kommuniziert werden – auch dann, wenn sie unbequem sind.

▻ Denn verlorenes Kapital lässt sich unter Umständen wieder verdienen.

▻ Verlorenes Vertrauen dagegen gehört zu den wertvollsten Gütern, die ein Finanzmarkt verspielen kann.

Vertrauen im Stresstest – Wer kontrolliert die Kontrolleure?

Je tiefer man sich mit der Entwicklung offener Immobilienfonds beschäftigt, desto deutlicher tritt ein weiterer Aspekt hervor: Es geht längst nicht mehr ausschließlich um Immobilien. Es geht um die Glaubwürdigkeit eines gesamten Finanzsystems. Denn der Anleger investiert sein Geld nicht nur in Gebäude, Bürohäuser oder Einkaufszentren. Er investiert vor allem in Vertrauen – Vertrauen in Fondsmanager, Wirtschaftsprüfer, Gutachter, Ratingagenturen, Banken und staatliche Aufsichtsbehörden. Genau dieses Vertrauen bildet das Fundament jedes funktionierenden Kapitalmarktes.

Die aktuelle Entwicklung wirft deshalb eine unbequeme Frage auf: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure?

Der durchschnittliche Anleger besitzt weder die fachlichen Möglichkeiten noch den Zugang zu den Daten, um den Verkehrswert eines Bürokomplexes in Frankfurt, eines Fachmarktzentrums in Bayern oder eines Wohnquartiers in Hamburg selbst zu beurteilen. Er muss sich zwangsläufig auf die Expertise Dritter verlassen. Genau daraus entsteht eine enorme Verantwortung. Gutachter bestimmen die Grundlage der Immobilienbewertung. Wirtschaftsprüfer kontrollieren Jahresabschlüsse. Ratingagenturen bewerten Chancen und Risiken. Banken und Finanzberater empfehlen Produkte. Die Aufsicht überwacht den regulatorischen Rahmen. Jeder Einzelne mag seine Aufgabe ordnungsgemäß erfüllen. Doch wenn das Gesamtergebnis bei tausenden Anlegern den Eindruck entstehen lässt, Risiken seien unterschätzt oder zu spät sichtbar geworden, stellt sich zwangsläufig die Systemfrage.

Bemerkenswert ist dabei die Geschwindigkeit, mit der sich die Wahrnehmung verändert hat. Noch vor wenigen Jahren dominierten Berichte über Rekordpreise, Immobilienboom und Sachwertanlagen. Offene Immobilienfonds galten vielfach als Profiteure dieser Entwicklung. Heute bestimmen Rücknahmestopps, Liquiditätsengpässe und Fondsabwicklungen die Schlagzeilen. Die Fakten haben sich verändert – und mit ihnen das Vertrauen.

Dabei ist die eigentliche Krise möglicherweise weniger eine Immobilienkrise als vielmehr eine Transparenzkrise.

Denn sinkende Immobilienpreise allein zerstören kein Vertrauen. Anleger akzeptieren Wertschwankungen, wenn sie nachvollziehbar sind. Sie akzeptieren auch Verluste, wenn diese offen kommuniziert werden. Was Kapitalmärkte jedoch dauerhaft beschädigt, ist der Eindruck, Risiken seien über längere Zeit unterschätzt, beschönigt oder lediglich zeitlich verzögert sichtbar geworden. Genau dieser Eindruck könnte sich derzeit bei vielen privaten Investoren verfestigen.

Besonders kritisch erscheint die Situation deshalb für ältere Anleger. Wer sich noch mitten im Berufsleben befindet, besitzt Zeit. Zeit, Verluste auszugleichen. Zeit, neue Sparraten aufzubauen. Zeit, Marktzyklen abzuwarten. Für Menschen kurz vor dem Ruhestand oder bereits in der Rentenphase stellt sich die Situation vollkommen anders dar. Für sie können längere Rücknahmestopps oder erhebliche Wertkorrekturen weitreichende finanzielle Konsequenzen haben. Nicht wenige kalkulierten mit regelmäßigen Ausschüttungen oder der Möglichkeit, Anteile bei Bedarf schrittweise zu veräußern. Werden diese Erwartungen enttäuscht, verändert dies unter Umständen die gesamte private Finanzplanung.

Gerade deshalb sollte die Diskussion nicht auf die Frage reduziert werden, ob einzelne Fonds ihre Immobilien künftig wieder mit Gewinn verkaufen können. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, ob Anleger künftig noch bereit sein werden, einer Anlageklasse zu vertrauen, deren wesentliches Verkaufsargument über Jahrzehnte gerade ihre Stabilität war.

Hinzu kommt ein weiterer Gesichtspunkt, der bislang erstaunlich wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhalten hat. Die Immobilienbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Homeoffice verändert den Büroflächenbedarf. Der stationäre Einzelhandel kämpft weiterhin gegen den Onlinehandel. Steigende Energieeffizienzanforderungen machen Sanierungen kostspieliger. ESG-Vorgaben verändern Investitionsentscheidungen. Gleichzeitig verteuern höhere Zinsen die Finanzierung nahezu sämtlicher Immobilienprojekte. Diese Entwicklungen wirken nicht kurzfristig. Sie verändern den Markt auf Jahre hinaus.

Damit stellt sich zwangsläufig eine weitere Frage: Sind sämtliche Bewertungsmodelle, die während einer jahrelangen Niedrigzinsphase entwickelt wurden, unter den heutigen Rahmenbedingungen noch gleichermaßen belastbar?

Niemand erwartet von Gutachtern, Marktbewegungen auf den Euro genau vorherzusagen. Ebenso wenig kann von Fondsmanagern verlangt werden, jede Zinsänderung präzise zu antizipieren. Erwartet werden darf jedoch Transparenz. Anleger haben ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, welche Annahmen den Bewertungen zugrunde liegen, welche Risiken bestehen und wie sich unterschiedliche Marktentwicklungen auf den Wert ihres Investments auswirken könnten.

Vielleicht markiert das Jahr 2026 deshalb tatsächlich einen historischen Wendepunkt. Nicht weil Immobilienpreise erstmals fallen würden. Das hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Sondern weil sich erstmals seit vielen Jahren die grundlegende Frage stellt, ob das über Jahrzehnte gepflegte Sicherheitsversprechen offener Immobilienfonds den Belastungstest eines völlig veränderten Marktumfeldes besteht.

Sollte diese Frage von immer mehr Anlegern verneint werden, könnte die eigentliche Herausforderung für die Branche erst beginnen. Denn Immobilien lassen sich sanieren. Fonds können restrukturiert werden. Märkte erholen sich irgendwann wieder. Vertrauen dagegen lässt sich nicht verordnen. Es muss über Jahre hinweg neu aufgebaut werden – durch Transparenz, Nachvollziehbarkeit und die Bereitschaft, auch unbequeme Wahrheiten offen anzusprechen.

Und genau daran wird sich entscheiden, ob aus dem jahrzehntelang beworbenen Betongold wieder eine glaubwürdige Anlageklasse wird – oder ob für viele Anleger am Ende lediglich die bittere Erkenntnis bleibt, dass vermeintliche Sicherheit manchmal erst dann ihren wahren Preis offenbart, wenn es bereits zu spät ist.

Fünf Fragen, die Anleger ihrem Berater stellen sollten

  1. Wie aktuell sind die Bewertungen?
  2. Wie hoch ist die Liquiditätsquote?
  3. Welche Immobilien wurden zuletzt verkauft?
  4. Wie stark sind Büroimmobilien vertreten?
  5. Welche Szenarien wurden kalkuliert?

Fazit: Transparenz entscheidet über die Zukunft des Betongolds

Die unbequemen Fragen, denen sich die Immobilienfondsbranche jetzt stellen muss

Vielleicht wird man in einigen Jahren auf das Jahr 2026 zurückblicken und feststellen, dass nicht die Zinswende den Wendepunkt markierte. Nicht die ersten Rücknahmestopps. Nicht einmal die ersten Fondsabwicklungen.

Der eigentliche Wendepunkt könnte der Moment gewesen sein, in dem hunderttausende Anleger begannen, die Fragen zu stellen, die sie sich viele Jahre zuvor nie stellen mussten.

Warum fielen die ausgewiesenen Immobilienwerte vieler Fonds über lange Zeit deutlich stabiler aus als der reale Immobilienmarkt?

Warum wurden manche Wertkorrekturen erst sichtbar, nachdem Immobilien tatsächlich verkauft werden mussten?

Warum erhielten Fonds teilweise noch positive Bewertungen, obwohl Liquiditätsprobleme bereits erkennbar waren?

Warum wurden Anleger häufig mit Begriffen wie Stabilität, Werterhalt und Inflationsschutz angesprochen, während über Liquiditätsrisiken und Bewertungsunsicherheiten vergleichsweise wenig gesprochen wurde?

Und warum mussten ausgerechnet jene Anleger, die bewusst kein Risiko eingehen wollten, plötzlich feststellen, dass sie über ihr eigenes Vermögen zeitweise nicht mehr frei verfügen konnten?

Diese Fragen richten sich nicht gegen einzelne Fondsgesellschaften. Sie richten sich an ein System.

An ein System, das über Jahrzehnte hervorragend funktioniert hat.

Oder zumindest den Eindruck vermittelte, hervorragend zu funktionieren.

Denn eines darf bei aller berechtigten Kritik nicht vergessen werden: Die meisten offenen Immobilienfonds entstanden nicht mit dem Ziel, Anleger zu benachteiligen. Viele Fonds wurden über Jahre professionell geführt, erzielten stabile Ausschüttungen und investierten in hochwertige Immobilien. Genau deshalb ist die aktuelle Entwicklung so bemerkenswert. Sie zeigt, wie stark sich ein Markt verändern kann, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend verschieben.

Doch genau an diesem Punkt endet das Verständnis und beginnt die Verantwortung.

Denn Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass ausschließlich über die guten Jahre gesprochen wird.

Vertrauen entsteht gerade dann, wenn schwierige Entwicklungen offen benannt werden.

Wenn Risiken verständlich erklärt werden.

Wenn Bewertungen nachvollziehbar bleiben.

Und wenn Anleger nicht erst durch Rücknahmestopps oder Sondermitteilungen erfahren, dass sich die Realität längst verändert hat.

Die Branche steht deshalb vor einer historischen Entscheidung.

Sie kann versuchen, die aktuelle Entwicklung als vorübergehende Marktphase darzustellen und darauf hoffen, dass sinkende Zinsen die Probleme irgendwann wieder lösen.

Oder sie nutzt die Krise als Chance für einen grundlegenden Neuanfang.

Mehr Transparenz.

Nachvollziehbarere Bewertungen.

Frühzeitigere Kommunikation.

Realistischere Risikoaufklärung.

Eine offenere Diskussion über Liquiditätsrisiken.

Und vor allem: eine Sprache, die Anleger nicht beruhigt, sondern informiert.

Denn genau das erwarten Menschen, die ihr hart erarbeitetes Vermögen anvertrauen.

Die meisten Anleger investieren nicht mit dem Geld, das sie übrighaben.

Sie investieren mit dem Geld, das sie sich über Jahrzehnte erarbeitet haben.

Es sind Ersparnisse aus einem langen Berufsleben.

Es sind Rücklagen für den Ruhestand.

Es ist Geld, das Sicherheit schaffen sollte – nicht zusätzliche Unsicherheit.

Deshalb darf die aktuelle Entwicklung nicht ausschließlich unter Renditegesichtspunkten diskutiert werden.

Sie ist vor allem eine Vertrauensfrage.

Und Vertrauen gehört zu den wenigen Gütern, die sich nicht durch Werbekampagnen zurückgewinnen lassen.

Es entsteht auch nicht durch Hochglanzprospekte, Ratings oder Imagebroschüren.

Vertrauen entsteht dort, wo Transparenz wichtiger ist als Vertrieb.

Wo Ehrlichkeit wichtiger ist als Optimismus.

Wo wirtschaftliche Realität wichtiger ist als das Festhalten an überholten Bewertungsannahmen.

Vielleicht wird sich der Immobilienmarkt in den kommenden Jahren wieder erholen.

Vielleicht steigen die Preise erneut.

Vielleicht werden auch viele heute unter Druck stehende Fonds langfristig wieder stabile Ergebnisse erzielen.

All das ist möglich.

Doch selbst wenn sich die Märkte erholen, bleibt eine Erkenntnis bestehen:

Die größte Währung eines Finanzplatzes sind weder Immobilien noch Milliardenvermögen.

Es ist Glaubwürdigkeit.

Wer sie verspielt, verliert mehr als Marktanteile.

Er verliert das Vertrauen der Menschen.

Und genau dieses Vertrauen ist das Fundament jeder seriösen Vermögensanlage.

Die Krise offener Immobilienfonds ist deshalb weit mehr als eine Immobilienkrise.

Sie ist ein Stresstest für Transparenz, Kontrolle, Aufsicht und Verantwortung.

Die Antworten auf die heute gestellten Fragen werden entscheiden, ob aus dem einstigen Betongold wieder eine glaubwürdige Anlageklasse wird.

Oder ob die Geschichte der offenen Immobilienfonds künftig als Mahnung dafür dient, dass Sicherheit nicht dort entsteht, wo Risiken verschwiegen werden, sondern dort, wo sie vollständig verstanden werden können.

Ronald Ackermann

SCOREDEX Research

Analyst bei SCOREDEX – spezialisiert auf Unternehmenstransparenz, ESG-Bewertungen und Marktanalysen im DACH-Raum.

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