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SCOREDEX Branchenmonitor Solarteure 2026: Woran erkennt man einen seriösen Solarfachbetrieb?

Ronald Ackermann

SCOREDEX Analyst

15. Aug.. 2026 18 Min. Lesezeit

Der Solarmarkt wächst – und mit ihm die Unterschiede zwischen den Anbietern – Photovoltaik ist längst kein Nischenmarkt mehr. Auf Einfamilienhäusern, Gewerbeimmobilien, landwirtschaftlichen Gebäuden und Industriehallen entstehen Solaranlagen; Batteriespeicher, Energiemanagement, Wallboxen und teilweise Wärmepumpen erweitern das klassische Geschäft der Solarteure.

Damit wächst allerdings auch die Zahl unterschiedlicher Geschäftsmodelle.

Neben traditionsreichen Elektro- und Dachdeckerbetrieben treten spezialisierte Photovoltaikunternehmen, regionale Installateure, bundesweit beziehungsweise schweizweit tätige Anbieter, Vertriebsorganisationen, Vermittler und Unternehmen auf, die Planung, Verkauf und Montage auf verschiedene Partner verteilen.

„Bei einer Photovoltaikanlage kauft der Kunde nicht nur Module und einen Wechselrichter. Er entscheidet sich für einen Vertragspartner, auf dessen Planung, Montage, Dokumentation und Erreichbarkeit er sich häufig über Jahre verlassen muss.“ SCOREDEX Research Team

Für Verbraucher und Gewerbekunden wird die entscheidende Frage deshalb schwieriger:

Woran lässt sich erkennen, ob ein Solarteur tatsächlich ein verlässlicher Partner für ein Projekt ist?

Der SCOREDEX Branchenmonitor Solarteure 2026 betrachtet den Markt in Deutschland und der Schweiz deshalb nicht allein unter technischen Gesichtspunkten. Im Mittelpunkt stehen Unternehmensstruktur, Verantwortliche, Transparenz, Geschäftsmodell, Marktpräsenz, öffentlich erkennbare Reputation und weitere Faktoren, die für die Einordnung eines Solarunternehmens relevant sein können.

Solarteure im SCOREDEX Branchenmonitor – die Übersicht:

  • Unternehmen eindeutig identifizieren
  • Verantwortliche Personen nachvollziehen
  • Geschäftsmodelle transparent machen
  • Qualitätsmerkmale differenziert betrachten
  • Kundenerfahrungen kritisch einordnen
  • Langfristige Verlässlichkeit hinterfragen

 

Was ist der SCOREDEX Branchenmonitor?

Der SCOREDEX Branchenmonitor ist eine fortlaufende redaktionelle Analyse ausgewählter Wirtschaftszweige und ihrer Marktteilnehmer. Grundlage sind öffentlich zugängliche Informationen, beispielsweise aus Unternehmens- und Handelsregistern, Unternehmensangaben, Behörden- und Aufsichtsquellen, Fach- und Wirtschaftsmedien sowie weiteren relevanten öffentlichen Quellen.

Je nach Branche werden unter anderem Unternehmensstruktur, Management, Geschäftsmodell, Transparenz, Marktpräsenz, Reputation und regulatorisches Umfeld betrachtet.

Die Aufnahme eines Unternehmens in einen Branchenmonitor stellt weder eine Empfehlung noch eine Warnung dar und bedeutet nicht automatisch, dass das Unternehmen eine individuelle SCOREDEX-Seriositätsprüfung durchlaufen oder ein SCOREDEX-Siegel erhalten hat.

→ Mehr erfahren: SCOREDEX Branchenmonitor – Methodik, Kriterien und untersuchte Branchen

Deutschland und Schweiz: Zwei attraktive, aber unterschiedliche Solarmärkte

Deutschland und die Schweiz gehören zu den interessanten Photovoltaikmärkten im deutschsprachigen Raum. Gleichzeitig unterscheiden sich Marktstrukturen, regulatorische Rahmenbedingungen und Instrumente zur Orientierung.

In Deutschland liefert insbesondere das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur umfangreiche öffentlich zugängliche Daten zum Strommarkt. Es enthält unter anderem Informationen über Stromerzeugungsanlagen, deren Energieträger, Leistung, Standort und Betreiber. Solaranlagen müssen grundsätzlich nach ihrer Inbetriebnahme registriert werden.

Das ist für die Markttransparenz wichtig.

Es beantwortet allerdings nicht automatisch die Frage, welches Installationsunternehmen für einen konkreten Auftrag geeignet ist.

Genau hier liegt eine der Herausforderungen für Verbraucher.

Schweiz: „Solarprofi“ ist nicht einfach nur eine Werbeaussage

Die Schweiz bietet einen interessanten zusätzlichen Orientierungspunkt.

Der Branchenverband Swissolar unterhält das Qualitätslabel „Die Solarprofis®“. Die dazugehörige Suche umfasst nach Angaben des Verbandes mehr als 500 Unternehmen aus Bereichen wie Planung, Installation, Herstellung und Verkauf von Solaranlagen.

Das Label ist dabei mehr als eine bloße Mitgliedschaft.

Nach Angaben von Swissolar müssen Unternehmen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören – abhängig vom Tätigkeitsschwerpunkt – unter anderem nachgewiesene Erfahrung, Referenzanlagen, fachliche Voraussetzungen und weitere Qualitätskriterien. Bei Photovoltaikunternehmen mit Schwerpunkt Beratung und Ausführung wird zudem eine Referenzanlage kontrolliert. Das Label wird regelmäßig überprüft und nach Angaben von Swissolar alle drei Jahre erneuert.

Damit existiert in der Schweiz bereits ein strukturiertes Instrument zur fachlichen Qualitätsorientierung.

Für SCOREDEX ist allerdings eine wichtige Abgrenzung erforderlich:

Technische beziehungsweise fachliche Qualität und Unternehmensseriosität sind nicht identisch.

Ein Qualitätslabel kann ein relevanter positiver Faktor sein. Eine umfassendere Unternehmensbetrachtung kann darüber hinaus beispielsweise Gesellschaftsstruktur, Management, wirtschaftliche Historie, Transparenz und öffentliche Reputation berücksichtigen.

Warum die Auswahl eines Solarteurs schwieriger ist, als sie aussieht

Eine Photovoltaikanlage wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Handwerksprodukt.

Angebot einholen, Module auswählen, montieren lassen – fertig.

In der Realität besteht ein Solarprojekt jedoch aus einer Kette verschiedener Leistungen.

Dazu können gehören:

Beratung, Planung, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Dachprüfung, Komponentenbeschaffung, Gerüstbau, Montage, Elektroinstallation, Netzanschluss, Anmeldung, Dokumentation, Inbetriebnahme, Speicherintegration, Energiemanagement und später möglicherweise Wartung oder Gewährleistungsarbeiten.

Nicht jeder Anbieter erbringt sämtliche Leistungen selbst.

Und genau daraus entsteht eine wichtige Frage des SCOREDEX Branchenmonitors:

Wer ist eigentlich der Vertragspartner – und wer führt die Arbeiten aus?

Ein Unternehmen kann den Kunden gewinnen und den Vertrag abschließen, während Montage und Elektroarbeiten durch Subunternehmer erfolgen.

Das muss keineswegs negativ sein.

Arbeitsteilige Geschäftsmodelle sind in vielen Branchen üblich.

Entscheidend ist vielmehr, ob für den Kunden transparent erkennbar ist:

Wer plant? Wer verkauft? Wer montiert? Wer übernimmt die Elektroarbeiten? Wer meldet die Anlage an? Und wer ist später bei Problemen verantwortlich?

Je komplizierter die Leistungskette, desto wichtiger wird diese Transparenz.

1. Unternehmensidentität: Wer steckt hinter dem Angebot?

Der erste SCOREDEX-Blick gilt deshalb nicht den Solarmodulen, sondern dem Unternehmen.

Geprüft beziehungsweise recherchiert werden können beispielsweise:

  • vollständige Firmierung
  • Rechtsform
  • Unternehmenssitz
  • Registereintrag
  • Gründungsdatum
  • Unternehmenszweck
  • Geschäftsführung beziehungsweise Verwaltungsrat
  • erkennbare gesellschaftsrechtliche Veränderungen
  • weitere verbundene Unternehmen

Ein professioneller Internetauftritt allein beantwortet diese Fragen nicht.

Gerade in stark wachsenden Märkten können Markenauftritt und rechtlicher Vertragspartner auseinanderfallen.

Für Kunden sollte deshalb möglichst klar erkennbar sein, mit welcher Gesellschaft sie den Vertrag tatsächlich abschließen.

2. Wie lange existiert das Unternehmen?

Das Alter eines Unternehmens ist kein Qualitätsbeweis.

Auch ein junges Solarunternehmen kann hervorragend organisiert sein und über erfahrene Mitarbeiter verfügen.

Trotzdem ist die Unternehmenshistorie relevant.

Wer mit „jahrzehntelanger Erfahrung“ oder einer großen Zahl realisierter Anlagen wirbt, sollte nachvollziehbar machen können, worauf sich diese Erfahrung bezieht.

Dabei muss unterschieden werden zwischen:

Alter des Unternehmens, Erfahrung der Geschäftsführung, Erfahrung der Mitarbeiter und Erfahrung eingesetzter Montagepartner.

Diese vier Punkte sind nicht zwangsläufig identisch.

3. Wer führt die Arbeiten tatsächlich aus?

Eine der wichtigsten Fragen bei der Auswahl eines Solarteurs lautet:

Eigenes Personal oder Subunternehmer?

Beides kann funktionieren.

Ein Unternehmen mit qualifizierten und eingespielten Subunternehmern kann hervorragende Ergebnisse liefern. Umgekehrt garantiert eigenes Personal nicht automatisch hohe Qualität.

Relevant ist deshalb vor allem die Organisation.

Wie werden Partner ausgewählt? Wer kontrolliert die Arbeit? Wer koordiniert die Baustelle? Wer haftet gegenüber dem Kunden? Wer beseitigt Mängel?

In der Schweiz zeigt beispielsweise das Swissolar-System, welchen Stellenwert fachliche Qualifikation und Referenzprojekte bei der Bewertung eines Solarfachbetriebs haben können.

4. Was sagt das Angebot wirklich aus?

Der reine Gesamtpreis ist für einen Vergleich häufig ungeeignet.

Zwei Angebote über jeweils 25.000 Euro beziehungsweise Franken können technisch und wirtschaftlich vollkommen unterschiedliche Leistungen enthalten.

Interessant sind unter anderem:

  • Hersteller und Typ der Module
  • Wechselrichter
  • Batteriespeicher
  • Unterkonstruktion
  • Energiemanagement
  • Gerüst
  • Montage
  • Elektroarbeiten
  • Netzanschluss
  • Anmeldung
  • Dokumentation
  • Garantiebedingungen
  • Zahlungsplan
  • mögliche Zusatzkosten

Ein seriös wirkendes Angebot sollte deshalb möglichst konkret erkennen lassen, welche Leistung für welchen Preis geschuldet wird.

5. Vorsicht bei Wirtschaftlichkeitsversprechen

Photovoltaik kann wirtschaftlich attraktiv sein.

Die konkrete Wirtschaftlichkeit hängt jedoch von zahlreichen Variablen ab.

Dazu gehören unter anderem Anschaffungskosten, Stromverbrauch, Eigenverbrauch, Strompreise, Einspeisebedingungen, Finanzierung, technische Leistung, Dachausrichtung, Verschattung und Lebensdauer der Komponenten.

Deshalb sollte insbesondere bei außergewöhnlich konkreten Rendite-, Einsparungs- oder Amortisationsversprechen geprüft werden, welche Annahmen diesen Berechnungen zugrunde liegen.

Eine Beispielrechnung ist keine Garantie für die tatsächliche zukünftige Entwicklung.

6. Bewertungen: hilfreich, aber nicht allein entscheidend

Gerade Solarteure werden intensiv auf Google und anderen Plattformen bewertet.

Das ist grundsätzlich hilfreich.

Eine größere Zahl positiver Kundenberichte kann Hinweise auf Kundenzufriedenheit liefern.

Bewertungen sollten dennoch nicht isoliert betrachtet werden.

Interessant sind beispielsweise:

  • Anzahl der Bewertungen
  • Zeitraum ihrer Entstehung
  • inhaltliche Substanz
  • wiederkehrende Kritikpunkte
  • Reaktionen des Unternehmens
  • auffällige Häufungen
  • Verhältnis positiver und kritischer Erfahrungen

Besonders interessant sind wiederkehrende Muster.

Ein einzelner unzufriedener Kunde beweist wenig.

Wenn dagegen zahlreiche voneinander unabhängige Kunden über ähnliche Probleme bei Terminierung, Kommunikation, Montage oder Gewährleistung berichten, kann dies Anlass für eine genauere Betrachtung sein.

Umgekehrt dürfen solche Erfahrungsberichte nicht ungeprüft als feststehende Tatsachen übernommen werden.

7. Anzahlungen und Zahlungspläne

Photovoltaikanlagen haben erhebliche Auftragswerte.

Deshalb ist auch die Zahlungsstruktur relevant.

Hohe Vorauszahlungen können für Kunden ein wirtschaftliches Risiko darstellen, wenn wesentliche Leistungen oder Komponenten noch nicht erbracht beziehungsweise geliefert wurden.

Das bedeutet nicht, dass Anzahlungen grundsätzlich problematisch wären.

Materialbeschaffung und Projektvorbereitung können Vorleistungen des Unternehmens erfordern.

Entscheidend ist vielmehr, ob Zahlungsplan und Projektfortschritt in einem nachvollziehbaren Verhältnis stehen.

Ein Kunde sollte verstehen:

Wann wird welcher Betrag fällig – und welche konkrete Leistung wurde bis dahin erbracht?

8. Was passiert nach der Installation?

Der vielleicht unterschätzteste Punkt bei der Auswahl eines Solarteurs beginnt erst nach der Montage.

Photovoltaikanlagen sind langfristige Investitionen.

Wechselrichter können ausfallen. Speicher können Störungen entwickeln. Kommunikationseinheiten können Probleme verursachen. Dacharbeiten können Nachbesserungen erforderlich machen.

Deshalb betrachtet SCOREDEX nicht nur den Verkauf.

Von Interesse ist ebenso:

Wie ist das Unternehmen nach Abschluss des Projekts erreichbar?

Ein aggressiver Vertrieb kann kurzfristig hohe Umsätze erzeugen.

Langfristige Reputation entsteht dagegen häufig erst durch funktionierenden Service.

Gut zu wissen: Photovoltaikanlage richtig versichern

Die Auswahl eines seriösen Solarteurs ist nur ein Teil der Investitionsentscheidung. Auch nach der fachgerechten Installation bleiben Risiken: Brand, Blitz und Überspannung, Sturm und Hagel, Diebstahl, Vandalismus, technische Schäden oder Ertragsausfälle können eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich belasten.

Je nach Anlage und bestehendem Versicherungsschutz kommen unterschiedliche Absicherungen infrage. Neben der Einbindung in eine Gebäudeversicherung können beispielsweise spezielle Photovoltaik- beziehungsweise Allgefahrenversicherungen sowie – abhängig von Größe und Nutzung der Anlage – Haftpflicht-, Ertragsausfall- oder weitere ergänzende Deckungen relevant sein.

Welche Absicherung tatsächlich sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall und den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab.

Weiterführender Beitrag bei Business Leaders:
Photovoltaikanlagen – Risiken und Gefahren: Wie Sie Ihre Anlage optimal absichern

Der Beitrag behandelt typische Schadensrisiken einer PV-Anlage und gibt einen Überblick über mögliche Versicherungs- und Absicherungslösungen.

9. Solarteur, Vertriebsgesellschaft oder Vermittler?

Der Begriff „Solarunternehmen“ umfasst inzwischen sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle.

Ein klassischer regionaler Elektrofachbetrieb arbeitet anders als ein bundesweit agierendes Vertriebsunternehmen.

Daneben gibt es Vermittlungsplattformen, Franchise-Modelle und Anbieter, die einen großen Teil ihrer Leistungen über Partnerunternehmen abwickeln.

Keines dieser Modelle ist automatisch besser oder schlechter.

Für SCOREDEX ist vielmehr entscheidend, ob das Geschäftsmodell transparent dargestellt wird.

Der Kunde sollte erkennen können, mit wem er den Vertrag abschließt und welche Leistungen dieses Unternehmen tatsächlich selbst erbringt.

Deutschland und Schweiz im Vergleich

Für den SCOREDEX Branchenmonitor ergibt sich damit ein interessanter Unterschied.

Deutschland verfügt mit dem Marktstammdatenregister über eine umfangreiche öffentliche Infrastruktur für Daten über Energieanlagen und Marktakteure. Die Bundesnetzagentur stellt große Teile dieser Daten öffentlich und auswertbar zur Verfügung.

Die Schweiz verfügt mit dem Swissolar-System zusätzlich über ein branchenspezifisches Qualitätsinstrument für Solarfachunternehmen. Zertifizierte „Solarprofis“ müssen definierte Anforderungen erfüllen; Swissolar bietet eine entsprechende öffentliche Suche an.

Beide Systeme erfüllen allerdings andere Aufgaben als der SCOREDEX Branchenmonitor.

Sie sind deshalb Quellen beziehungsweise zusätzliche Orientierungspunkte – kein Ersatz für eine umfassendere Unternehmensbetrachtung.

Welche Kriterien betrachtet SCOREDEX bei Solarteuren?

Für den SCOREDEX Branchenmonitor Solarteure bietet sich ein branchenspezifisches Kriterienmodell an.

Unternehmen

Wie lange existiert das Unternehmen? Ist der Vertragspartner eindeutig identifizierbar? Sind Register- und Unternehmensangaben konsistent?

Verantwortliche

Wer führt das Unternehmen? Welche beruflichen und unternehmerischen Stationen sind öffentlich nachvollziehbar?

Transparenz

Sind Geschäftsmodell, Leistungen, Ansprechpartner und Verantwortlichkeiten verständlich dargestellt?

Fachliche Struktur

Welche Leistungen werden selbst erbracht? Welche Leistungen übernehmen Partner oder Subunternehmer? Sind relevante Qualifikationen oder Zertifizierungen nachvollziehbar?

Marktpräsenz

Wie tritt das Unternehmen öffentlich auf? Gibt es nachvollziehbare Projekte, Referenzen und eine konsistente Unternehmenshistorie?

Reputation

Welche öffentlich zugänglichen Kunden- und Medieninformationen liegen vor? Gibt es wiederkehrende positive oder kritische Muster?

Vertrags- und Zahlungsstruktur

Soweit öffentlich oder im Rahmen einer konkreten Prüfung zugänglich: Sind Leistungsumfang, Zahlungsplan und Verantwortlichkeiten nachvollziehbar?

Service und Erreichbarkeit

Gibt es erkennbare Strukturen für Support, Reklamationen, Gewährleistung und technische Probleme?

Was macht einen seriösen Solarteur aus?

Eine einzelne Antwort darauf gibt es nicht.

Weder Unternehmensalter noch Zertifikat, Bewertungsdurchschnitt oder professioneller Internetauftritt reichen allein für eine belastbare Einordnung.

Ein überzeugendes Gesamtbild entsteht vielmehr dann, wenn mehrere Faktoren zusammenpassen:

Das Unternehmen ist eindeutig identifizierbar.

Die Verantwortlichen sind nachvollziehbar.

Das Geschäftsmodell ist verständlich.

Leistungen und Preise werden transparent beschrieben.

Fachliche Zuständigkeiten sind klar.

Kundenkommunikation funktioniert.

Kritik wird nachvollziehbar behandelt.

Und das Unternehmen bleibt auch nach Vertragsabschluss erreichbar.

Gerade diese Kombination ist für den SCOREDEX Branchenmonitor entscheidend.

Der günstigste Solarteur muss nicht der beste sein

Photovoltaik ist inzwischen stark preisgetrieben.

Das ist für Verbraucher grundsätzlich positiv.

Mehr Wettbewerb kann Preise senken und Unternehmen zu effizienteren Prozessen zwingen.

Der Preis sollte trotzdem nicht das einzige Auswahlkriterium sein.

Eine Solaranlage ist eine Investition mit langfristigem Nutzungshorizont.

Ein sehr günstiges Angebot verliert schnell seinen Vorteil, wenn Planung, Montage, Dokumentation oder Service nicht funktionieren.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Wer bietet die billigste Photovoltaikanlage?“

Sondern:

„Welcher Anbieter bietet ein nachvollziehbares Verhältnis aus Preis, Leistung, technischer Qualität und langfristiger Verlässlichkeit?“

Fazit: Vertrauen entsteht vor dem Auftrag

Der Solarmarkt in Deutschland und der Schweiz bietet Kunden eine große Auswahl.

Das ist ein Vorteil – erhöht aber gleichzeitig die Anforderungen an die Auswahl des richtigen Partners.

Ein professioneller Internetauftritt, gute Bewertungen oder ein attraktiver Preis können wichtige Hinweise sein. Für sich genommen reichen sie jedoch nicht aus.

Der SCOREDEX Branchenmonitor Solarteure 2026 betrachtet deshalb das Gesamtbild.

Unternehmensstruktur, handelnde Personen, Transparenz, fachliche Organisation, Geschäftsmodell, öffentliche Reputation und langfristige Erreichbarkeit ergeben zusammen ein wesentlich aussagekräftigeres Bild als eine einzelne Kennzahl.

Denn bei einer Photovoltaikanlage endet die Geschäftsbeziehung idealerweise nicht mit der Montage.

Sie beginnt dort erst.

Wie erkennt man einen seriösen Solarteur?

Ein einzelnes Merkmal reicht für eine belastbare Einschätzung nicht aus. Sinnvoll ist eine Gesamtbetrachtung aus eindeutig identifizierbarem Unternehmen, nachvollziehbaren Registerdaten, erreichbaren Ansprechpartnern, transparentem Angebot, verständlichen Zahlungsbedingungen, Referenzen, Qualifikation der beteiligten Fachbetriebe und einer plausiblen Regelung für Gewährleistung, Wartung und Service.

Welche Angaben sollte ein Angebot für eine Photovoltaikanlage enthalten?

Ein aussagekräftiges Angebot sollte möglichst konkret erkennen lassen, welche Komponenten und Leistungen enthalten sind. Dazu gehören insbesondere Module, Wechselrichter, gegebenenfalls Batteriespeicher, Montage, elektrische Arbeiten, Inbetriebnahme sowie die notwendigen Nebenleistungen. Auch Zahlungsplan, Termine, Garantien und Zuständigkeiten sollten möglichst eindeutig beschrieben werden.

Sind Google-Bewertungen ein Beleg für die Seriosität eines Solarteurs?

Nein. Bewertungen können wertvolle Hinweise auf Kundenerfahrungen geben, sollten aber niemals isoliert betrachtet werden. Aussagekräftiger wird das Bild durch Anzahl, Aktualität, zeitliche Verteilung und Inhalt der Rezensionen sowie die Reaktion des Unternehmens auf Kritik. Onlinebewertungen sind grundsätzlich nur ein Baustein einer umfassenderen Unternehmensbetrachtung.

Welche Rolle spielen Handels- und Unternehmensregister?

Registerinformationen helfen dabei, die rechtliche Identität eines Unternehmens, dessen Sitz und vertretungsberechtigte Personen zu überprüfen. In Deutschland und der Schweiz unterscheiden sich Registerstruktur und öffentlich verfügbare Informationen. Registerdaten sagen zudem für sich genommen noch nichts darüber aus, wie gut ein Unternehmen seine Leistungen tatsächlich erbringt.

Sind Zertifikate und Mitgliedschaften ein Beweis für Qualität?

Nicht automatisch. Zertifizierungen, Schulungen, Herstellerpartnerschaften oder Verbandsmitgliedschaften können zusätzliche Hinweise auf Qualifikation und Marktpräsenz geben. Entscheidend ist jedoch, was die jeweilige Auszeichnung tatsächlich bestätigt, wer sie vergeben hat und ob sie aktuell ist. Ein Logo auf einer Website sollte daher nicht ungeprüft als Qualitätsnachweis verstanden werden.

Warum betrachtet SCOREDEX Deutschland und die Schweiz gemeinsam?

Die Photovoltaikmärkte beider Länder weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, unterscheiden sich aber bei rechtlichen Rahmenbedingungen, Förderstrukturen, Registern, Netzanschluss und teilweise bei der Marktorganisation. Die gemeinsame Betrachtung ermöglicht einen grenzüberschreitenden Marktüberblick, ohne diese nationalen Unterschiede gleichzusetzen.

Ist ein großer Solarteur automatisch sicherer als ein kleiner regionaler Anbieter?

Nein. Unternehmensgröße allein ist kein zuverlässiges Qualitäts- oder Seriositätsmerkmal. Größere Unternehmen können beispielsweise über umfangreichere Serviceorganisationen und Einkaufsmöglichkeiten verfügen. Regionale Fachbetriebe können dagegen durch kurze Wege, langjährige lokale Präsenz und persönliche Ansprechpartner punkten. Entscheidend ist das Gesamtbild des jeweiligen Unternehmens.

Was passiert mit Garantie und Service, wenn ein Solarteur nicht mehr existiert?

Das hängt von Vertragsgestaltung, Herstellerbedingungen und der konkreten Leistung ab. Produktgarantien von Modul-, Speicher- oder Wechselrichterherstellern können unter bestimmten Voraussetzungen unabhängig vom installierenden Unternehmen bestehen. Ansprüche gegenüber dem Installationsbetrieb können dagegen schwieriger durchsetzbar werden, wenn dieser seine Tätigkeit einstellt oder insolvent wird. Verbraucher sollten deshalb bereits vor Vertragsabschluss klären, wer Garantiegeber ist und an wen sie sich im Schadensfall wenden können.

Sollte eine Photovoltaikanlage zusätzlich versichert werden?

Das hängt von Anlage, Gebäude, bestehendem Versicherungsschutz und individuellen Risiken ab. Schäden beispielsweise durch Feuer, Sturm, Hagel, Überspannung, Diebstahl oder andere Ereignisse können je nach Vertrag unterschiedlich abgesichert sein. Vor oder spätestens nach der Installation sollte deshalb geprüft werden, ob vorhandene Versicherungen ausreichen oder eine zusätzliche Photovoltaik- beziehungsweise Allgefahrendeckung sinnvoll ist.

Ist die Aufnahme eines Solarteurs in den SCOREDEX Branchenmonitor eine Empfehlung?

Nein. Die Erwähnung oder Aufnahme eines Unternehmens in den SCOREDEX Branchenmonitor bedeutet weder eine Empfehlung noch eine Warnung. Ebenso bedeutet sie nicht automatisch, dass das Unternehmen eine individuelle SCOREDEX-Seriositätsprüfung bestanden oder ein SCOREDEX-Siegel erhalten hat.

Methodischer Hinweis zum SCOREDEX Branchenmonitor Solarteure 2026

Der SCOREDEX Branchenmonitor Solarteure Deutschland & Schweiz 2026 dient der strukturierten Betrachtung des Photovoltaik- und Solarinstallationsmarktes in Deutschland und der Schweiz.

Die Untersuchung stützt sich auf öffentlich zugängliche Informationen. Je nach Unternehmen und Fragestellung können insbesondere folgende Informationsbereiche berücksichtigt werden:

  • Handels-, Unternehmens- und Firmenregister
  • Unternehmenswebsites und Impressumsangaben
  • Angaben zu Geschäftsführung, Vorstand oder Verwaltungsrat
  • öffentlich zugängliche Unternehmens- und Finanzinformationen
  • Leistungs- und Produktbeschreibungen
  • Informationen zu Standorten und Marktpräsenz
  • Herstellerpartnerschaften und öffentlich nachprüfbare Qualifikationsangaben
  • Fach- und Wirtschaftsmedien
  • Veröffentlichungen von Behörden und Branchenorganisationen
  • öffentlich zugängliche Kundenbewertungen und Erfahrungsberichte
  • Informationen zu Gewährleistung, Garantie, Service und Wartung

Die Kriterien werden nicht zwangsläufig bei jedem Unternehmen identisch gewichtet. Größe, Geschäftsmodell, Tätigkeitsgebiet, Datenverfügbarkeit und nationale Rahmenbedingungen können sich erheblich unterscheiden.

Deutschland und die Schweiz werden deshalb nicht anhand einer schematisch identischen Prüfschablone gleichgesetzt. Nationale Besonderheiten werden bei der Einordnung berücksichtigt.

Unternehmensangaben werden als solche gekennzeichnet, sofern sie nicht durch unabhängige Quellen bestätigt werden können. Nutzerbewertungen werden als Hinweise auf die öffentliche Wahrnehmung verstanden und nicht ohne weitere Prüfung als feststehende Tatsachen behandelt.

Der Branchenmonitor erhebt keinen Anspruch auf vollständige Erfassung sämtlicher in Deutschland oder der Schweiz tätigen Solarteure. Die Auswahl beziehungsweise Erwähnung einzelner Unternehmen kann unter anderem von Marktpräsenz, Datenverfügbarkeit, Relevanz für die jeweilige Fragestellung und redaktionellen Kriterien abhängen.

Die Nichtaufnahme eines Unternehmens lässt daher keinen Rückschluss auf dessen Qualität oder Seriosität zu.

Abgrenzung zur SCOREDEX-Seriositätsprüfung

Der SCOREDEX Branchenmonitor und eine individuelle SCOREDEX-Seriositätsprüfung sind voneinander zu unterscheiden.

Der Branchenmonitor betrachtet einen Markt und ausgewählte Marktteilnehmer auf Grundlage öffentlich verfügbarer Informationen und branchenspezifischer Kriterien.

Eine individuelle SCOREDEX-Prüfung eines konkreten Unternehmens ist ein gesonderter Vorgang.

Die bloße Erwähnung eines Unternehmens innerhalb des Branchenmonitors bedeutet daher insbesondere nicht, dass dieses Unternehmen:

  • eine SCOREDEX-Seriositätsprüfung durchlaufen hat,
  • einen bestimmten SCOREDEX-Score erreicht hat,
  • ein SCOREDEX-Siegel führen darf oder
  • von SCOREDEX empfohlen wird.

Diese Trennung sollte auch dann deutlich bleiben, wenn ein im Branchenmonitor genanntes Unternehmen zugleich Kunde von SCOREDEX oder einem verbundenen Unternehmen ist.

Redaktioneller und rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und journalistisch-redaktionellen Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen zum deutschen und schweizerischen Photovoltaikmarkt.

Er stellt insbesondere keine Rechts-, Steuer-, Versicherungs-, Finanzierungs-, Anlage- oder technische Fachberatung dar.

Die Darstellung einzelner Unternehmen, Produkte, Marktteilnehmer oder Geschäftsmodelle ist weder als Empfehlung zum Abschluss eines Vertrages noch als Aufforderung zu verstehen, von einem Vertragsschluss abzusehen.

Unternehmensdaten, Vertretungsverhältnisse, Bewertungen, Angebote, Zertifizierungen, regulatorische Rahmenbedingungen und andere Informationen können sich nach dem jeweiligen Recherchestand verändern. Bei wirtschaftlich bedeutsamen Entscheidungen sollten deshalb aktuelle Primärquellen geprüft und gegebenenfalls geeignete Fachberater hinzugezogen werden.

Bei rechtlichen Aussagen werden Deutschland und die Schweiz getrennt betrachtet. Eine in Deutschland geltende Regelung kann nicht ohne Weiteres auf die Schweiz übertragen werden und umgekehrt.

Die Erwähnung von Kunden oder Geschäftspartnern von SCOREDEX beziehungsweise verbundenen Unternehmen erfolgt nach denselben redaktionellen Grundsätzen wie die Erwähnung anderer Marktteilnehmer. Bestehende wirtschaftliche Beziehungen sollten dort transparent offengelegt werden, wo sie für die Einordnung eines Inhalts relevant sind.

Quellenverzeichnis und weiterführende Quellen

Deutschland – Behörden und öffentliche Stellen

  • Bundesnetzagentur – Informationen zum Energiemarkt, Photovoltaik und Marktstammdatenregister
    bundesnetzagentur.de
  • Marktstammdatenregister (MaStR) – Register für Anlagen und Marktakteure des deutschen Energiemarktes
    marktstammdatenregister.de
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – Informationen zu Energiewende, Photovoltaik und energiepolitischen Rahmenbedingungen
    bundeswirtschaftsministerium.de
  • Gesetze im Internet – insbesondere aktuelle Fassungen einschlägiger energierechtlicher Vorschriften
    gesetze-im-internet.de
  • Unternehmensregister – Unternehmens- und Rechnungslegungsinformationen deutscher Unternehmen
    unternehmensregister.de
  • Handelsregister – Registerinformationen zu deutschen Unternehmen
    handelsregister.de

Deutschland – Markt und Fachinformationen

  • Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) – Marktdaten und Brancheninformationen zur deutschen Solarwirtschaft
    solarwirtschaft.de
  • Verbraucherzentrale – Verbraucherinformationen zu Photovoltaikanlagen, Angeboten, Verträgen und Wirtschaftlichkeit
    verbraucherzentrale.de
  • Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) – Verbraucherpolitische Informationen und Stellungnahmen
    vzbv.de

Schweiz – Behörden und öffentliche Stellen

  • Bundesamt für Energie (BFE) – Informationen zur Schweizer Energiepolitik, Photovoltaik und erneuerbaren Energien
    bfe.admin.ch
  • Eidgenössisches Amt für das Handelsregister / Zefix – Zentraler Firmenindex der Schweiz
    zefix.admin.ch
  • Pronovo AG – Informationen zu Förderinstrumenten und Herkunftsnachweisen im Schweizer Energiemarkt
    pronovo.ch
  • ElCom – Eidgenössische Elektrizitätskommission – Informationen zur Schweizer Stromversorgung und Regulierung
    elcom.admin.ch
  • Fedlex – Schweizer Bundesrecht und amtliche Rechtstexte
    fedlex.admin.ch

Schweiz – Markt und Fachinformationen

  • Swissolar – Schweizerischer Fachverband für Sonnenenergie; Marktinformationen, Brancheninformationen und Fachwissen
    swissolar.ch
  • EnergieSchweiz – Informationen für Verbraucher und Unternehmen zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien
    energieschweiz.ch

Ergänzende Verbraucherinformation

Unternehmensbezogene Quellen

Bei der Darstellung einzelner Solarteure sollten zusätzlich die jeweils konkret verwendeten Quellen aufgeführt werden, beispielsweise:

  • Unternehmenswebsite
  • Impressum
  • Handels-/Firmenregisterauszug
  • veröffentlichte Jahresabschlüsse
  • Geschäftsberichte
  • Angaben zu Geschäftsführung beziehungsweise Verwaltungsrat
  • Hersteller- und Partnernachweise
  • relevante Behördeninformationen
  • verwendete Bewertungsplattformen
  • einschlägige Presse- und Fachmedienberichte

Abrufstand des Branchenmonitors: August 2026

 

Ronald Ackermann

SCOREDEX Research

Analyst bei SCOREDEX – spezialisiert auf Unternehmenstransparenz, ESG-Bewertungen und Marktanalysen im DACH-Raum.

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