JDC Group plant ICO von deutscher Bitcoin-Konkurrenz

Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstand der JDC Group AG, drückt beim Thema Digitalisierung weiterhin aufs Gas. Nach der kürzlich erfolgten Gründung des Blockchain-Labors „JDC B-LAB“ will der Finanzdienstleister die Blockchain-Technologie schnellstmöglich für die Versicherungsbranche nutzbar machen. Geplant ist zudem die Ausgabe einer eigenen Kryptowährung.

Vorstand der JDC Group AG: Stefan Bachmann, Ralph Konrad, Dr. Sebastian Grabmaier

Vorstand der JDC Group AG: Stefan Bachmann, Ralph Konrad, Dr. Sebastian Grabmaier

Die JDC Group setzt seit einigen Monaten stark auf das Potenzial der Blockchain-Technologie. Der Finanzdienstleister, zu dessen Töchtern unter anderem der Maklerpool Jung, DMS & Cie. gehört, plant im zweiten Quartal das virtuelle Äquivalent einer Kapitalmaßnahme mittels einer Börsennotierung – ein sogenanntes “Initial Coin Offering” (ICO). Bereits Ende des 1. Quartals 2018 sei ein Pre-Sale des Utility Tokens “Blocx (BCX)” geplant, wird aus Unternehmenskreisen verlautbart.

Über das genaue Volumen des ICO schweigt sich das JDC-Management bisher aus. Es werde sich aber um einen hohen handeln: „Wenn es Startups ohne Kundenbasis gelingt, mit einem ICO 60 Mio. Euro einzusammeln, sollten wir nicht weniger avisieren”, zitiert Aktien Check  den Chief Digital Officer der JDC Group AG, Stefan Bachmann. Experten gehen davon aus, dass der ICO ein Volumen von rund 100 Millionen Euro erreichen wird.

Mit Hilfe der Blockchain-Technologie plant die JDC Group AG Transaktionskosten bei Finanz- und Versicherungsgeschäften gegen Null zu reduzieren

Während zahlreiche Unternehmen, die ein ICO ausgeben, nichts als heiße Luft verbreiten und keinen einzigen Kunden haben, verfügt die JDC Group bereits über einen breiten Kunden-, Berater- und Vermittlerstamm sowie Schnittstellen zu mehr als 700 relevanten Versicherungs- und Investmentgesellschaften sowie Banken.

“Im Gegensatz zu den jüngsten ICO-Emittenten verfügt die JDC Group bereits über 1,2 Millionen Kunden, Schlagkraft über 16.000 Berater und Vermittler und Schnittstellen zu mehr als 700 relevanten Versicherungs- und Investmentgesellschaften sowie Banken. Wir verwalten ein Vermögen von über 4,5 Milliarden Euro und erzielen 1,4 Milliarden Euro Neugeschäft pro Jahr”, erklärt Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender der JDC Group.

“Wir sind daher einzigartig positioniert, um eine dezentralisierte Plattform zu betreiben, die die Daten und das Vertrauen unserer Kunden und Partner honoriert. Unsere jüngsten Schritte in der Digitalisierung stellen die perfekte Basis dar, um unseren Kunden maßgeschneiderte Produkte, ein benutzerfreundliches Krypto-Wallet sowie Kundenbindungsprogramme über unser Blocx Blockchain-Network (B2N) zu bieten”, so Dr. Sebastian Grabmaier weiter.

JDC Group AG will Kunden und Berater am Erfolg beteiligen

Nach Etablierung der Berater- und Endkunden-App “allesmeins” sowie der Akquisition der Online-Plattform Geld.de ist der Start des Blockchain-Labs für die JDC Group der nächste logische Schritt in der Weiterentwicklung zur führenden Prozess- und Serviceplattform für Versicherungen, Investmentfonds und Finanzprodukte.

Kunden, Berater und Vermittler der JDC Group sollen für jedes über die Tochterunternehmen vermittelte Geschäft mit BCX honoriert werden. Endkunden sollen hingegen davon profitieren, dass aus einzelnen Kundendaten „smarte Daten“ werden, mit denen Produktpartner der JDC Group neuartige Versicherungsprodukte entwickeln können. Zudem sollen JDC-Kunden für die Bereitstellung ihrer Daten mit Blocx honoriert werden. Bei der Verwendung der Kundendaten verfolgt die JDC Group AG also ein Geschäftsmodell, dass sich von Google, Amazon & Co deutlich unterscheidet: Kunden sollen einen echten Gegenwert für ihre Daten erhalten.

“Als etabliertes, marktführendes Unternehmen mit bekannten Partnern werden wir bei der Einwerbung von Mitteln für das ICO und der Ausgabe von Token an Kunden, Berater und Vermittler sowie Investoren sorgfältig einem rechtskonformen Verfahren folgen – einschließlich der erforderlichen Know-Your-Customer-Prozedur”, sagt Stefan Bachmann, der vergangenes Jahr von Google in den Vorstand der JDC Group wechselte. “In den letzten Monaten hat es ICOs von Start-Ups mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen Euro auf Basis einiger Prototypen, ein paar Ideen und einer nicht existierenden Nutzerbasis gegeben. Bei etablierten Unternehmen ist es durchaus vorstellbar, dass wir ICOs mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro sehen werden”, so Bachmann weiter.

Nachrichten über die JDC Group AG

Scoredex-Profil der JDC Group AG

 

Kooperation mit Albatros: Dr. Sebastian Grabmaiers erfolgreiche Digitalisierungsstrategie

Der zur JDC Group AG gehörende Maklerpool Jung, DMS & Cie. bleibt auf Erfolgskurs. Eine kürzlich vereinbarte Kooperation mit Albatros, dem führenden Belegschaftsmakler der Lufthansa, unterstreicht die erfolgreiche Digitalisierungsstrategie von JDC-Chef Dr. Sebastian Grabmaier.

Dr. Sebastian Grabmaier

JDC-Chef Dr. Sebastian Grabmaier setzt erfolgreich auf Digitalisierung.

Nach erfolgreichem Abschluss eines seit Mitte des Jahres laufenden Pilotprojekts haben der Belegschaftsmakler Albatros und der Maklerpool Jung, DMS & Cie. eine umfangreiche Kooperation vereinbart. Beide Parteien haben einen „Letter of Itent“ (Absichtserklärung) unterzeichnet.

Bis zum Jahreswechsel plant Albatros den gesamten Bestand von rund 150.000 Versicherungsverträgen auf die JDC-Plattformen zu übertragen. In Zukunft sollen alle Bestands- und Neukunden über die Infrastruktur des Wiesbadener Maklerpools abgewickelt werden.

Albatros erhofft sich durch die Kooperation die eigenen IT-Investitionen massiv reduzieren zu können und sich stärker auf die Kernkompetenzen im Vertrieb konzentrieren zu können. Als einer der größten Belegschaftsmakler in Deutschland zählen neben der Lufthansa unter anderem Mitarbeiter von Coca Cola, Condor, Fraport, Merck oder der Deutschen Post zum Kundenstamm von Albatros.

Nach erfolgreicher Übertragung des Bestands können Albatros-Kunden die schnell wachsende JDC-App „allesmeins“ nutzen. „Mit der Kooperation werden unsere Provisionsumsätze im Privatkundengeschäft deutlich wachsen und nach Kosten zu einem sehr relevanten und langfristigen wiederkehrenden Ergebnisbeitrag führen“, kommentiert Ralph Konrad, CFO der JDC Group AG die Vorteile der Kooperation mit Albatros gegenüber dem Branchenmagazin procontra.

JDC-Chef Dr. Sebastian Grabmaier setzt auf Digitalisierung

„Die Kooperation von Albatros und JDC zeigt, dass Digitalisierung Strukturen und Ertragspotentiale im Markt nachhaltig verändern kann“, erklärt JDC-Vorstandsvorsitzender Dr. Sebastian Grabmaier gegenüber dem Fachmagazin Das Investment. „Intermediäre aller Art – also Banken, Vertriebe und eben auch größere Makler – können sich zukünftig besser um ihren Service am Kunden kümmern statt Kapazitäten in die immer komplexer werdende Administration zu stecken.“

Jung, DMS & Cie. werde nicht nur von dem Wachstumsimpuls durch rund 150.000 neue Bestandskunden sondern auch der besseren Auslastung der eigenen IT-Infrastruktur profitieren. Entsprechend sieht Dr. Sebastian Grabmaier die Kooperation „als ersten, aber wesentlichen Schritt in das Outsourcing der Geschäftsprozesse großer Maklerorganisationen und Banken in Deutschland.“

Im Zuge einer langfristig angelegten Digitalisierungsstrategie hat der JDC-Chef die Automatisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen in der Vermittlung von Finanzprodukten zu einem Kernbereich der JDC Group AG erklärt. “Durch die Digitalisierung unserer internen Prozesse sind wir neben unserem klassischen Einzel-Maklergeschäft inzwischen der ideale Partner für Großmakler, Vertriebe und Banken, die kostengünstige Outsourcing-Lösungen für die Abwicklung ihres Versicherungsgeschäftes suchen”, erläutert Dr. Sebastian Grabmaier, CEO der JDC Group die Strategie der Gruppe: “Wir entwickeln uns mehr und mehr zum führenden digitalen Verwalter von Versicherungen und Finanzanlagen für Finanzintermediäre.”

JDC Group auf Erfolgskurs

Der Erfolg der JDC Group unterstreicht die Weitsicht von Dr. Sebastian Grabmaier. Im ersten Halbjahr 2017 konnte die JDC Group AG die positive Entwicklung der letzten Jahre weiter fortsetzen. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 40,3 Millionen Euro, der Gewinn (EBITDA) vervielfachte sich im selben Zeitraum auf 1,7 Millionen Euro (1. Halbjahr 2016: 0,4 Millionen Euro). Die operative Marge stieg im Vorjahresvergleich von einem Prozent auf 4,2 Prozent.

Die JDC Group AG gehört als ein führender, europäischer Advisortech-Anbieter zu den treibenden Kräften bei der Digitalisierung der Versicherungsbranche. Mit mehr als 16.000 angeschlossenen Vertriebspartnern, rund 1.200.000 Endkunden, einem betreuten Bestand von mehr als 4,5 Milliarden Euro und mehr als 1,4 Milliarden Produktabsatz pro Jahr ist die JDC Group einer der Marktführer im deutschsprachigen Raum.

Scoredex-Profil der Jung, DMS & Cie.

Fintech Knip vs. JDC-GROUP: Dr. Sebastian Grabmaier schlägt zurück

Das Fintech Knip ist Marktführer in der jungen und boomenden Insurtech-Branche. Doch schwache Geschäftszahlen und interne Querelen belasten das operative Geschäft des aggressiven Fintech-Unternehmens. Knip-Chef Dennis Just reagiert mit einem PR-Attacken gegen die Konkurrenten im umkämpften Markt.

Dr. Sebastian Grabmaier

JCD-Chef Dr. Sebastian Grabmaier lässt die Angriffe von Knip-Chef Dennis Just nicht auf sich sitzen.

Digitale Versicherungsordner, sogenannte Insurtechs, gelten als das nächste große Ding in der Versicherungsbranche. Alleine im ersten Halbjahr 2016 wurden nach einer Analyse des Marktführers Knip rund 574.000 Apps heruntergeladen – eine Steigerung von 720 Prozent zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2015: rund 80.000 Downloads).

Von dem Insurtech-Boom konnten neben dem Marktführer Knip, der derzeit rund die Hälfte des Marktes beherrscht, auch sieben weitere Wettbewerber profitieren: Allesmeins, Asuro, Clark, Getsafe, Financefox, Friendsurance und Simplr. Der steigende Wettbewerbsdruck und die wachsende Interessentenzahl an digitalen Versicherungslösungen sind Grund genug für den Knip-Gründer Dennis Just kräftig gegen seine Konkurrenten auszuteilen.

Besonders im Visier des Knip-Chefs ist die JDC-Group, die nicht nur die Versicherungs-App Allesmeins betreibt, sondern auch Onlineplattformen wie Geld.de, die JDC aus dem Bestand der mittlerweile insolventen Unister-Gruppe erworben hat. In einer Pressemitteilung bezeichnete Dennis Just den Kauf als Fehlinvestition. Geld.de habe schon länger zum Verkauf gestanden und verfüge nur über eine ernüchternde Reichweite, so Just in Richtung der Konkurrenz.

JDC Group reagiert gelassen auf Kritik

Dr. Sebastian Grabmaier lässt die Attacken von Dennis Just nicht unkommentiert und wirft dem Knip-Chef vor „PR-Nebelkerzen“ zu zünden. Die JDC Group sei sehr zufrieden mit dem Erwerb von Geld.de und man habe auch allen Grund dazu. Im Gegensatz zu vielen anderen Start-Ups sei Geld.de nämlich profitabel. “Von über 70.000 Seitenaufrufen im Monat, über 150.000 aktiven Kunden mit über 200.000 Verträgen, knapp fünf Millionen Euro Umsatz und drei Millionen Euro Ebit-Beitrag kann Knip noch lange träumen”, kommentiert Grabmaier Justs Angriffe gegenüber dem Branchendienst fondsprofessionell.de.

Zwar habe Knip signifikant mehr Downloads als die JDC-App Allesmeins, dafür glänze die JDC-Lösung mit hervorragenden Konversionraten. In den ersten Monaten nach Markteinführung stehe jedem Download der App auch rund ein Neuvertrag gegenüber. Das Geschäftsmodell funktioniere also wie geplant, so JDC-Chef Grabmaier.

Knip hat Probleme mit Konversionraten und Geschäftszahlen

Insurtech-Unternehmen

Downloads von Insurtech-Unternehmen (Quelle: Knip)

Ganz anders stellt sich hingegen die Situation beim Marktführer Knip dar. Die Konversionraten, also die tatsächlich erzielten Abschlüsse und erteilten Maklervollmachten je heruntergeladener App, sollen bei Knip genauso wie Umsatz-und Ertragszahlen äußerst bescheiden sein, heißt es von Brancheninsidern. Daher würde das Unternehmen wohl auch so ungern die eigenen Ergebnisse veröffentlichen, so Grabmaier.

Im Gegensatz zur Konkurrenz decke Knip mit 68 von 128 angeschlossenen Versicherungsunternehmen auch nur rund die Hälfte des Marktes ab. Aufgrund der schwachen Performance von Knip sollen sogar einige Versicherer die Zusammenarbeit wieder eingestellt haben, so Grabmaier, der Knip deshalb wahlweise als einen „Non-Event“ oder so klein, dass sie keine Makleranbindung schaffen würden, bezeichnet.

Die schwachen Geschäftszahlen sind nicht das einzige Problem von Knip-Chef Dennis Just

In den letzten Monaten haben zahlreiche Führungskräfte das 2013 gegründete Insurtech Knip verlassen. Im Februar der Produktechef, im Mai der Art Director, im Juni der Marketingchef und im Juli der Strategiechef. Zudem sollen in den beiden Kernmärkten Deutschland und Schweiz die Downloads in den letzten Monaten um bis zu 90 Prozent gesunken sein – was im Widerspruch zur markigen PR des Knip-Chefs Dennis Just steht.

Gegenüber der Handelszeitung rechtfertigte Dennis Just die schwachen Downloads und Umsätze mit dem Hinweis, dass Versicherungen von „September bis November“ verkauft werden und Versicherungs-Apps sich am besten von „Oktober bis März“ vermarkten ließen. Eine eher schwache Rechtfertigung angesichts der markigen PR-Sprüche von Knip-Chef Dennis Just.

Digital-Strategie: Jung DMS & Cie. kauft Geld.de

Sebastian Grabmaier

Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstand von Jung, DMS & Cie.

Die JDC Group AG, das Mutterunternehmen des Maklerpools Jung DMS & Cie., kauft im Zuge der Digitalisierungsstrategie des Konzerns das Finanzportal Geld.de von der Unister-Gruppe.

Sebastian Grabmaier, Vorstand der JDC Group AG, setzt bereits seit Jahren auf Digitalisierung um den neuen Anforderungen der Finanz- und Versicherungsbranche gerecht zu werden. Allen angeschlossenen Maklern sowie Versicherungsnehmern bietet Jung DMS & Cie. mit der App „Allesmeins“ eine Art digitalen Versicherungsorder zur Verwaltung von Versicherungen und Kapitalanlagen.

Durch den Kauf von Geld.de erhält die JDC Group AG Zugang zu hunderttausenden Kunden des Onlineportals. Diesen wird in Zukunft auch der digitale Versicherungsordner „Allesmeins“ angeboten werden.

JDC-Chef Dr. Sebastian Grabmaier setzt auf „hybride Beratung“

Erklärungsarme Produkte werden in Zukunft vermehrt online abgeschlossen werden, aber komplexere Produkte, insbesondere Altersvorsorge und Krankenversicherungen, werden auch in Zukunft eine persönliche Beratung benötigen, so die These von Dr. Sebastian Grabmaier. Daher setzt Jung, DMS & Cie. auch auf eine Hybridberatung.

Dieses Modell könne die Berater entlasten, meint Grabmaier, da sich diese dann auf die erklärungsbedürftigen Produkte konzentrieren und dem Kunden damit eine noch bessere Beratung anbieten können.

Der große Vorteil der Maklerpools sei es, dass sie sowohl online, als auch offline ihren Kunden Hilfestellung bieten können.

„Durch unsere hybride Strategie, die persönliche Beratung mit modernster Finanztechnologie kombiniert, können wir Endkunden ein hochattraktives Angebot in allen Finanzfragen machen und unseren Maklern damit neue Kunden und zusätzliche Geschäfts- und Vergütungsmodelle erschließen”, kommentiert Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender von Jung, DMS & Cie., die Transaktion gegenüber dem Branchenmagazin Versicherungswirtschaft.de.

„In der Kombination aus „allesmeins“ und Geld.de, gemeinsam mit unseren ca. 16.000 Vertriebspartnern sind wir das marktführende Advisortech-Unternehmen in Europa und wollen die Zukunft des freien Finanzvertriebs neu definieren.”

Die JDC Group AG sieht Grabmaier optimal gerüstet. Der Konzern sei das beste Beispiel, dass durch Fusionen und Digitalstrategie Wachstumsimpulse ausgelöst werden können.

Die Zukunft der Finanzbranche: Fintechs und Robo-Advisor

Der Digitalisierung gehört die Zukunft. Duzende Start-Ups sind angetreten, die Finanz- und Versicherungswirtschaft umzukrempeln. Das verwaltete Vermögen der jungen Marktteilnehmer steigt rasant. Doch die etablierten Marktteilnehmer kontern mit eigenen Lösungen.

Robo-Adivsor

Fintechs gehört die Zukunft. (Foto: Shutterstock)

In Deutschland verwalten 40 junge Start-Up-Unternehmen rund 100 Millionen Euro mit Hilfe sogenannter Robo-Advisor. Was überschaubar klingt, ist aber die Zukunft. Bis 2020 könnte das verwaltete Vermögen bereits auf 30 Milliarden Euro steigen, schätzt die Strategieberatung Oliver Wyman. Weltweit läge das Potential sogar bei 440 Milliarden Euro.

Die Ansätze der Fintech-Unternehmen sind dabei so verschieden, wie die Präferenzen ihrer Kunden. Scalable beispielsweise verfügt über eine Genehmigung der BaFin, nimmt Gelder der Kunden an und investiert ohne vor jeder Transaktion eine Zustimmung des Kunden einzuholen. Klassische Vermögensverwaltung quasi, transparent einsehbar über die Onlineplattform des Unternehmens.

Die meisten Konkurrenten in der noch jungen Fintech-Branche verfolgen aber einen anderen Ansatz. Mittels Algorithmen werden für jeden Kunden Empfehlungen für Finanzprodukte erstellt, der Vermittler ersetzt. Der Vertragsabschluss kommt allerdings nicht mit dem Unternehmen selbst, sondern einer Partnerbank zustande. Auf diese Weise wird eine eigene BaFin-Lizenz umgangen.

Banken und Vermögensverwalter geben sich nicht kampflos geschlagen.

Diverse Großbanken experimentieren mit eigenen Robo-Advisor-Konzepten. Seit Dezember 2015 bietet beispielsweise die Deutsche Bank ihren Kunden die Möglichkeit sich mittels eines Robo Advisors eine Anlagestrategie mit verschiedenen ETFs und Fonds zusammenzustellen.

Die Deutsche Bank ist nicht die erste größere Bank, die eine solche automatisierte Beratung in ihr Angebot mit aufnimmt. Bis dato waren es vor allem die Direktbanken ING Diba und Comdirect, die mit Robo-Advisoren ihre Kunden durch ihre Online-Portale führten. Auch die Targobank und die Quirinbank bieten schon Robo-Advisor an.

Versicherungsbranche ist ebenfalls im Visier von Fintechs.

Seit einigen Jahren lehren aggressive Fintechs die Maklerbranche das Fürchten. Während sich die Ertragssituation vieler selbstständiger Makler kontinuierlich verschlechtert hat, glänzen die neuen Marktteilnehmer mit hohen Wachstumsraten. Experten rechnen bereits mit einer Konsolidierungswelle.

Die Platzhirsche können mit hohen Download-Zahlen glänzen und verweisen auf den engen Kontakt zum Kunden. Die App von Platzhirsch Knip wurde seit Gründung des Unternehmens 2013 rund 230.000 Mal heruntergeladen. Und auch die engsten Konkurrenten GetSafe (76.000 Downloads), FinanceFox (33.000) und Clark (20.000) weisen schon nach kurzer Zeit am Markt beachtliche Erfolge nach.

Die starken Akteure im Versicherungsvertrieb allen voran die Maklerpools nehmen die Konkurrenz der Fintechs sehr ernst und kontern mit eigenen Digitallösungen. Jung, DMS & Cie. veröffentlichte Anfang des Jahres die App allesmeins.de, die mittlerweile von 400 Maklern aktiv beim Kunden eingesetzt wird. Neben der IOS-Version hat Jung, DMS & Cie. die App nun auch für Android veröffentlicht, was der Verbreitung weiteren Vorschub geben wird.

Im Gegensatz zu den jungen Fintechs setzt JDC-Chef Dr. Sebastian Grabmaier auf die Verknüpfung von digitaler Welt und persönlicher Beratung. Grabmaier nennt seinen Ansatz hybride Beratung. “Erstmalig kann sich ein Vermittlerkunde einfach und bequem über sein Smartphone online über Anlage- oder Absicherungsprodukte informieren und diese auch sofort abschließen, ohne dass er dabei seine gewohnte Vertrauensperson verliert”, erklärt der JDC-Chef im Inteview mit cash.online.

Auch Norbert Porazik, Chef des Maklerpools Fonds Finanz Maklerservice, setzt seit kurzem auf eine eigene App. Mit der neuen App, die von der Softwarefirma Softfair entwickelt wurde, plant Fonds-Finanz-Chef Norbert Porazik seinen Maklern alle Features, die zur Verwaltung von Maklerkunden notwendig sind anzubieten. Man befinde sich mit dem neuen Konzept auf Augenhöhe mit der wachsenden Fintech-Konkurrenz.

“Mit unserer neuen App muss kein Makler mehr die Konkurrenz von großen Vergleichsportalen oder Fintechs fürchten”, kommentierte Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz, gegenüber dem Branchenmagazin cash online. “Wir geben ihnen ein vollwertiges virtuelles Maklerbüro an die Hand, das auch Endkunden begeistern wird.”

Dr. Sebastian Grabmaier sieht Versicherungsbranche für die Zukunft gut gerüstet

Digitaler Wandel, Nachwuchssorgen und politische Regulierung. Die Herausforderungen der Versicherungsbranche sind multipel. Dennoch glauben Insider wie JDC-Chef Dr. Sebastian Grabmaier an die Problemlösungskräfte der Versicherungswirtschaft.

Sebastian Grabmaier

Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstand von Jung, DMS & Cie.

Kaum eine Branche ist in Deutschland so abhängig vom Gesetzgeber wie die Versicherungswirtschaft – insbesondere beim Thema Altersvorsorge. Bis ins letzte Detail gibt es Vorgaben für das Beratungsgespräch, die Vertragskonditionen und die Vergütung der Vermittler.

Aber auch die Art und Weise, wie die Versicherer das Geld ihrer Kunden investieren dürfen, ist von der Politik reglementiert – und zwar sicher, aber auch renditeschwach. Ein Umstand der nicht nur den Versicherungsunternehmen Kopfschmerzen bereitet, sondern auch die Anleger Chancen und damit Zinsen kostet.

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank tat dann ihr Übriges. Die Renditen der Versicherungsprodukte sanken in den letzten Jahren kontinuierlich – und damit auch die Altersvorsorge der meisten Deutschen. Also musste  schnell ein Schuldiger her. Man rate und staune: Die Wahl fiel auf die Versicherungsunternehmen.

Nach Rentenkürzungen und der Einführung der Riesterrente liebäugelte die Politik nun mit einer privaten Altersvorsorge unter staatlicher Aufsicht. Unter Labels wie „Deutschland-Rente“ oder „Schäuble-Bonds“ kamen verschiedenste Vorschläge aus den Reihen der politischen Arena.

Die Reaktion der Versicherungslobby ließ nicht lange auf sich warten.  “Den Staat selbst quasi als Überkonkurrent in den Markt einzuführen, ist nicht nur wettbewerbsrechtlich sondern auch ordnungspolitisch verfehlt”, wettert Peter Schwark in der “FAZ”. Es sei zudem keineswegs erwiesen, dass ein staatlich verwalteter Fonds kostengünstiger sei als eine marktwirtschaftliche Lösung, warnt das Mitglied der Hauptgeschäftsführung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Die Versicherungsbranche ächzt unter erheblichem Nachwuchsmangel.

Die gesetzlichen Anforderungen an Berater und Vermittler von Versicherungslösungen wurden in den letzten Jahren angehoben. Gleichzeitig wurden aber auch die Verdienstmöglichkeiten durch den Gesetzgeber beschnitten, indem die Höhe der Provisionen stark reglementiert wurde. Ein erstaunliches Vorgehen unter dem Aspekt, dass die private Altersvorsorge der Deutschen eigentlich ausgebaut und nicht abgebaut werden sollte.

Das zweite Ziel der politischen Regulierung – der Honorarberatung den Weg in die Wohnzimmer zu ebnen – wurde ebenfalls nicht erreicht. Auch Jahre nach den Reformen machen Ausschließlichkeitsvertreter den allergrößten Teil des Versicherungsgeschäfts – und diese Situation wird sich auch in nächster Zeit nicht ändern.

Das nebeneinander der beiden Vermittlungsformen habe aber nicht nur Nachteile, findet Dr. Sebastian Grabmaier, Chef des Maklerpools Jung, DMS & Cie. AG und seit diesem Jahr auch Vorstand des Verbands Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa VOTUM e. V. Im Gespräch mit versicherungswirtschaft-heute.de erklärt Dr. Sebastian Grabmaier:

Die traditionelle Provisionsvermittlung wird weiter das Grundmodell für die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten sein und sein müssen. Gerade für erfolgreiche Berater und Vermittler ist dies aber nicht entscheidend: Der maßgeschneiderte Lösungsvorschlag für jeden Kunden muss sich am individuellen Bedarf und “Geschmack” des Kunden ausrichten. Und dafür bietet das Modell der Honorarberatung ideale Möglichkeiten.

Der Staat solle sich besser zurückhalten, findet Dr. Sebastian Grabmaier. Die Regulierung habe bisher meist mehr Probleme verursacht, als sie lösen konnte. Ein wenig Vertrauen in die altehrwürdige Branche könne nicht schaden. Dr. Sebastian Grabmaier erklärt:

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Branche ihre Probleme selbst lösen kann. Dem Ruf nach der Politik folgt meist eine “Verschlimmbesserung” der Situation. So hat der Ruf nach einer Provisionsdeckelung in der Krankenversicherung zwar den Kunden null erspart, jedoch weite Teile des Vertriebsmarktes zum Erliegen gebracht. (…)

Mein Wunsch wäre es daher, dass sich der Gesetzgeber neben der möglichst schonenden Umsetzung der EU-Richtlinien MiFiD und IDD mit weiteren Veränderungen zurückhält, denn Gesetzesänderungen hatten wir in den letzten Jahren wahrlich genug.

 Digitaler Wandel als Herausforderung für die Versicherungsbranche

Neben politischer Regulierung und Nachwuchsmangel ist die Digitalisierung der Branche die größte Herausforderung der Versicherungsbranche. Diverse junge Start-Up-Unternehmen machen als sogenannte Fintechs den etablierten Marktteilnehmern vermehrt Konkurrenz.

Nachdem das Thema lange Stiefmütterlich behandelt wurde, schlägt die Branche jetzt mit aller Wucht zurück. Jung, DMS & Cie., dessen Chef Dr. Sebastian Grabmaier einer der Ersten war, der auf den Megatrend Digitalisierung hingewiesen hat, bietet seinen Beratern mit der App “allesmeins” eine eigene Fintechlösung zur Kundenbetreuung an.

Erklärungsarme Produkte werden in Zukunft vermehrt online abgeschlossen werden, aber komplexere Produkte, insbesondere Altersvorsorge und Krankenversicherungen, werden auch in Zukunft eine persönliche Beratung benötigen, so die These von Dr. Sebastian Grabmaier. Daher setzt Jung, DMS & Cie. auch auf eine Hybridberatung.

Dieses Modell könne die Berater sogar entlasten meint Grabmaier, da sich diese dann auf die erklärungsbedürftigen Produkte konzentrieren und dem Kunden damit eine noch bessere Beratung anbieten können.

Der große Vorteil der Maklerpools sei es, dass sie sowohl online, als auch offline ihren Kunden Hilfestellung bieten können. „In dieser Form der hybriden Beratung – online und persönlich – sehen wir große Chancen für moderne Berater und Vermittler: Digitalisierung bedeutet höhere Marktanteile für diejenigen, die verstanden haben, wie sie sich effizient und effektiv aufstellen können und sich auf das Wesentliche konzentrieren“, erklärt Dr. Sebastian Grabmaier im Cash-Interview.

Dennoch stehe die Branche weiterhin unter Konsolidierungsdruck. Nicht jeder Maklerpool, nicht jedes Versicherungsunternehmen hat ein Geschäftsmodell, das zukunftsfähig ist, daher werde es auch in Zukunft weiter Fusionen geben. Dies müsse der Branche aber nicht zwangläufig schaden, sondern kann auch positive Wirkung entfalten.

JDC sei das beste Beispiel, dass Fusionen unter Pools Wachstumsimpulse auslösen und erfolgreich sein können. Eine gewisse Größe der Einkaufsgemeinschaften würde es neuen Akteuren schwer machen, zu den etablierten Anbietern aufzuschließen, erklärt Grabmaier.

Maklerpools: Dr. Sebastian Grabmaier erwartet Konsolidierung

Deutschlands Maklerpools stehen seit einigen Jahren unter Druck. Nachwuchsmangel, die Herausforderungen der Digitalisierung sowie neue, aggressive Konkurrenten machen den etablierten Playern das Leben schwer. Dr. Sebastian Grabmaier, Chef von Jung, DMS & Cie., setzt auf zwei Wege um auch in Zukunft die Marktrelevanz seines Maklerpools zu sichern: Digitalisierung und Konsolidierung.

Sebastian Grabmaier

Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstand von Jung, DMS & Cie.

Der Maklerpool Jung, DMS & Cie. AG (JDC) wurde 2003 im Zuge eine Fusion der Dr. Jung & Partner GmbH mit der DMS Deutsche Maklerservice AG und der Finanzplan Fonds-Marketing GmbH gegründet. Durch die kontinuierliche, erfolgreiche Arbeit sowie kleinere Fusionen, beispielsweise mit Advisortech und Gamax, konnte der Vorstandsvorsitzende Dr. Sebastian Grabmaier die JDC AG zu einem der führenden Maklerpools in Deutschland entwickeln.

Seit einigen Jahren sieht sich die Poolbranche allerdings neuen Herausforderungen ausgesetzt, auf die es zeitnah zu reagieren gilt. Hierzu gehören neben der zunehmenden Digitalisierung, die auch die Vermittlerszene mittlerweile voll erfasst hat, ernsthafte Nachwuchssorgen sowie eine erstarkende Konkurrenz von jungen Fintech-Unternehmen, die sich vorgenommen haben, den etablierten Versicherungsvermittlern das Geschäft streitig zu machen.

Die Antwort der Branche lautete vor allem Konsolidierung.

Eine Entwicklung, die sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen wird, meint Dr. Sebastian Grabmaier. Im Interview mit Cash online erklärt der JDC-Chef: „Nicht jeder Pool muss zwanghaft alle Produktgruppen oder Services abdecken, und da könnten sich komplementär aufgestellte Pools gut ergänzen oder gleich aufgestellte Pools durch gemeinsame Prozesse Synergien heben.“

JDC sei das beste Beispiel, dass Fusionen unter Pools Wachstumsimpulse auslösen und erfolgreich sein können. Eine gewisse Größe der Einkaufsgemeinschaften würde es neuen Akteuren schwer machen, zu den etablierten Anbietern aufzuschließen, erklärt Grabmaier.

Allerdings sei es noch wichtiger möglichst gut auf die sich schnell verändernden Marktgegebenheiten zu reagieren. „Dies gilt insbesondere in den immer wichtiger werdenden Bereichen Beratungs- und Abwicklungstechnologie, für den auch immer höher werdende Anteile des Deckungsbeitrages verwendet werden“, so Grabmaier.

Dr. Sebastian Grabmaier sieht vor allem die Digitalisierung der Branche als zentrale Herausforderung an.

Daher habe Jung, DMS & Cie. früh begonnen in die Entwicklung eigener Technologien zu investieren und mache beispielsweise mit der App „allesmeins.de“ den erstarkenden Fintech-Unternehmen Konkurrenz.

Bei der fachlichen Kompetenz und beim Kundenzugang könnten die Neulinge bisher eh nicht mithalten. Der große Vorteil der Maklerpools sei es, dass sie sowohl online, als auch offline ihren Kunden Hilfestellung bieten können. „In dieser Form der hybriden Beratung – online und persönlich – sehen wir große Chancen für moderne Berater und Vermittler: Digitalisierung bedeutet höhere Marktanteile für diejenigen, die verstanden haben, wie sie sich effizient und effektiv aufstellen können und sich auf das Wesentliche konzentrieren“, erklärt Dr. Sebastian Grabmaier im Cash-Interview.

Das Gute für JDC-Kunden sei laut Grabmaier, dass sie sowohl vom Komfort moderner Technologien profitieren gleichzeitig aber ihren gewohnten Ansprechpartner behalten können – ein Luxus den Fintechs nicht liefern.

Auch der Marktführer Fonds Finanz, dessen Chef Norbert Porazik die Fintech-Konkurrenz lange unterschätzt hat, setzt mittlerweile auf Digitalisierung.

Ab dem 1. Februar 2016 steht angeschlossenen Vermittlern des Maklerpools Fonds Finanz Maklerservice GmbH eine neu entwickelte App zur Verfügung. Das Tool soll Maklern im Alltag ihr Geschäft erleichtern und vollständig individualisierbar sein.

“Mit unserer neuen App muss kein Makler mehr die Konkurrenz von großen Vergleichsportalen oder Fintechs fürchten”, kommentierte Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz, gegenüber dem Branchenmagazin cash online. “Wir geben ihnen ein vollwertiges virtuelles Maklerbüro an die Hand, das auch Endkunden begeistern wird.”

Maklerpools fordern Provisionsabgabeverbot

Bei ihrem 10. Treffen hat sich die Initiative „Pools für Makler“ des Bundesverband Finanzdienstleistungen e.V. (AfW) klar gegen die Abgabe von Provisionen ausgesprochen. In der „Mannheier Erklärung“ fordern die unterzeichnenden Maklerpools ein Provisionsabgabeverbot. 

Von links nach rechts: Lars Lüthans – Netfonds, Jürgen Schirmer - FondsKonzept, Frank Ulbricht - BCA, Sven Burkhart - WIFO, Norman Wirth – AfW, Norbert Porazik - Fonds Finanz, Frank Rottenbacher – AfW, Oliver Lang - BCA, Sebastian Grabmaier - Jung, DMS & Cie., Carsten Brückner – AfW, Daniel Ahrend - maxpool. Foto: AfW

Von links nach rechts: Lars Lüthans – Netfonds, Jürgen Schirmer – FondsKonzept, Frank Ulbricht – BCA, Sven Burkhart – WIFO, Norman Wirth – AfW, Norbert Porazik – Fonds Finanz, Frank Rottenbacher – AfW, Oliver Lang – BCA, Sebastian Grabmaier – Jung, DMS & Cie., Carsten Brückner – AfW, Daniel Ahrend – maxpool. Foto: AfW

Am Rande des jährlich stattfindenden Fondskongress beschlossen die Maklerpools BCA, Fonds Finanz Maklerservice, Jung DMS & Cie., Maxpool, Netfonds, Fondskonzept und WIFO gemeinsam mit dem AfW eine Erklärung. Sowohl der Branchenverband als auch die Maklerpools fordern ein allgemeines Provisionsabgabeverbot. Die Rückzahlung von Provisionen zu Werbe- und Kundengewinnungszwecken unterlaufe das Ziel einer hochwertigen Kundenberatung.

Daher würden die Unterzeichner der „Mannheimer Erklärung“, die sich den Initiativmitgliedern Degenia Versicherungsdienst und Aruna anschlossen, auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen verzichten, die mit Provisionsrückzahlungen werben. Zudem forderte die Initiative „Pools für Makler“ die Versicherer auf, ebenfalls auf ein Provisionsverbot hinzuarbeiten und auf eine Zusammenarbeit mit provisionsabgebenden Unternehmen zu verzichten.

Die Mannheimer Erklärung im Wortlaut:

Die unterzeichnenden Pools und der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung stehen für eine qualitativ hochwertige, an den Kundenbedürfnissen orientierte Beratung und Betreuung. Sie sehen die online gestützte Beratung als zukunftsorientierte Ergänzung des Beratungs- und Betreuungsangebotes an.

Allerdings widerspricht eine ausschließlich auf die Provisionsabgabe gestützte Werbung dem Selbstverständnis der Unterzeichner im Hinblick auf eine gute Beratung und Betreuung, sofern keine adäquate sonstige Vergütung vereinbart wird.

Die Unterzeichner verzichten daher auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen, deren Geschäftsmodell und Werbung ausschließlich auf dem Versprechen von Provisionsabgabe oder des Auslobens sonstiger Vergütungen für den Abschluss eines Versicherungsvertrages an den Kunden ausgerichtet ist.

Gleichzeitig fordern die Unterzeichner die Versicherer auf, die Zusammenarbeit mit diesen “Provisionsabgebern” einzustellen bzw. erst gar nicht aufzunehmen. In diesem Sinne werden die Unterzeichner weiterhin die qualitativ hochwertige Beratung und Betreuung in das Zentrum ihrer Kundenkommunikation stellen und sich nicht an einem “Provisionsabgabe Überbietungswettbewerb” beteiligen.

Versicherungs-Fintech Clark wirbt mit 150€ Bestandskunden-Prämie

Dr. Christopher Oster, Geschäftsführer der Clark Germany GmbH.

Das Fintech-Unternehmen Clark hat seit Markteinführung Anfang 2015 die Versicherungsbranche in Aufruhr versetzt. Jetzt will das Unternehmen mit einer aggressiven Werbekampagne das eigene Wachstum forcieren. Die Versicherungsbranche kontert mit eigenen Innovationen.

Nach dem Prinzip „Kunden werben Kunden“ buhlt Clark aktuell um Bestandskundenbestände. 150 Euro erhalten Tippgeber, wenn ein empfohlener Neukunde ein Maklermandat an Clark überträgt. Das Unternehmen erhofft sich von der Kampagne, Bestände klassischer Makler abwerben zu können. Nach dem 15. Februar wird diese Prämie wieder auf 50 Euro reduziert, erklärt Dr. Christopher Oster, Geschäftsführer der Clark Germany GmbH.

Die Kampagne von Clark unterstreicht das aggressive Vorgehen einiger Fintech-Unternehmen, die klassischen Finanz- und Versicherungsberatern in den letzten Jahren immer stärker zusetzen. Die jungen Fintechs glänzen beim Kunden vor allem durch niedrigere Kosten beziehungsweise der Rückerstattung von Provisionen.

Ohne Außendienst konnten die “jungen Wilden” auf diese Weise innerhalb kurzer Zeit mehr als 200.000 Kunden für sich gewinnen. Am erfolgreichsten am deutschen Markt agiert derzeit das Unternehmen „Friedensurance“, das seit seiner Gründung 80.000 Kunden gewinnen konnte.

Venture-Kapital-Investoren setzen derzeit große Summen auf einen Marktumbruch mittels Fintech. Alleine die acht größten Fintech-Unternehmen in Deutschland wurden mit mehr als 100 Millionen Euro Risikokapital ausgestattet. Und auch bei Clark finanziert mit der Springer-Tochter WeltNet24 ein kapitalstarker Investor das Wachstum.

Doch die Platzhirsche der Versicherungs- und Finanzbranche geben nicht ohne weiteres klein bei und kontern mit eigenen Produkten und Fintechlösungen. Seit Dezember dieses Jahres bietet beispielsweise die Deutsche Bank ihren Kunden die Möglichkeit, sich mittels eines Robo Advisors eine Anlagestrategie mit verschiedenen ETFs und Fonds zusammenzustellen.

Früher dran war Dr. Sebastian Grabmaier. Der Vorstandsvorsitzende des Münchener Maklerpools Jung, DMS & Cie., hat das Thema Digitalisierung frühzeitig für sich entdeckt und setzt auf hauseigene Lösungen, um seine angeschlossenen Makler für die Herausforderungen des digitalen Wandels zu wappnen.

Mit der App “allesmeins” bietet Jung, DMS & Cie. Endkunden per Smartphone einen transparenten Überblick über sämtliche Versicherungsverträge und Investments. Zudem können einfache Transaktionen direkt per Handy abgeschlossen werden.

Auch der größte deutsche Maklerpool Fonds Finanz zog Anfang des Jahres nach. Ab heute steht Vermittlern der Fonds Finanz eine eigene App zur Kundenverwaltung zur Verfügung. Mit der neuen App, die von der Softwarefirma Softfair entwickelt wurde, plant Fonds-Finanz-Chef Norbert Porazik seinen Maklern alle Features, die zur Verwaltung von Maklerkunden notwendig sind anzubieten. Man befinde sich mit dem neuen Konzept auf Augenhöhe mit der wachsenden Fintech-Konkurrenz.

JDC-Chef Dr. Sebastian Grabmaier kritisiert Deutschland-Rente-Konzept

Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstand Jung, DMS & Cie.

Drei hessische Minister wollen mit dem Konzept „Deutschland-Rente“ einen neuen Rentenfonds gründen, um eine zusätzliche private Altersvorsorge attraktiver zu machen. Die Versicherungslobby läuft Sturm gegen den Plan von Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Sozialminister Stefan Grüttner und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.

„Wir schlagen eine einfache, sichere und günstige zusätzliche Altersvorsorge vor: die Deutschland-Rente, ein Standardprodukt für jedermann. Sie wird zum Selbstkostenpreis von einem zentralen Rentenfonds verwaltet, damit das Geld, das Bürger für ihre zusätzliche Altersvorsorge beiseitelegen, sicher vor überteuerten Angeboten ist“, schreiben die Minister in einem Positionspapier.

Die Deutschland-Rente soll ein Rentenfonds sein, der nach dem Vorbild des norwegischen Staatsfonds strukturiert, frei von politischem Einfluss und ohne Gewinnabsicht arbeiten soll. Der sogenannte Deutschlandfonds soll seine Anlagen breit streuen und eine vergleichsweise hohe Aktienquote haben.

Die Einzahlung in den Fonds soll nach den Plänen der hessischen Minister, wie bei der Rentenversicherung, direkt durch den Arbeitgeber erfolgen. „Die Einzahlung erfolgt daher unbürokratisch auf bereits etabliertem Weg. Die Anlage der eingezahlten Beiträge obliegt dann dem Deutschlandfonds, einem eigenständigen zentralen Rentenfonds, der ohne eigenes Gewinninteresse auf Selbstkostenbasis arbeitet und geschützt vor politischem Zugriff ist“, heißt es in dem Positionspapier.

Die Pläne für eine Deutschland-Rente stossen auf massiven Widerstand der Versicherungsbranche.

“Den Staat selbst quasi als Überkonkurrent in den Markt einzuführen, ist nicht nur wettbewerbsrechtlich sondern auch ordnungspolitisch verfehlt”, wettert Peter Schwark in der “FAZ”. Es sei zudem keineswegs erwiesen, dass ein staatlich verwalteter Fonds kostengünstiger sei als eine marktwirtschaftliche Lösung, warnt das Mitglied der Hauptgeschäftsführung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Auch Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstand des Maklerpools Jung, DMS & Cie. sieht das Konzept der Deutschland-Rente ausserordentlich kritisch. Das Konzept habe drei große Fehler, „die es zu einem Albtraum machen“, erklärt Grabmaier im Interview mit Das Investment.

Als erste große Schwäche nennt Dr. Sebastian Grabmaier die Zuständigkeit des Staats für die Anlagestrategie. Es gebe aber in der „Geschichte kein einziges Beispiel dafür, dass der Staat den Markt langfristig schlagen kann“, so Grabmaier. Es bestehe das Risiko, dass ein Staats-Fonds sozialpolitische und planwirtschaftliche Zwecke verfolgen würde und dabei das gewünschte Ziel einer nachhaltigen Altersvorsorge aus den Augen verliert.

Die zweite große Schwäche eines Zentralfonds ist laut Grabmaier das Einheitskonzept des Fonds, welches die persönliche Situation des Einzahlers in keiner Weise berücksichtigt. Gerade jungen Arbeitnehmern würde hierdurch die Möglichkeit genommen, durch eine hohe Aktienquote langfristig höhere Erträge zu erzielen. Lebenszyklusmodelle seien jedoch ein „Wesensmerkmal aller modernen Alterssicherungssysteme. Einheitsmodelle dagegen vergeben Renditechancen“, erklärt der JDC-Chef Grabmaier.

Das dritte Problem eines großen Staatsfonds sieht Dr. Sebastian Grabmaier in der Verzerrung der Wirtschaft. Schon aufgrund der schieren Größe eines Deutschland-Fonds würde der Fonds innerhalb kurzer Zeit enormen Einfluss auf die Unternehmensfinanzierung und damit automatisch auch auf die Unternehmenssteuerung auf Hauptversammlungen und im Aufsichtsrat von Aktiengesellschaften haben.

Das Argument vermeintlicher Kostenvorteile sieht Grabmaier hingegen skeptisch. Kostenvorteile durch Entfall von Vertriebskosten würden schnell durch höhere Verwaltungskosten und Ineffizienzen der Kapitalanlagen aufgefressen.