Deutschland steht vor einer gewaltigen Investitionsaufgabe. 500 Milliarden Euro Sondervermögen treffen auf einen Infrastrukturbedarf, den PwC für die kommende Dekade auf rund 1,9 Billionen Euro beziffert. Damit rückt Infrastruktur auch für Anleger stärker in den Fokus. Doch zwischen Stromnetz, Rechenzentrum, Windpark und Verkehrsinfrastruktur liegen erhebliche Unterschiede bei Rendite, Finanzierung und Risiko.
„Infrastruktur ist kein Renditeversprechen. Entscheidend ist, welche Assets finanziert werden, wie ihre Einnahmen entstehen und welchen Preis Anleger für diese Cashflows bezahlen.“
– SCOREDEX Redaktion
Infrastruktur-Investments 2026 auf einen Blick
- 500 Milliarden Euro Sondervermögen
- 1,9 Billionen Euro Investitionsbedarf
- Privates Kapital gewinnt an Bedeutung
- ELTIFs öffnen private Märkte
- Erlösmodelle bestimmen das Risiko
- Liquidität bleibt ein Schlüsselfaktor

Warum Infrastruktur-Investments 2026 an Bedeutung gewinnen
Infrastruktur bildet das Fundament einer modernen Volkswirtschaft. Verkehrswege ermöglichen Warenströme, Stromnetze verbinden Erzeuger und Verbraucher, Glasfasernetze und Rechenzentren tragen die Digitalisierung. Energie-, Wasser- und Entsorgungsanlagen stellen grundlegende Leistungen bereit.
Deutschland verfügt über ein dichtes Infrastrukturnetz – doch ein erheblicher Teil davon ist in die Jahre gekommen und muss modernisiert, erweitert oder neu aufgebaut werden.
PwC kommt in der Studie „Standort Zukunft: Infrastruktur“ für die kommende Dekade auf einen Investitionsbedarf von rund 1,9 Billionen Euro. Einschließlich privater Energieinvestitionen ergibt sich ein Volumen von etwa 2,17 Billionen Euro.
Besonders groß ist der Bedarf in folgenden Bereichen:
| Bereich | Geschätzter Investitionsbedarf |
|---|---|
| Straße | 724 Mrd. € |
| Schiene | 242 Mrd. € |
| Energie | 144 Mrd. € |
| Digitale Infrastruktur | 74 Mrd. € |
Allein bei der Straßeninfrastruktur sieht PwC eine bislang ungedeckte Finanzierungslücke von rund 416 Milliarden Euro. Die Dimension macht deutlich: Öffentliche Haushalte werden bei der Modernisierung eine zentrale Rolle spielen, aber privates Kapital, Infrastrukturfonds und andere Finanzierungsmodelle dürften ebenfalls an Bedeutung gewinnen.
500 Milliarden Euro verändern den deutschen Infrastrukturmarkt
Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität ist keine klassische Rücklage, sondern eine Kreditermächtigung über 500 Milliarden Euro. Investitionen können von 2025 bis 2036 bewilligt werden.
Die Mittel verteilen sich auf drei Säulen:
| Säule | Volumen |
|---|---|
| Investitionen des Bundes | 300 Mrd. € |
| Länder und Kommunen | 100 Mrd. € |
| Klima- und Transformationsfonds | 100 Mrd. € |
Finanziert werden unter anderem Verkehrsinfrastruktur, Bildung, Digitalisierung, Wohnungsbau und Energieinfrastruktur. Über den Klima- und Transformationsfonds kommen weitere Bereiche wie Gebäudetransformation, klimafreundliche Mobilität und Wasserstoffwirtschaft hinzu.
Wichtig ist dabei die zeitliche Dimension. Die 500 Milliarden Euro werden nicht auf einmal ausgegeben. 2025 investierte der Bund insgesamt rund 87 Milliarden Euro. Davon entfielen 24 Milliarden Euro auf das Sondervermögen. Bis zum 30. April 2026 waren aus den für 2026 vorgesehenen 39,7 Milliarden Euro der Bundessäule weitere 11,2 Milliarden Euro abgeflossen – 28 Prozent der für das Jahr veranschlagten Mittel.
Auch die Ländersäule läuft an. Zum 1. Januar 2026 waren nach Angaben der Länder bereits rund 9,6 Milliarden Euro für konkrete Investitionen gebunden. Bis Ende Juni hatten die Länder 500 Millionen Euro beim Bund abgerufen. Das BMF weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass Mittelabrufe dem tatsächlichen Investitionsfortschritt zeitlich hinterherlaufen können. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig.
Profitieren Privatanleger direkt vom 500-Milliarden-Programm?
Nein – jedenfalls nicht automatisch.
Das Sondervermögen ist kein Investmentfonds und keine staatliche Beteiligungsmöglichkeit für Anleger. Es gibt keinen Mechanismus, über den Privatanleger Anteile am 500-Milliarden-Euro-Programm erwerben könnten.
Der wirtschaftliche Zusammenhang entsteht indirekt. Unternehmen können Aufträge für Schienenwege, Energieanlagen, Digitalisierung oder andere Infrastrukturprojekte erhalten. Öffentlich-private Projekte können entstehen, Netzbetreiber können zusätzliche Investitionen tätigen und private Infrastrukturprojekte können von verbesserten Rahmenbedingungen profitieren.
Die Formel
500 Milliarden Euro Staatsausgaben = 500 Milliarden Euro Investmentchance für Privatanleger
wäre deshalb falsch.
Treffender ist: Das staatliche Programm erhöht das Investitionsvolumen und die Aufmerksamkeit für einen ohnehin bestehenden Modernisierungsbedarf. Ob daraus eine attraktive Rendite für einen privaten Investor entsteht, entscheidet sich erst beim konkreten Unternehmen, Projekt oder Fonds.
Was sind Infrastruktur-Investments?
Unter Infrastruktur-Investments werden Kapitalanlagen in Unternehmen, Projekte oder Vermögenswerte verstanden, die grundlegende wirtschaftliche oder gesellschaftliche Leistungen bereitstellen.
Dazu zählen mehrere sehr unterschiedliche Bereiche.
Energie-Infrastruktur
Stromnetze, Speicher, Wind- und Solarparks, Ladeinfrastruktur, Fernwärme und Anlagen zur Energieübertragung gehören zu den wichtigsten Segmenten. Der Umbau des Energiesystems sorgt hier über viele Jahre für hohen Kapitalbedarf.
Digitale Infrastruktur
Glasfasernetze, Mobilfunkmasten und Rechenzentren haben sich zu einem bedeutenden Teil des privaten Infrastrukturmarktes entwickelt. Digitalisierung, Cloud-Anwendungen und der wachsende Bedarf an Rechenleistung treiben die Nachfrage.
Verkehrs-Infrastruktur
Straßen, Brücken, Schienenwege, Flughäfen, Häfen und andere Transportanlagen bilden die klassische Verkehrsinfrastruktur. In Deutschland entfällt auf diesen Bereich ein besonders großer Teil des Modernisierungsbedarfs.
Versorgungs-Infrastruktur
Wasserver- und -entsorgung, Abfallwirtschaft sowie weitere grundlegende Versorgungssysteme zählen zu den traditionellen Infrastruktursegmenten.
Soziale Infrastruktur
Auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Universitäten und andere öffentlich genutzte Gebäude können Bestandteil von Infrastrukturportfolios sein.Schon diese Aufzählung zeigt das Problem pauschaler Aussagen über „Infrastruktur“: Die wirtschaftlichen Eigenschaften eines Stromnetzes haben wenig mit denen eines Rechenzentrums oder eines noch zu errichtenden Windparks gemeinsam.
Core, Core-Plus und Value-Add: Was Anleger damit anfangen können
Im institutionellen Infrastrukturmarkt werden Investments häufig nach ihrem Risiko- und Entwicklungsprofil kategorisiert.
| Strategie | Typische Eigenschaften | Risikoprofil |
|---|---|---|
| Core | etablierte Assets, planbare Cashflows, geringe Entwicklungsrisiken | vergleichsweise niedrig |
| Core-Plus | etablierte Assets mit Wachstums- oder Optimierungspotenzial | moderat |
| Value-Add | Ausbau, Entwicklung oder operative Verbesserung | erhöht |
| Opportunistic / Greenfield | Neubau und Projektentwicklung | hoch |
Core-Infrastruktur umfasst typischerweise etablierte Anlagen mit vergleichsweise gut vorhersehbaren Einnahmen. Core-Plus ergänzt diese Basis um Wachstums- oder Entwicklungsmöglichkeiten. Bei Value-Add soll der Wert eines Assets aktiv gesteigert werden, etwa durch Ausbau, Modernisierung oder höhere Auslastung. Bei Greenfield-Projekten müssen Anlagen zunächst geplant, genehmigt, finanziert und gebaut werden.
Diese Begriffe sind allerdings keine gesetzlich definierten Risikoklassen. Sie helfen bei der Orientierung, ersetzen aber keine Analyse.Auch pauschale Renditeangaben wie „Core bringt sechs bis acht Prozent“ oder „Value-Add bringt zweistellige Renditen“ sind mit Vorsicht zu betrachten. Renditen unterscheiden sich nach Markt, Manager, Verschuldung, Projektphase, Kaufpreis und Anlagezeitpunkt.
Grundsätzlich gilt: Je stärker die erwartete Rendite von Entwicklung, Wachstum, Fremdfinanzierung oder zukünftigen Marktpreisen abhängt, desto größer ist regelmäßig auch das Risiko.
Die vielleicht wichtigste Frage: Woher kommen die Einnahmen?
Für die Bewertung eines Infrastruktur-Investments ist der Sektor häufig weniger aussagekräftig als das Erlösmodell. Ein Solarpark mit langfristigem Stromabnahmevertrag besitzt ein anderes Risikoprofil als eine Anlage, die ihren Strom vollständig zum jeweiligen Marktpreis verkauft.
Vier Erlösmodelle sind besonders relevant:
Regulierte Erlöse: Bei Netzinfrastruktur können regulatorische Rahmenbedingungen bestimmen, welche Erlöse oder Verzinsungen zulässig sind. Das kann Cashflows kalkulierbarer machen, schafft gleichzeitig aber Regulierungsrisiken.
Vertraglich gesicherte Einnahmen: Langfristige Nutzungs-, Miet-, Liefer- oder Abnahmeverträge können Erlöse über viele Jahre stabilisieren. Entscheidend sind Laufzeit, Bonität des Vertragspartners, Kündigungsrechte und Preisindexierung.
Verfügbarkeitsbasierte Modelle: Bei bestimmten öffentlich-privaten Projekten wird dafür bezahlt, dass eine Infrastruktur in einem vereinbarten Zustand verfügbar ist. Die Einnahmen hängen dann weniger von der tatsächlichen Nutzung ab.
Marktpreisabhängige Erlöse: Bei Merchant-Modellen hängen Umsatz und Rendite stärker von Marktpreisen, Nachfrage oder Auslastung ab. Damit können Chancen steigen – aber ebenso die Schwankungsbreite.
Für Anleger ist deshalb eine vermeintlich simple Frage erstaunlich aussagekräftig:
Wer bezahlt wofür, wie lange und zu welchen Bedingungen?
Sind Infrastruktur-Investments ein Inflationsschutz?
Infrastruktur gilt häufig als natürlicher Inflationsschutz. Ganz so einfach ist es nicht. Entscheidend ist, ob Einnahmen tatsächlich an einen Preisindex gekoppelt sind – und unter welchen Bedingungen. Manche Verträge geben Preissteigerungen weitgehend weiter, andere nur teilweise, zeitverzögert oder bis zu einer Obergrenze.
Gleichzeitig können steigende Zinsen Finanzierung und Bewertung belasten. Höhere Einnahmen infolge einer Indexierung können daher mit höheren Finanzierungskosten und höheren Diskontsätzen zusammentreffen. Ein Infrastrukturinvestment kann einen gewissen Inflationsschutz besitzen. Automatisch entsteht er nicht.
Wie können Privatanleger 2026 in Infrastruktur investieren?
Der Zugang zur Anlageklasse hat sich deutlich erweitert. Grundsätzlich stehen vier Wege offen.
Infrastruktur-Aktien
Die einfachste und liquideste Variante sind Aktien börsennotierter Infrastrukturunternehmen. Sie sind grundsätzlich börsentäglich handelbar, unterliegen aber entsprechend den Schwankungen des Kapitalmarktes.
Infrastruktur-ETFs und klassische Fonds
Fonds und ETFs ermöglichen eine breitere Streuung über börsennotierte Infrastrukturunternehmen. Anleger erwerben damit allerdings keinen direkten Anteil an einer Autobahn, einem Stromnetz oder einem Rechenzentrum, sondern Beteiligungen an Unternehmen.
Infrastruktur-Sondervermögen
Das deutsche Kapitalanlagegesetzbuch sieht ausdrücklich Infrastruktur-Sondervermögen vor. Diese können unter anderem Beteiligungen an Infrastruktur-Projektgesellschaften, Immobilien, Wertpapiere und liquide Anlagen halten. Die Liquidität unterscheidet sich erheblich von einem ETF. Bei entsprechenden offenen Infrastruktur-Sondervermögen gelten grundsätzlich längere Halte- und Rückgaberegelungen. Anleger müssen deshalb vor dem Kauf prüfen, wann sie tatsächlich wieder über ihr Kapital verfügen können.
ELTIFs
Der European Long-Term Investment Fund – ELTIF hat den Zugang privater Anleger zu Private Markets deutlich verändert. Mit der Reform des europäischen ELTIF-Regimes wurden die Einsatzmöglichkeiten erweitert und verschiedene Zugangshürden reduziert. ELTIFs können unter anderem in langfristige Real Assets, Infrastruktur und nicht börsennotierte Unternehmen investieren. Damit erhalten Privatanleger Zugang zu Strategien, die lange überwiegend institutionellen Investoren, Family Offices und vermögenden Anlegern vorbehalten waren.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein ELTIF automatisch liquide oder risikoarm wäre. ELTIF ist eine regulatorische Fondsstruktur – kein Qualitätssiegel und kein Renditeversprechen. Vor einem Investment sollten Anleger deshalb insbesondere Investmentstrategie, Portfolio, Diversifikation, Erlösstruktur, Verschuldung, Kosten, Rückgaberegeln, Bewertungsverfahren und Track Record des Managers prüfen.
Ein ELTIF aus der Praxis: UniPrivatmarkt Infrastruktur
Wie ein solcher Zugang aussehen kann, zeigt der UniPrivatmarkt Infrastruktur ELTIF von Union Investment. Der Fonds wurde 2024 gemeinsam mit Mercer Alternatives für Privatkunden aufgelegt und soll über verschiedene Infrastruktursegmente diversifizieren. Dazu zählen unter anderem Energie, Transport, Kommunikation, Versorgung und soziale Infrastruktur. Der Schwerpunkt liegt nach Angaben des Anbieters auf bestehenden Anlagen; ergänzend können unter anderem Co-Investments und Zweitmarkttransaktionen eingesetzt werden.
Das Beispiel zeigt, wie sich der Infrastruktur-Privatmarkt für Privatanleger öffnet. Es zeigt zugleich, weshalb Produkte nicht allein anhand einer erwarteten Rendite verglichen werden sollten. Portfoliozusammensetzung, Investitionsphase, Kosten, Liquidität und Risiko gehören zusammen.
Rendite bei Infrastruktur-Investments: Woher soll sie kommen?
Bei Infrastrukturangeboten richtet sich der Blick schnell auf Zielrenditen, Ausschüttungen oder die Internal Rate of Return, kurz IRR. Aussagekräftiger ist zunächst eine andere Frage:
Woher soll die Rendite eigentlich kommen?
Denn Infrastruktur erwirtschaftet ihre Rendite nicht allein deshalb, weil Straßen, Stromnetze, Rechenzentren oder Energieanlagen gebraucht werden. Entscheidend ist das Geschäftsmodell des jeweiligen Assets.
Im Wesentlichen können mehrere Renditequellen zusammenwirken:
- laufende operative Cashflows,
- vertraglich vereinbarte oder regulierte Einnahmen,
- Wachstum und Preisanpassungen,
- operative Verbesserungen,
- Ausbau oder Projektentwicklung,
- Fremdfinanzierung,
- Wertsteigerungen beim späteren Verkauf.
Gerade dieser Renditemix unterscheidet defensive Infrastruktur von deutlich risikoreicheren Strategien.
Ein bestehendes Versorgungsnetz mit langfristig kalkulierbaren Erlösen erzielt seine Rendite beispielsweise stärker aus laufenden Cashflows. Bei einem neu entwickelten Rechenzentrum kann die Rechnung dagegen wesentlich stärker von erfolgreicher Fertigstellung, Vermietung, Auslastung und einem späteren Verkauf abhängen.
Das erklärt auch, weshalb pauschale Renditeangaben für die Anlageklasse wenig hilfreich sind. Aktuelle Markteinschätzungen verorten Core- und Core-Plus-Infrastruktur häufig im mittleren bis oberen einstelligen Renditebereich, während Value-Add-Strategien zweistellige Zielrenditen anstreben können. Opportunistische und Greenfield-Strategien liegen teilweise noch darüber. Diese Zielgrößen sind jedoch keine Prognosen für ein konkretes Produkt und erst recht keine garantierten Renditen.
Entscheidend ist die Gegenleistung für die höhere Rendite: Je stärker sie von Projektentwicklung, steigender Auslastung, Fremdfinanzierung oder einem erfolgreichen späteren Verkauf abhängt, desto größer wird in der Regel auch die Zahl der Annahmen, die tatsächlich eintreten müssen. Hinzu kommt ein wichtiger Unterschied zwischen Brutto- und Nettorendite. Eine auf Asset- oder Fondsebene ausgewiesene Brutto-IRR ist nicht mit der Rendite gleichzusetzen, die beim Anleger ankommt. Managementgebühren, Transaktionskosten, Finanzierungskosten, mögliche Performance Fees und weitere Fondskosten können dazwischenliegen.
Gerade bei langfristigen Private-Market-Investments lohnt deshalb der Blick über die IRR hinaus. Neben der Gesamtrendite sind laufende Ausschüttungen und tatsächlich bereits an Anleger zurückgeflossenes Kapital wichtige Größen. Der Infrastrukturmarkt selbst richtet inzwischen wieder stärker den Blick auf solche realisierten Cashflows.
Eine hohe Ziel-IRR beantwortet deshalb noch nicht die entscheidende Anlegerfrage. Wichtiger ist, mit welchen wirtschaftlichen Annahmen diese Rendite erreicht werden soll.
Gute Infrastruktur ist nicht automatisch ein gutes Investment
Dieser Unterschied wird in der öffentlichen Infrastrukturdebatte leicht übersehen.
Ein Stromnetz kann volkswirtschaftlich unverzichtbar sein. Ein Rechenzentrum kann hervorragend ausgelastet sein. Ein Windpark kann über langfristige Stromabnahmeverträge verfügen. Trotzdem kann daraus ein mäßiges Investment werden, wenn der Einstiegspreis zu hoch ist. Gerade attraktive Infrastrukturassets sind bei institutionellen Investoren gefragt. Versicherungen, Pensionskassen, Staatsfonds, Asset Manager und Private-Equity-Häuser konkurrieren teilweise um dieselben Anlagen. Je mehr Kapital auf ein begrenztes Angebot trifft, desto höher können die Kaufpreise steigen.
Damit wird ein Teil der zukünftigen Rendite bereits beim Einstieg vorweggenommen.
Die entscheidende Gleichung lautet deshalb nicht:
Gutes Asset = gutes Investment.
Sondern:
Qualität des Assets + Einstiegspreis + Finanzierung + Cashflows = Qualität des Investments.
Dieser Zusammenhang ist 2026 besonders relevant. Höhere Finanzierungskosten und teilweise anspruchsvolle Bewertungen haben die Bedingungen gegenüber der langjährigen Niedrigzinsphase verändert. Auch aktuelle Marktanalysen weisen darauf hin, dass höhere Fremdkapitalkosten und ambitionierte Kaufmultiplikatoren klassische Renditeziele unter Druck setzen.
Für Anleger gehört deshalb eine zusätzliche Frage in jede Infrastrukturprüfung:
Welchen Preis bezahle ich für die erwartete Stabilität und das Wachstum?
Die sieben wichtigsten Risiken bei Infrastruktur-Investments
Die lange Nutzungsdauer vieler Anlagen und vergleichsweise planbare Einnahmen können Infrastruktur defensiv erscheinen lassen. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Anlageklasse eigene und teilweise erhebliche Risiken besitzt.
1. Illiquidität
Eine Straße, ein Windpark oder ein Rechenzentrum lässt sich nicht innerhalb weniger Sekunden verkaufen. Diese Eigenschaft überträgt sich auf viele private Infrastrukturfonds. Selbst wenn ein Fonds regelmäßige Rückgabemöglichkeiten vorsieht, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Anleger jederzeit unbegrenzt Kapital zurückgeben können. Rücknahmebedingungen und mögliche Beschränkungen gehören deshalb vor dem Investment geprüft.
2. Bewertungsrisiko
Nicht börsennotierte Infrastruktur besitzt keinen täglich festgestellten Marktpreis. Bewertungen basieren unter anderem auf erwarteten Cashflows, Vergleichstransaktionen und Diskontierungsmodellen. Das führt häufig zu einer optisch ruhigeren Wertentwicklung als bei börsennotierten Aktien. Diese Ruhe sollte nicht mit Risikofreiheit verwechselt werden.
3. Zins- und Refinanzierungsrisiko
Infrastruktur wird häufig langfristig finanziert. Steigende Zinsen können deshalb gleich doppelt wirken: Neue Finanzierungen werden teurer und höhere Diskontsätze können gleichzeitig den heutigen Wert zukünftiger Cashflows reduzieren. Besonders wichtig sind deshalb Zinsbindung und Refinanzierungstermine.
4. Verschuldung
Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite erhöhen. Derselbe Hebel wirkt jedoch auch in die andere Richtung. Sinken Cashflows oder steigen Finanzierungskosten, müssen Zins und Tilgung trotzdem bedient werden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Verschuldung bei Infrastrukturinvestments eine erhebliche Rolle spielen kann. Anleger sollten deshalb nicht nur die Verschuldung des Fonds prüfen, sondern auch jene der einzelnen Projekt- und Betreibergesellschaften.
5. Bau- und Entwicklungsrisiken
Bei bestehenden Anlagen ist ein großer Teil des Entwicklungsrisikos bereits überwunden. Bei Greenfield-Projekten sieht das anders aus. Genehmigungen können sich verzögern, Baukosten steigen, technische Probleme auftreten oder die Fertigstellung später erfolgen als geplant. Je größer der Entwicklungsanteil, desto weniger sollte ein Investment wie eine defensive Bestandsinfrastruktur beurteilt werden.
6. Politische und regulatorische Risiken
Energie-, Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur ist häufig eng mit staatlicher Regulierung verbunden. Das kann Einnahmen planbarer machen, schafft aber zugleich Abhängigkeiten. Ändern sich Netzentgelte, Fördermechanismen, Genehmigungsregeln oder gesetzliche Rahmenbedingungen, kann sich die Wirtschaftlichkeit eines Projekts verändern.
7. Technologierisiken
Vor allem digitale und energiebezogene Infrastruktur entwickelt sich schnell. Was heute technologisch attraktiv erscheint, muss nicht zwangsläufig über Jahrzehnte wettbewerbsfähig bleiben. Rechenzentren, Speichertechnologien, Ladeinfrastruktur und Kommunikationsnetze erfordern deshalb eine andere technologische Betrachtung als beispielsweise eine etablierte Wasserleitung.
Warum geringe Kursschwankungen nicht automatisch geringe Risiken bedeuten
Dieser Punkt ist für Privatanleger besonders wichtig.
Eine börsennotierte Aktie erhält an jedem Handelstag einen neuen Marktpreis. Private Infrastruktur wird dagegen in bestimmten Abständen anhand von Bewertungsmodellen bewertet. Dadurch können private Infrastrukturfonds wesentlich ruhiger erscheinen. Ein Teil dieser Stabilität kann tatsächlich aus gut prognostizierbaren Cashflows stammen. Ein anderer Teil entsteht schlicht dadurch, dass kein liquider Markt jede Veränderung von Zinsen, Konjunktur oder Erwartungen sofort in einen neuen Preis übersetzt.
Das deutsche KAGB enthält deshalb detaillierte Anforderungen an die Bewertung von Vermögenswerten und die Organisation des Bewertungsverfahrens. Der grundsätzliche Unterschied bleibt dennoch bestehen: Bei privaten Assets entsteht der Preis nicht fortlaufend durch Börsenhandel.
Anleger sollten deshalb drei Dinge auseinanderhalten:
- Stabilität der operativen Cashflows,
- Stabilität des wirtschaftlichen Wertes,
- Häufigkeit der Bewertung.
Das klingt ähnlich, ist aber keineswegs dasselbe.
Infrastruktur-Investments in der Praxis: Das Beispiel FOX Infrastructure
Dass Infrastrukturinvestments nicht allein aus staatlichen Großprojekten und milliardenschweren institutionellen Fonds bestehen, zeigt auch FOX Infrastructure, die Infrastruktur-Säule der FOX Group.
Nach Darstellung der Unternehmensgruppe konzentriert sich FOX Infrastructure auf die Entwicklung und Finanzierung langfristig nutzbarer Infrastrukturprojekte und versteht sich dabei als Asset Holder, Asset Manager und Finanzierungspartner. Als Tätigkeitsfelder werden unter anderem Energie-, Lade-, Logistik- und Versorgungsinfrastruktur genannt.
Interessant ist das Beispiel vor allem deshalb, weil es eine Entwicklung sichtbar macht, die den Infrastrukturmarkt zunehmend prägt: Projektentwicklung, Finanzierung, Energieversorgung und langfristiger Besitz von Infrastruktur lassen sich bei vielen Vorhaben kaum isoliert voneinander betrachten.
Weiterführende Analyse: Business Leaders hat FOX Infrastructure und die Einordnung des Geschäftsbereichs innerhalb der FOX Group ausführlicher vorgestellt.
FOX Infrastructure der FOX Group: Infrastrukturinvestments mit langfristigem Anlagehorizont
Transparenzhinweis: Die FOX Group ist Kunde der SCOREDEX GmbH. Die Erwähnung erfolgt als Praxisbeispiel aus dem Infrastrukturmarkt und stellt keine Anlageempfehlung dar.
Kosten: Der stille Renditefaktor
Bei einem langfristigen Investment können vermeintlich kleine Kostenunterschiede erhebliche Auswirkungen haben. Neben Managementgebühren können je nach Produkt Ausgabeaufschläge, Transaktionskosten, Verwaltungskosten, erfolgsabhängige Vergütungen sowie Kosten auf Ebene von Zielfonds oder Projektgesellschaften entstehen.
Gerade komplexe Private-Market-Strukturen verdienen einen genaueren Blick. Ein Fonds kann beispielsweise in andere Fonds investieren, die ihrerseits Gebühren berechnen. Zusätzlich entstehen auf Asset-Ebene Finanzierungs- und Betriebskosten. Deshalb ist nicht allein interessant, welche Rendite die Infrastrukturprojekte erwirtschaften.
Entscheidend ist:
Was bleibt nach Finanzierung, Fondsstruktur und sämtlichen Kosten für den Anleger übrig?
Bei einer langen Haltedauer können bereits kleine jährliche Kostenunterschiede durch den Zinseszinseffekt erheblich werden.
Warum institutionelle Anleger Infrastruktur nutzen
Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke und andere institutionelle Investoren beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Infrastruktur. Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe. Viele Assets besitzen lange wirtschaftliche Laufzeiten und können über Jahrzehnte Einnahmen generieren. Regulierte oder langfristig vertraglich gesicherte Cashflows können zudem gut zu langfristigen Zahlungsverpflichtungen institutioneller Investoren passen.
Weitere Motive sind Diversifikation, Zugang zu Real Assets, teilweise inflationsindexierte Erlöse und die Beteiligung an langfristigen Entwicklungen wie Energiewende und Digitalisierung. Das institutionelle Interesse sollte Privatanleger allerdings nicht zu einem falschen Schluss verleiten. Große Investoren verfügen regelmäßig über spezialisierte Teams, eigene Risikomodelle, umfangreiche Due-Diligence-Prozesse und eine Liquiditätsplanung über Jahrzehnte. Ein Investment wird nicht dadurch risikoarm, dass auch eine Versicherung oder Pensionskasse in derselben Anlageklasse investiert.
Die SCOREDEX-Checkliste für Infrastruktur-Investments
Vor einer Investitionsentscheidung sollten Anleger mindestens acht Fragen beantworten können:
1. Was wird tatsächlich finanziert?
Der Fondsname reicht nicht. Entscheidend sind die konkreten Assets, Regionen und Projektphasen.
2. Woher kommen die Einnahmen?
Sind sie reguliert, langfristig vertraglich gesichert, nutzungsabhängig oder vollständig marktpreisabhängig?
3. Wie hoch ist die Verschuldung?
Dabei sollten sowohl Fonds- als auch Asset-Ebene berücksichtigt werden.
4. Wie hoch ist der Entwicklungsanteil?
Bestehende Anlagen besitzen ein anderes Risikoprofil als Projekte, die noch genehmigt, gebaut oder vollständig vermietet werden müssen.
5. Welchen Preis bezahlt der Fonds?
Auch ein ausgezeichnetes Asset kann bei einem überhöhten Kaufpreis eine enttäuschende Rendite liefern.
6. Welche Kosten entstehen insgesamt?
Neben Managementgebühren sind mögliche Performance Fees, Transaktionskosten, Zielfondskosten und weitere Gebühren relevant.
7. Wie wird das Portfolio bewertet?
Bei privaten Assets sollte nachvollziehbar sein, welche Bewertungsmethoden und Diskontsätze verwendet werden.
8. Wann kommt der Anleger wieder an sein Kapital?
Mindesthaltedauer, Rücknahmeintervalle, Kündigungsfristen und mögliche Rücknahmebeschränkungen müssen zum eigenen Liquiditätsbedarf passen.
Für wen können Infrastruktur-Investments interessant sein?
Infrastruktur kann für Anleger interessant sein, die langfristig investieren und ihr Portfolio um reale Vermögenswerte mit teilweise langfristigen Zahlungsströmen ergänzen möchten. Das setzt allerdings voraus, dass ausreichend liquide Mittel außerhalb des Investments vorhanden sind. Wer sein Kapital möglicherweise kurzfristig benötigt, sollte bei illiquiden Fondsstrukturen besonders vorsichtig sein. Gleiches gilt, wenn bereits ein erheblicher Teil des Vermögens in Immobilien, Private Equity oder anderen wenig liquiden Anlagen gebunden ist.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Ist Infrastruktur eine gute Anlage?“
Sondern:
„Welche Infrastruktur kaufe ich zu welchem Preis, mit welcher Finanzierung, welchen Einnahmen und welcher Liquidität?“
Erst daraus ergibt sich das tatsächliche Chancen-Risiko-Verhältnis.
Infrastruktur-Investments 2026: Zwischen Megatrend und nüchterner Kalkulation
Der Investitionsbedarf ist kaum zu bestreiten. Deutschland muss Verkehrswege modernisieren, Stromnetze ausbauen, Energieversorgung transformieren und seine digitale Infrastruktur weiterentwickeln. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen verstärkt diesen Prozess, deckt den langfristigen Finanzierungsbedarf aber nur teilweise. Zusätzlich wird privates Kapital benötigt. Damit gehört Infrastruktur zu den großen langfristigen Investmentthemen.
Für Anleger folgt daraus trotzdem kein Renditeautomatismus.
Im Gegenteil: Je attraktiver ein Thema erscheint und je mehr Kapital hineinströmt, desto wichtiger wird der Einstiegspreis. Hohe Nachfrage nach guten Infrastrukturassets kann deren Bewertung steigen lassen und damit einen Teil der zukünftigen Rendite bereits vorwegnehmen. Gleichzeitig entstehen höhere Renditechancen häufig genau dort, wo zusätzliche Risiken übernommen werden: bei Entwicklung, Bau, Fremdfinanzierung, technologischer Veränderung oder stärker marktpreisabhängigen Einnahmen.
Infrastruktur bleibt deshalb eine Anlageklasse, bei der die Qualität der Analyse wichtiger ist als die Attraktivität des Megatrends.
SCOREDEX-Fazit: Infrastruktur ist eine Anlageklasse, kein Renditeversprechen
Infrastruktur-Investments gehören 2026 zu den bedeutenden langfristigen Kapitalthemen. Das Sondervermögen des Bundes sorgt zusätzlich für Aufmerksamkeit, doch der tatsächliche Investitionsbedarf reicht weit darüber hinaus. Energieversorgung, Netze, Verkehr, Digitalisierung und soziale Infrastruktur werden über viele Jahre erhebliche öffentliche und private Investitionen erfordern. Gleichzeitig verändert sich der Zugang. ELTIFs und andere Fondsstrukturen öffnen Teile des privaten Infrastrukturmarktes für Anleger, die früher kaum Zugang zu solchen Investments hatten.
Das erweitert die Möglichkeiten – nicht aber automatisch die Qualität der angebotenen Produkte.
Ein reguliertes Stromnetz ist wirtschaftlich etwas anderes als ein neu zu errichtendes Rechenzentrum. Ein Windpark mit langfristigem Abnahmevertrag besitzt ein anderes Risikoprofil als eine Anlage, die vollständig vom Strommarkt abhängig ist. Und stabile operative Einnahmen können durch hohe Verschuldung trotzdem zu erheblichen Risiken für das Eigenkapital führen.
Deshalb bleibt für SCOREDEX eine Erkenntnis zentral:
Infrastruktur ist nicht automatisch defensiv, inflationsgeschützt oder renditestark. Entscheidend sind das konkrete Asset, sein Kaufpreis, seine Finanzierung und die Qualität seiner Cashflows.
Wer diese Faktoren untersucht, kann Infrastruktur als langfristige Anlageklasse sinnvoll beurteilen – ohne politischen Investitionsbedarf, gesellschaftliche Bedeutung und Anlegerrendite miteinander zu verwechseln.
Infrastruktur-Investments sind Beteiligungen oder Finanzierungen von Anlagen und Unternehmen, die grundlegende wirtschaftliche oder gesellschaftliche Funktionen erfüllen. Dazu zählen beispielsweise Stromnetze, erneuerbare Energien, Verkehrswege, Glasfasernetze, Rechenzentren und soziale Infrastruktur.
Ja. Zugang besteht beispielsweise über börsennotierte Infrastrukturunternehmen, ETFs und Fonds sowie bestimmte Infrastruktur-Sondervermögen und ELTIFs. Die Produkte unterscheiden sich erheblich hinsichtlich Kosten, Risiko, Mindesthaltedauer und Liquidität.
Ein ELTIF ist ein europäisch regulierter langfristiger Investmentfonds. Er kann unter anderem in Infrastruktur und andere nicht börsennotierte Vermögenswerte investieren. Die Bezeichnung ELTIF sagt jedoch allein nichts über Qualität, Rendite oder Liquidität eines konkreten Fonds aus.
Eine einheitliche Rendite gibt es nicht. Core-Strategien zielen typischerweise auf geringere Risiken und stärker laufende Erträge, während Value-Add- und Greenfield-Strategien höhere Zielrenditen mit zusätzlichen Entwicklungs-, Finanzierungs- oder Marktrisiken verbinden. Zielrenditen sind keine garantierten Ergebnisse.
Nicht automatisch. Ein Inflationsschutz kann entstehen, wenn Gebühren, Verträge oder regulierte Erlöse an Preisindizes gekoppelt sind. Gleichzeitig können höhere Zinsen Finanzierungskosten und Bewertungen belasten.
Entscheidend sind die tatsächlichen Vermögenswerte im Fonds, die Herkunft der Einnahmen, die Verschuldung, die Kosten und die Liquidität. Anleger sollten außerdem prüfen, ob der Fonds überwiegend in bestehende Infrastruktur investiert oder neue Projekte entwickelt. Eine hohe Zielrendite allein sagt wenig über die Qualität eines Fonds aus.
Core steht typischerweise für etablierte Infrastruktur mit vergleichsweise planbaren Einnahmen. Core-Plus kombiniert bestehende Assets mit zusätzlichem Entwicklungs- oder Wachstumspotenzial. Value-Add setzt stärker auf Ausbau, Modernisierung oder operative Verbesserungen. Mit zunehmendem Entwicklungspotenzial steigt in der Regel auch das Risiko.
Das hängt von der Anlageform ab. Börsennotierte Infrastrukturaktien und ETFs sind grundsätzlich börsentäglich handelbar. Bei privaten Infrastrukturfonds, ELTIFs und Infrastruktur-Sondervermögen können dagegen längere Haltezeiten, Kündigungsfristen oder begrenzte Rückgabemöglichkeiten bestehen.
Nein. Das Sondervermögen finanziert staatliche Investitionen und ist kein Fonds für Privatanleger. Ein privates Investment kann nur dann wirtschaftlich profitieren, wenn die gehaltenen Unternehmen oder Projekte tatsächlich an entsprechenden Aufträgen, Investitionen oder daraus entstehenden Marktchancen beteiligt sind.
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Private Infrastruktur weist häufig geringere sichtbare Wertschwankungen auf, weil die Assets nicht börsentäglich gehandelt werden. Daraus folgt aber nicht automatisch ein geringeres wirtschaftliches Risiko. Verschuldung, Zinsen, Regulierung, Projektentwicklung und Illiquidität können erhebliche Auswirkungen auf den Wert haben.
Methodischer und redaktioneller Hinweis
Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Marktanalyse von SCOREDEX zum Thema Infrastruktur-Investments 2026. Ziel ist es, die Anlageklasse, ihre unterschiedlichen Strukturen und die für Anleger relevanten wirtschaftlichen Zusammenhänge verständlich einzuordnen.
Grundlage der Recherche sind öffentlich zugängliche Informationen von Behörden und Institutionen, gesetzliche und regulatorische Grundlagen, Veröffentlichungen von Marktteilnehmern sowie Unternehmens- und Produktinformationen. Angaben zu einzelnen Fonds oder Unternehmen dienen der Einordnung konkreter Marktbeispiele.
Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Trennung zwischen belegbaren Tatsachen, Angaben von Unternehmen oder Fondsanbietern und redaktioneller Einordnung gelegt. Prognosen, Zielrenditen und andere zukunftsgerichtete Angaben werden nicht als tatsächlich erzielbare Ergebnisse behandelt.
Die Darstellung einzelner Anbieter, Fonds oder Unternehmen stellt weder eine Rangliste noch eine Empfehlung dar. Auch aus der Erwähnung eines Unternehmens oder Produkts lässt sich keine Aussage darüber ableiten, dass SCOREDEX dieses gegenüber anderen Marktteilnehmern bevorzugt.
Bei der Bewertung von Infrastruktur-Investments folgt die Analyse einem einfachen Grundsatz: Nicht die Bezeichnung einer Anlageklasse entscheidet über deren Qualität, sondern die konkrete wirtschaftliche Struktur. Maßgeblich sind insbesondere Assets, Erlösmodelle, Finanzierung, Verschuldung, Kosten, Bewertung, Liquidität und die Erfahrung des jeweiligen Managers.
Redaktionsstand: 7. September 2026
Transparenzhinweis zu FOX Infrastructure
Die FOX Group ist Kunde der SCOREDEX GmbH. FOX Infrastructure wird in diesem Beitrag als Praxisbeispiel für einen Marktteilnehmer aus dem Infrastrukturbereich genannt.
Die bestehende Geschäftsbeziehung wurde bei der redaktionellen Einordnung berücksichtigt und wird aus Transparenzgründen offengelegt. Die Erwähnung von FOX Infrastructure stellt weder eine Anlageempfehlung noch eine besondere Bewertung eines möglichen Investmentangebots dar.
Weiterführende Informationen zur Geschäftsausrichtung von FOX Infrastructure finden sich in der separaten Unternehmensdarstellung bei Business Leaders.
Rechtlicher Hinweis
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und journalistischen Einordnung. Sie stellen insbesondere keine Anlageberatung, Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinne, individuelle Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Beteiligungen dar.
Die dargestellten Renditeerwartungen, Zielrenditen, Prognosen oder Markterwartungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Tatsächliche Ergebnisse können erheblich davon abweichen.
Investitionen in Infrastruktur können unter anderem Markt-, Zins-, Finanzierungs-, Liquiditäts-, Bewertungs-, Regulierungs-, Bau-, Betriebs- und Technologierisiken unterliegen. Je nach Investmentstruktur ist auch ein teilweiser oder vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals möglich.
Vor einer Anlageentscheidung sollten Anleger die jeweils maßgeblichen Verkaufsunterlagen, Basisinformationsblätter, Anlagebedingungen, Risikohinweise und Kosteninformationen prüfen und bei Bedarf unabhängigen fachlichen Rat einholen.
SCOREDEX übernimmt keine Gewähr dafür, dass sämtliche in diesem Beitrag genannten Informationen dauerhaft aktuell bleiben. Rechtliche, regulatorische, wirtschaftliche und produktspezifische Rahmenbedingungen können sich verändern.
Quellen und weiterführende Informationen
Für diesen Beitrag wurden insbesondere folgende Quellen und Institutionen herangezogen:
Bundesministerium der Finanzen (BMF): Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität; Informationen zu Struktur, Mittelverwendung und Mittelabfluss
Bundesregierung: Informationen zur Investitionsoffensive und zum Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität
PwC Deutschland: „Standort Zukunft: Infrastruktur“ – Analyse des deutschen Infrastrukturbedarfs
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Regelungen zu Infrastruktur-Sondervermögen
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB): insbesondere Regelungen zu Infrastruktur-Sondervermögen, Bewertung sowie Ausgabe und Rücknahme von Anteilen
Europäische Union / EUR-Lex: Verordnung über European Long-Term Investment Funds (ELTIF) und ELTIF-Reform
Europäische Kommission: regulatorische Vorgaben und technische Standards zum ELTIF
Union Investment: Produkt- und Fondsinformationen zum UniPrivatmarkt Infrastruktur ELTIF
Business Leaders: Unternehmensdarstellung zu FOX Infrastructure und deren Ausrichtung innerhalb der FOX Group
Abruf- und Redaktionsstand: 7. September 2026